Israels Oppositionsführer warnt vor erneuter Wahlniederlage

Keystone-SDA
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Israel,

Mit Blick auf die Parlamentswahl in diesem Jahr hat Israels Oppositionsführer Jair Lapid das liberale Lager im Land eindringlich zur Einheit aufgerufen.

ARCHIV - Israels Oppositionsführer Jair Lapid spricht in der Knesset. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa/Archivbild
ARCHIV - Israels Oppositionsführer Jair Lapid spricht in der Knesset. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa/Archivbild - Keystone/AP/Ohad Zwigenberg

Andernfalls drohe erneut eine Wahlniederlage gegen das rechtsreligiöse Bündnis von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, warnte er nach Medienberichten bei einer Fraktionssitzung.

Zwei Jahre lang habe er auf die Frage nach dem Ausgang der nächsten Wahl stets geantwortet: «Wir werden gewinnen», sagte Lapid. «Das kann ich jetzt nicht mehr sagen.»

Jüngste Meinungsumfragen – ebenso wie «sehr beunruhigende Tiefenstudien, die nicht veröffentlicht wurden» – zeigten, dass ein Sieg des liberalen Lagers keineswegs sicher sei.

Der Vorsitzende der in der politischen Mitte verorteten Zukunftspartei mahnte: «Wenn wir nicht zur Besinnung kommen, werden wir verlieren. Wenn wir weiter gegeneinander arbeiten, werden wir verlieren.»

Das Spektrum der Oppositionsparteien reicht von rechts bis links und schliesst auch Repräsentanten der arabischen Minderheit ein. Das Oppositionslager will Netanjahus Regierung ablösen, tut sich aber wegen interner Konflikte häufig schwer, an einem Strang zu ziehen.

Regulär soll am 27. Oktober ein neues israelisches Parlament gewählt werden. Nach Medienberichten könnten die Wahlen jedoch vorgezogen werden, falls Netanjahus rechtsreligiöse Regierung bei der Verabschiedung des Haushalts scheitert.

In diesem Fall müssten die Bürger möglicherweise bereits im Juni an die Wahlurnen.

Netanjahu, bereits der am längsten amtierende Regierungschef der israelischen Geschichte, strebt eine weitere Amtszeit an. Nach dem Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 galt er zunächst als politisch angeschlagen.

Inzwischen gilt seine Position jedoch wieder als stabiler. Netanjahu weigert sich weiterhin, Verantwortung für die Versäumnisse zu übernehmen, die den Überfall am 7. Oktober möglich machten.

Kommentare

User #2806 (nicht angemeldet)

Diese Langzeitpräsidenten bringen der Bevölkerung in der Regel nichts Gutes z.B. Türkei, Russland, Iran, Nord-Korea, Belarus, etc. - leider inzwischen auch Israel. Die Liste ihrer Schandtaten ist lang. Einmal den Zenit erreicht, gewöhnen sie sich an Macht und Geld. Und deshalb klammern sie sich an der Macht - zu Ungunsten des Volkes und ihrer politischen und wirtschaftlichen Partner. Diesen Staatsführern, die sich so aufführen als würde ihnen persönlich das Land gehören muss man klar machen, dass ihnen das Land keinesfalls gehört, sondern der Bevölkerung. Die Freiheit der Menschen muss auf der ganzen Welt gewährleistet sein. Das wäre Aufgabe der UNO - die übrigens eine trumpsche "Parallel-UNO" konsequent, laut und deutlich ablehnen muss.

User #1718 (nicht angemeldet)

Die Israelis sollen an der Urne entscheiden, wie ihre Regierung aussieht. Es sollten endlich alle die selben Rechte und Pflichten haben, was leider nicht so ist.

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