Klingbeil will mit Macron Kapitalmarktunion vorantreiben
Lars Klingbeil und Emmanuel Macron wollen die europäische Kapitalmarktunion vorantreiben und die EU-Finanzmärkte enger verzahnen.

Der deutsche Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat in Paris mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über die europäische Kapitalmarktunion gesprochen. Dies geht aus einem Bericht der «Zeit» hervor.
Im Mittelpunkt stand ein einstündiges Vieraugengespräch über die Vertiefung der wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. Klingbeil habe Macron nach eigenen Angaben seine Pläne erläutert, gemeinsam mit Frankreichs Finanzminister Roland Lescure die Kapitalmarktunion voranzubringen.
Dabei sei er nach dem Treffen überzeugt gewesen, dass der französische Präsident das Vorhaben grundsätzlich unterstütze. Die Kapitalmarktunion ist seit Jahren ein EU-Projekt, das die Finanzmärkte stärker vereinheitlichen soll.
Kapitalmarktunion: Klingbeil fordert stärkere Integration
Nach Darstellung der «Zeit» gilt die unzureichende Integration der Kapitalmärkte im Vergleich zu den USA und China als struktureller Nachteil. Dies betrifft insbesondere die Mobilisierung privaten Kapitals.
Ziel der Kapitalmarktunion ist die Erleichterung grenzüberschreitender Investitionen innerhalb der Europäischen Union. Zudem sollen private Kapitalströme besser mobilisiert und Finanzierungswege für Unternehmen, insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe, verbreitert werden.
Klingbeil betonte laut der «Zeit» die Bedeutung europäischer Souveränität und wirtschaftlicher Resilienz im globalen Wettbewerb. Dabei sprach er von einem stärkeren europäischen Instrumentarium zur Durchsetzung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen.
G7-Gespräche zu globalen Risiken und Handel
Nach Angaben der «ZDFheute» wurden beim G7-Finanzministertreffen in Paris auch die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten diskutiert. Dabei standen insbesondere mögliche Auswirkungen auf Energiepreise und globale Handelsströme im Vordergrund der Beratungen.
Auch die Sicherheit der Strasse von Hormus war ein zentrales Thema der internationalen Gespräche. Die Route gilt als strategisch bedeutend für den weltweiten Transport von Erdöl und Flüssiggas.
Klingbeil betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung stabiler internationaler Handelsbeziehungen. Wirtschafts- und sicherheitspolitische Fragen würden in der internationalen Finanzpolitik zunehmend gemeinsam betrachtet.
G7, EU und Kapitalmarktunion
Beim G7-Treffen standen laut der «Vol» zusätzlich die Stabilität des Welthandels und geopolitische Risiken im Mittelpunkt. Die Finanzminister diskutierten dabei über die Auswirkungen internationaler Konflikte auf Lieferketten und Märkte.
Klingbeil habe der «ZDFheute» zufolge die Notwendigkeit betont, europäische Interessen im globalen Wettbewerb stärker zu koordinieren. Dabei gehe es auch um die langfristige Stärkung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit der Europäischen Union.

Wie die «Zeit» berichtet, arbeitet Klingbeil innerhalb der EU mit mehreren Staaten an einer Gruppe sogenannter «Tempomacher». Diese sollen Reformen zur Kapitalmarktunion beschleunigen und weitere Mitgliedstaaten zur Beteiligung bewegen.
















