Israel soll ab 2027 keine US-Militärhilfe mehr erhalten
Trump streicht die jährliche US-Militärhilfe für Israel ab 2027. Es geht um rund vier Milliarden Dollar, die Israel bisher erhielt.

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag das Aus für die jährliche Militärhilfe an Israel ab 2027 verkündet. Laut «Euronews» geht es um rund vier Milliarden Dollar (etwa 3,2 Milliarden Franken) pro Jahr, die bisher aus Washington flossen.
Trump sagte in einem Telefoninterview mit einem US-Sender, Israel brauche das Geld nicht mehr. «Schauen Sie, wir geben ihnen Waren und Geld im Wert von vier Milliarden Dollar, und sie brauchen das nicht.»
Die Idee habe zuerst der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorgebracht, sagte Trump im Interview. Beide sprächen seit einigen Jahren darüber, und Trump verband den Schritt mit dem laufenden Wahlkampf.
Scharfe Kritik an der Entscheidung
Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, bei der jüngsten Wahl Netanjahus Hauptrivale, kritisierte den Vorgang scharf, schreibt die «Rhein-Neckar-Zeitung». Dem Ministerpräsidenten sei nicht länger zu vertrauen, er müsse abgelöst werden, sagte Eisenkot demnach.
Der linksliberale Oppositionspolitiker Gilad Kariv will Netanjahu in Kürze vor einen Parlamentsausschuss laden. Der Regierungschef soll dort sämtliche Einzelheiten seines Deals mit Trump über die Militärhilfe offenlegen.
Das israelische Finanzministerium sei von der Mitteilung überrascht worden, berichtet die «Rhein-Neckar-Zeitung» unter Verweis auf ein Nachrichtenportal. Würde die Hilfe tatsächlich zum Jahresende gestoppt, läge das zwei Jahre früher als ursprünglich geplant.
Rüstungsverkäufe statt Hilfe für Israel
Statt direkter Hilfe sollen laut Trump verstärkt Rüstungsverkäufe in den Mittelpunkt rücken, schreibt «IT Boltwise».

In Washington werde der Schritt vor allem als politisches Signal verstanden, so das Portal.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs 2023 flossen unter Biden und Trump mindestens 21,7 Milliarden Dollar (etwa 17,7 Milliarden Franken) an Militärhilfe.












