AfD-Jugendpolitikerin lästert über «gottlose Kanackenstadt»
Die AfD-Jugendpolitikerin Julia Gehrckens wirbt hinter dem Rednerpult für «millionenfache Remigration». Ihre Äusserungen könnten auch auf die AfD zurückfallen.

Das Wichtigste in Kürze
- Julia Gehrckens ist AfD-Jugendpolitikerin und wirbt mit extremistischen Äusserungen.
- Bei der Gründung der «Generation Deutschland» forderte sie «millionenfache Remigration».
- Ihre radikalen Aussagen könnten unmittelbarer auf die Mutterpartei zurückfallen.
Jung ist sie – und harmlos wirkt sie, wenn sie ans Rednerpult tritt. Doch Julia Gehrckens ist alles andere als harmlos. Sie fällt mit rassistischen Aussagen auf.
Für sie ist das deutsche Pforzheim eine «gottlose Kanackenstadt».
Gehrckens gehört zu den zwei Frauen im Bundesvorstand der «Generation Deutschland». Es ist die Jugendorganisation der rechtspopulistischen und in Teilen rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD).
Wie Undercover-Recherchen von «stern» und «RTL» zeigen, fällt die 25-Jährige besonders dann fremdenfeindlich auf, wenn sie sich unbeobachtet glaubt.
Gehrckens: Linke sind «geisteskrank»
Die extremen Äusserungen fielen im Juni 2025 während des «Internationalen Frauenkongresses» der ESN-Fraktion im Europäischen Parlament. Die Fraktion setzt sich aus Abgeordneten rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien zusammen.
Ähnlich äusserte sich Gehrckens bereits eine Woche zuvor bei einem Treffen des AfD-nahen Frauennetzwerks «Lukreta».
Linke bezeichnete die junge Frau als «geisteskrank». Auch in historischen Fragen äusserte sich Gehrckens zunehmend antisemitisch.
So bestätigte sie die Behauptung, amerikanische Banken gehörten den Juden. «Das stimmt halt einfach», sagte Gehrckens.
Bei der Gründung der rechtspopulistischen Jugendorganisation im November 2025 äusserte sich Gehrckens weiter rassistisch.
«Millionenfache Remigration», im rechtsextremen Kontext die massenhafte Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund, forderte sie.
«Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder», lautete ihre Aussage. Teil einer Rede, die ihr das Amt des Beisitzers einfädelte. Ursprünglich wollte die Partei einen Gegenkandidaten in den Vorstand wählen.
Vorgängerorganisation «gesichert rechtsextremistisch»
Vor diesem Hintergrund wirkt es beinahe zynisch, dass die Jugendorganisation «Generation Deutschland» auf einen Wunsch der AfD zurückgeht: Den Extremismus in den eigenen Reihen besser zu kontrollieren.
Anders als ihre Vorgängerorganisation, die «Junge Alternative für Deutschland», ist die «Generation Deutschland» organisatorisch direkt in die Partei eingebunden. Radikale Äusserungen ihrer Vertreter können damit unmittelbarer auf die AfD zurückfallen.
Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die «Junge Alternative» bereits 2024 als «gesichert rechtsextremistische Bestrebung» eingestuft. Seit 2019 galt die Organisation als sogenannter «Verdachtsfall».
Die «Generation Deutschland» ist bislang noch nicht entsprechend eingestuft. Auch als offizieller Verdachtsfall gilt sie derzeit nicht. Wenngleich eine solche Einstufung in einigen Bundesländern beobachtet und diskutiert wird.





















