Trump: «Erfolgreichste 2-Jahresperiode der Geschichte»
Trotz Wahlschlappe denkt US-Präsident Donald Trump nicht an einen Kurswechsel: Er verteidigt seine Politik, lobt den Iran-Krieg und zeigt keine Reue.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Republikaner verlieren deutlich, und Trump verspricht, das Wahlergebnis zu akzeptieren.
- Trump gibt zwar zu, dass seine Partei verloren hat, sieht aber keine Fehler in seiner Politik und verteidigt den Iran-Krieg.
- Nach den Wahlniederlagen herrschte im Weissen Haus eine düstere Stimmung.
Die Republikaner mussten bei den Zwischenwahlen deutliche Verluste hinnehmen. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin an, das Wahlergebnis zu akzeptieren.
Den Demokraten gratulierte er sogar zum Sieg: «Herzlichen Glückwunsch an die Demokraten. Sie haben gute Arbeit geleistet.»
Die Demokraten hätten lange auf diesen Moment hingearbeitet. In einem Telefoninterview mit der «New York Times» zeigt sich Trump zudem offen für eine Zusammenarbeit.
Trump macht sich selbst für die Niederlage verantwortlich – allerdings auf ungewöhnliche Weise.
Er sagt, die Partei habe verloren, weil er nicht auf dem Stimmzettel gestanden habe. «Ich stand nicht zur Wahl. Und weil ich nicht auf dem Stimmzettel stand, konnten wir nicht genügend Menschen dazu bringen, wählen zu gehen.»
Trotz der Verluste zeigt sich Trump nicht reumütig. Er bereue keine seiner Entscheidungen aus den ersten zwei Jahren seiner zweiten Amtszeit. «Ich halte sie für die erfolgreichste Zweijahresperiode in der Geschichte eines Präsidenten», sagt er.
Trump lobt Kriegsentscheid gegen Iran
Auch seine Entscheidung, einen Krieg gegen den Iran zu beginnen, verteidigt Trump. Er bezeichnet sie als «sehr weise Entscheidung».
Gleichzeitig räumt er ein, dass die gestiegenen Benzinpreise – eine Folge des Krieges – die Wähler unzufrieden gemacht hätten. «Der Iran war ihnen nicht so wichtig, aber mit den Ölpreisen waren sie wahrscheinlich nicht zufrieden», sagte er.
Zur Zusammenarbeit mit den Demokraten zeigt sich Trump grundsätzlich bereit. Besonders bei der Schuldenobergrenze sieht er Potenzial.
«Ich habe ein uneingeschränktes Vetorecht, also müssen sie auf uns zukommen», sagt er. «Und wenn sie gute Ideen haben, bin ich selbstverständlich offen dafür, darüber zu sprechen.»

Die Stimmung im Weissen Haus war am Wahlabend gedrückt. Vizepräsident JD Vance, Aussenminister Marco Rubio und weitere hochrangige Mitarbeiter verfolgten die Ergebnisse gemeinsam mit Trump. Anwesende beschrieben die Atmosphäre als «düster» und «wie bei einer Beerdigung».
Trumps Berater geraten in die Kritik
Im Laufe des Abends soll Trump seinen Unmut über seine politischen Berater geäussert haben. Er warf ihnen vor, ihn mit falschen Umfragedaten versorgt zu haben. Dies berichteten laut «New York Times» anonyme Quellen. Ein Sprecher des Weissen Hauses widersprach dieser Darstellung.
Während des Wahlkampfs hatte Trump wiederholt optimistische Töne angeschlagen. Er behauptete etwa, die Inflation sei «besiegt».
Dies obwohl die Verbraucherpreise im September laut Bericht 3,7 Prozent über dem Vorjahr lagen. Versprechen wie «Trump-Dividenden» von 5000 Dollar pro Erwachsenen blieben Teil seiner Botschaft.
Am Vorabend der Wahl trat Trump am Reflecting Pool beim Lincoln Memorial in Washington auf. Er sagte: «Wir haben wirklich alles gegeben.»
Den letzten Wahlkampftag verbrachte er damit, Beiträge in sozialen Medien zu veröffentlichen. Darunter auch Angriffe auf Medien und politische Gegner.

















