Wegen El Niño erklärt Kolumbien den nationalen Notstand
El Niño bedroht Kolumbien mit historischer Dürre. Präsident Petro rief den nationalen Katastrophenfall aus und mobilisiert Milliarden für Vorsorge.

Das Klimaphänomen El Niño hat in Lateinamerika begonnen und verschärft sich laut Fachleuten weiter. Regierungen in der Region bereiten sich auf Dürren, Waldbrände und Versorgungsengpässe vor, wie «Amerika21» berichtet.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen, es könnte sich um eines der intensivsten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Messungen handeln. Der menschengemachte Klimawandel erhöhe dabei das Risiko besonders schwerer Auswirkungen.
Kolumbiens Umweltministerium und Katastrophenschutzbehörden warnen vor einem starken Anstieg von Waldbränden und Ernteausfällen. Zudem drohen laut den Behörden erhebliche Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung.
Dekret soll Milliarden mobilisieren
Da Kolumbien seinen Strom grösstenteils aus Wasserkraft gewinnt, könnte anhaltende Trockenheit auch die Energieversorgung und die Strompreise treffen, berichtet «Amerika21». Präsident Gustavo Petro rief deshalb den nationalen Katastrophenfall aus.
Konkret erliess die Regierung das Dekret 0802 vom 23. Juli 2026, das für zwölf Monate gilt, berichtet «El Tiempo». Petro beantragte zudem die Verschiebung von vier Billionen Pesos (etwa eine Milliarde Franken) für die zuständige Katastrophenschutzbehörde.
Das Energie- und Bergbauministerium appellierte an die künftige Regierung, die erarbeiteten Notfallmassnahmen weiterzuführen. Minister Edwin Palma warnte laut «Amerika21» davor, bestehende Strategien aus politischen Gründen zu verwerfen.
Wirtschaftliche Folgen im Fokus
El Niño verbinde sich zunehmend gefährlich mit der Klimakrise, warnt Roberto Maldonado, Bereichsleiter Lateinamerika beim «WWF» Deutschland: «El Niño verstärkt die Effekte der Klimakrise und umgekehrt!»
Auch Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien würden von einer Trockenzeit unter El-Niño-Bedingungen hart getroffen, so Maldonado weiter. Besonders betroffen seien Landwirtschaft, Energieversorgung und Wasserhaushalt.
Die Weltwetterorganisation WMO warnte bereits im Juni vor einem mässigen bis starken El-Niño-Ereignis, wie das «SRF» berichtete. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Phänomen bis mindestens November anhalte, liege bei 90 Prozent.
El Niño könnte bis 2027 andauern
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo warnte laut «SRF» vor einem möglicherweise starken El-Niño-Ereignis.

Es werde Dürren und Starkregen verschärfen sowie das Risiko von Hitzewellen erhöhen.
Meteorologinnen und Meteorologen gehen davon aus, dass El Niño bis Anfang 2027 anhalten könnte. Internationale Organisationen mahnen laut «Amerika21», die verbleibende Vorlaufzeit für Vorsorgemassnahmen zu nutzen.












