Eisenkot warnt Israels Armee vor Druck durch Netanjahu
Gadi Eisenkot appelliert an Israels Sicherheitsorgane und richtet eine Warnung an Netanjahu. Das Wahlergebnis bleibt offen.

Gadi Eisenkot hat sich in der Wahlnacht direkt an Israels Sicherheitsorgane gewandt, berichtet die «Welt». Der Oppositionsführer erklärte sich nach den ersten Hochrechnungen zum Sieger und kündigte eine neue Regierung an.
Netanjahu sei ein Ministerpräsident auf Abruf ohne Mandat und ohne das Vertrauen der Bevölkerung, sagte Eisenkot. Er richtete den Appell an die Spitzen des Sicherheitsapparats und sicherte ihnen uneingeschränkte Rückendeckung zu.
Eisenkot fuhr fort: «Bedenken Sie, dass Sie allein dem Staat und den Interessen der israelischen Bürger dienen.» Dem Regierungschef rief er zu: «Netanjahu – wagen Sie es nicht, Israels Sicherheit für Ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren.»
Keine klare Mehrheit
Netanjahu drohte dem Iran am Sonntag in einem Video auf X mit neuen Angriffen, berichtet die «Welt». Generalstabschef Eyal Zamir weigere sich dem Bericht zufolge strikt, erneuten Luftschlägen gegen den Iran zuzustimmen.
US-Präsident Donald Trump erklärte, es werde zunächst keine weiteren amerikanischen Angriffe auf den Iran geben. Nach Informationen der «Welt» gibt es im israelischen Oberkommando keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden iranischen Angriff.
Netanjahus Likud wurde laut ersten Prognosen stärkste Kraft, sein Lager verlor aber die Mehrheit, schreibt die «Jüdische Allgemeine». Auch das Lager Eisenkots hat keine klare Mehrheit, doch den arabischen Parteien könnte eine Schlüsselrolle zufallen.
Eisenkot fordert Rückzug von Netanjahu
Die Wähler hätten sich gegen eine weitere Amtszeit von Netanjahu entschieden, sagte Eisenkot vor Anhängern, berichtet die «Jüdische Allgemeine». Ein aufrechter Anführer würde sich nach einem solchen Ergebnis «aus dem politischen Leben zurückziehen», fügte er hinzu.

Die arabischen Parteien könnten laut Jan Busse von der Universität der Bundeswehr München den Ausschlag geben, berichtet «ZDFheute». Laut Busse lehnte Eisenkot eine Zusammenarbeit mit ihnen mehrfach ab, bei einem Bruch könnten Partner seines Lagers abspringen.
Präsident Jizchak Herzog kann nach dem israelischen Wahlrecht weitgehend frei entscheiden, wen er mit der Regierungsbildung beauftragt, so die «Welt». Die Prognosen sind erste Schätzungen, das Kräfteverhältnis kann sich bei der Auszählung noch ändern.











