Botschafter

    Diplomatischer Eklat: Brasilien ruft Botschafter in Argentinien zurück

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Brasilien,

    Nach dem umstrittenen Auftritt des argentinischen Staatschefs Javier Milei bei der Nominierung des rechtsgerichteten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat Brasilien seinen Botschafter in Buenos Aires zu Konsultationen zurückbeordert. Wie die Regierung in Brasília mitteilte, wurde zudem der argentinische Botschafter ins Aussenministerium einbestellt. Der diplomatische Eklat gilt als der schwerwiegendste zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarländern seit Jahrzehnten.

    Der brasilianische Senator Flavio Bolsonaro (r) hält eine Nationalflagge, während der argentinische Präsident Javier Milei ein argentinisches Trikot in der Hand hält - dies geschah ...
    Der brasilianische Senator Flavio Bolsonaro (r) hält eine Nationalflagge, während der argentinische Präsident Javier Milei ein argentinisches Trikot in der Hand hält - dies geschah ... - Keystone/AP/Ettore Chiereguini

    Beim Parteitag der Liberalen Partei (PL) von Bolsonaro hatte Milei am Vortag in Brasilien den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und die Justiz des Landes scharf kritisiert. Milei bezeichnete Lula (80) als «Dieb» und «Häftling». Zudem rief er dazu auf, dem «sozialistischen Abschaum» in Lateinamerika den Rücken zu kehren.

    «Es gibt keinen Präzedenzfall, in dem ein ausländischer Staatschef auf brasilianischem Staatsgebiet Angriffe und Beleidigungen gegen das Staatsoberhaupt, die demokratischen Institutionen – einschliesslich der Justiz – und das brasilianische Volk geäussert hat», erklärte das brasilianische Aussenministerium. Auch Finanzminister Dario Durigan griff Milei später an und bezeichnete ihn als «Clown».

    Auch der Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Axel Kicillof, distanzierte sich von Mileis Äusserungen und betonte, der Präsident repräsentiere nicht die Haltung der Argentinier.

    Brasilien ist die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas und Argentiniens wichtigster Handelspartner. Amtsinhaber Lula will sich im Oktober als Kandidat der linken Arbeiterpartei PT zur Wiederwahl stellen. Sein Hauptherausforderer Flávio Bolsonaro (45) ist der Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilten rechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, der seine Strafe aus gesundheitlichen Gründen unter Hausarrest verbüsst.

    Milei ist einer der prominentesten Vertreter der politischen Rechten in Lateinamerika. Während seiner Reise nach Brasilien beabsichtigte er, Jair Bolsonaro zu besuchen. Dies untersagte ihm der Richter Alexander de Moraes allerdings. In seiner Rede bei der Nominierung Flávio Bolsonaros bezeichnete der argentinische Präsident den einflussreichen Richter als «glatzköpfigen Müll».

    Argentiniens Botschafter Daniel Raimondi sei einbestellt worden, um Brasiliens Empörung über die Beleidigungen zum Ausdruck zu bringen und eine Erklärung einzufordern, erklärte das Aussenministerium. In der Diplomatie sind die Rückholung des eigenen Botschafters zu Konsultationen und die Einbestellung eines ausländischen Botschafters starke Zeichen des Missfallens oder Protests gegenüber der anderen Regierung.

    Kommentare

    User #1003 (nicht angemeldet)

    Ach Gott die kleinen Schulbuben wollen Staatsführer sein.🤮🤮

    User #5030 (nicht angemeldet)

    Besser als der Korrupte Linke Lula!

    Weiterlesen

    Taxi
    413 Interaktionen
    Spritpreis steigt
    weidel
    764 Interaktionen
    Abstiegssorgen

    MEHR IN POLITIK

    trump fed
    4 Interaktionen
    New York
    2 Interaktionen
    Schwerin
    5 Interaktionen
    Schwerin

    MEHR BOTSCHAFTER

    Trump
    13 Interaktionen
    Washington
    norwegen
    20 Interaktionen
    Moskau
    Petr Macinka
    2 Interaktionen
    Prag
    Moldau
    18 Interaktionen
    Chisinau

    MEHR AUS BRASILIEN

    Davis Cup
    4 Interaktionen
    Davis Cup
    Stan Wawrinka
    14 Interaktionen
    Davis Cup
    amazonas gold
    8 Interaktionen
    Rio de Janeiro