Kolumbien vor Stichwahl nach knapp verfehlter Mehrheit
In Kolumbien entscheidet eine Stichwahl zwischen Abelardo de la Espriella und Iván Cepeda über das Präsidentenamt.

In Kolumbien kommt es nach der Präsidentschaftswahl am 31. Mai 2026 zur Stichwahl ohne absolute Mehrheit. Damit wird die Entscheidung über das Präsidentenamt in einer zweiten Runde gefällt, wie das «SRF» schreibt.
Nach Auszählung von mehr als 97 Prozent der Stimmen erreicht Abelardo de la Espriella 43,7 Prozent. Iván Cepeda kommt auf knapp 41 Prozent und liegt damit knapp dahinter, wie die «Zeit» berichtet.
Rund 41 Millionen Wahlberechtigte waren landesweit zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwas mehr als der Hälfte der Stimmberechtigten und entsprach damit den Erwartungen.
Kolumbien: Polarisierter Wahlkampf und Sicherheitslage
Der Wahlkampf war von wiederholter Gewalt und einer angespannten Sicherheitslage im Land geprägt. Mehrere Vorfälle im Vorfeld der Wahl überschatteten den Urnengang, so die «Tagesschau».
Abelardo de la Espriella tritt als ultrarechter Anwalt und politischer Quereinsteiger auf nationaler Ebene an. Iván Cepeda vertritt das linke Regierungsbündnis und setzt auf soziale Reformen, berichtet das «SRF».
Präsident Gustavo Petro erkannte das vorläufige Ergebnis am Sonntagabend zunächst nicht an. Er fordert eine juristische Überprüfung der Auszählung nach Angaben der «Zeit».
Politische Ausgangslage und Konfliktlinien
Gustavo Petro war im Jahr 2022 als erster linker Präsident Kolumbiens gewählt worden. Seine Amtszeit war von Reformen und anhaltenden innenpolitischen Konflikten geprägt, schreibt die «Tagesschau».
Die Stichwahl ist für den 21. Juni angesetzt und entscheidet über den politischen Kurs. Beide Lager versuchen nun, zusätzliche Wähler zu mobilisieren im Land, so das «SRF».

Analysten verweisen laut der «Zeit» auf Mobilisierungsprobleme im ersten Wahlgang. Die niedrige Beteiligung könnte den Ausgang der Stichwahl weiterhin offen beeinflussen.












