Damaskus

Kämpfe in Syrien - IS-Lager al-Hol «kocht» von innen

Keystone-SDA
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Syrien,

Inmitten anhaltender Spannungen in Nordsyrien zwischen kurdischen Milizen und Regierungstruppen wächst die Sorge vor Ausbrüchen und unkontrollierten Freilassungen inhaftierter Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

ARCHIV - Häftlinge, die beschuldigt werden, Kämpfer des Islamischen Staates (IS) zu sein, sitzen in einer Zelle des von den Demokratischen Kräften Syriens betriebenen Gweiran-Gefäng...
ARCHIV - Häftlinge, die beschuldigt werden, Kämpfer des Islamischen Staates (IS) zu sein, sitzen in einer Zelle des von den Demokratischen Kräften Syriens betriebenen Gweiran-Gefäng... - Keystone/AP/Bernat Armangue

Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) kämpfen seit dem syrischen Bürgerkrieg an der Seite einer der von den USA angeführten Koalition gegen den IS. Die Terrormiliz kontrollierte einst grosse Gebiete unter anderem in Syrien. Heute gilt sie als militärisch besiegt. Zehntausende ihrer Kämpfer sitzen heute in von den SDF kontrollierten Gefängnissen im Nordosten Syriens.

Nach Angaben der kurdischen Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien ist es im Zuge der aktuellen Kämpfe zwischen den SDF und Regierungstruppen und mit ihr verbündete Gruppen bereits zu Ausbruchsversuchen in mehreren IS-Gefängnissen gekommen. Ein Verantwortlicher im berüchtigten al-Hol-Camp nahe der irakischen Grenze sagte der Nachrichtenagentur DPA, das Lager «kocht» derzeit von innen.

Eigentlich sollte nach Angaben aus Damaskus nach erneuten Gefechten seit gestern ein Waffenstillstand gelten. Die Übergangsregierung sollte dem Abkommen nach auch die Kontrolle über die IS-Lager und Gefängnisse übernehmen. «Wenn die Übergabe von Gefängnissen, insbesondere in denen sich IS-Kämpfer oder deren Familienangehörige befinden, nicht überwacht wird, können diese Personen später leicht zu tickenden Zeitbomben werden», so der Verantwortliche. Es bestehe die Gefahr von Flucht oder unkontrollierten Freilassungen.

Kurdische Verantwortliche fürchten, ein Kontrollverlust über die Gefängnisse könnte die gesamte Region destabilisieren. SDF-Sprecher Farhad Schami sagte, dass mit der Regierung verbündeten Kräfte Gefangene in Dair as-Saur freigelassen hätten. Die syrische Regierung wies diese Vorwürfe zurück.

Ein IS-Gefängnis bei al-Schaddadi wurde nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte von bewaffneten Gruppen angegriffen. Es habe heftige Zusammenstösse mit dem kurdischen Sicherheitspersonal gegeben, sagte der Direktor der in Grossbritannien ansässigen Organisation. Rami Abdel-Rahman, der dpa. Die SDF warfen mit Damaskus verbündeten Fraktionen vor, bereits mehrfach probiert zu haben, das Gefängnis anzugreifen. Es soll Tote und Verletzte gegeben haben. In dem Gefängnis sind Tausende IS-Kämpfer untergebracht.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete unter Berufung auf die Armee, dass das Militär in die Stadt al-Schaddadi vorgerückt sei. Die Armee warf den SDF vor, IS-Mitglieder aus dem Gefängnis dort freigelassen zu haben.

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