Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro sieht für seine Zukunft nur drei mögliche Wege: «Ins Gefängnis zu kommen, tot zu sein oder siegreich.»
Brasiliens rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro
Brasiliens rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Jair Bolsonar sieht nur drei Wege für seine Zukunft: Tod, Haft oder Wahlsieg.
  • Laut Medienberichten will er bei der Präsidentschaftswahl 2022 erneut kandidieren.
  • Brasiliens Oberster Gerichtshof hat mehrere Ermittlungen gegen Bolsonaro eingeleitet.

Brasiliens umstrittener rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro sieht in seiner Wiederwahl kommendes Jahr offenbar eine existentielle Notwendigkeit, um sich vor juristischer Verfolgung zu schützen.

«Ich habe für meine Zukunft drei Alternativen», sagte Bolsonaro am Samstag bei einem Treffen mit evangelikalen Christen im zentralbrasilianischen Goiania. «Ins Gefängnis zu kommen, tot zu sein oder siegreich.»

Jair Bolsonaro: «Ich tue, was nötig ist.»

«Sie können sich sicher sein, dass die erste Alternative nicht existiert», fügte der Präsident hinzu. «Ich tue, was nötig ist, und ich schulde niemandem etwas.» Örtlichen Medien zufolge will Bolsonaro bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr erneut kandidieren.

Bolsonaro
Ein Anhänger des Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro von der Sozialliberalen Partei kauft eine brasilianische Flagge - keystone

Brasiliens Oberster Gerichtshof hat mehrere Ermittlungen gegen Bolsonaro eingeleitet. Anfang August ordnete sein Richter Alexandre de Moraes Ermittlungen gegen den Staatschef wegen «Anstiftung zu einem Verbrechen» und «Verleumdung» an.

Bolsonaro übte am Samstag erneut Kritik am Obersten Gerichtshof sowie am Obersten Wahlgericht. «Niemand auf Erden wird mich einschüchtern», versicherte er. Am Mittwoch war Bolsonaro mit der Forderung gescheitert, de Moraes, der sowohl dem Obersten Gerichtshof als auch dem Obersten Wahlgericht angehört, abzusetzen. Hintergrund sind Vorwürfe des Präsidenten, das seit 1996 genutzte elektronische Wahlsystem in Brasilien sei nicht rechtens.

Bolsonaro ruft Volk zu Bewaffnung auf

Bolsonaro ist unter anderem umstritten, weil er die Gefahren durch das Coronavirus immer wieder herunterspielte. Bei seinem Besuch in Goiania trat er laut Bildern aus Online-Netzwerken erneut ohne Maske vor eine Menschenmenge. Er appellierte an die Evangelikalen, die entscheidenden Anteil an seinem Wahlsieg 2018 hatten, am 7. September an Kundgebungen zu seiner Unterstützung teilzunehmen.

Der brasilianische Rechtspopulist Bolsonaro. (Archivbild) - Keystone

Vor seiner Reise nach Goiania, der Hauptstadt des Bundesstaates Goiás, hatte Bolsonaro die Brasilianer am Freitag aufgerufen, sich zu bewaffnen. «Alle müssen ein Gewehr kaufen. Ein bewaffnetes Volk wird niemals unterworfen», sagte er. Zu Einwänden, wegen der Inflation im Land könnten sich viele keine Waffe leisten, sagte Bolsonaro: «Ein Idiot könnte sagen 'man muss Bohnen kaufen'. Mein Lieber, wenn Du kein Gewehr kaufen willst, stör nicht diejenigen, die eins kaufen wollen.»

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