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    Bürgenstock: Iran bläst Verhandlungen nach Trump-Drohung ab

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Elena Hatebur

    Bern,

    Nach wochenlangem Tauziehen treffen sich die USA und der Iran auf dem Bürgenstock doch noch zu heiklen Gesprächen.

    vance
    US-Vizepräsident JD Vance ist mittlerweile in der Schweiz. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Sonntag kommt es in der Schweiz zu Gesprächen zwischen dem Iran und den USA.
    • Die iranische Delegation ist am Samstagabend gelandet.
    • Von den USA werden JD Vance und Steve Witkoff anwesend sein.
    • Der genaue Zeitplan für die Gespräche ist weiterhin unbekannt.

    Es war ein Hin- und Her bezüglich Gespräche auf dem Bürgenstock.

    Erst wurden die Friedensverträge in Versailles unterzeichnet. Dann das Treffen in der Zentralschweiz abgesagt. Nun kommt es am Sonntag doch noch zum Gipfel.

    Die aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker:

    Gespräche «unterbrochen, aber nicht beendet»

    Die Gespräche zwischen dem Iran und den USA seien «unterbrochen, aber nicht beendet». Das sagte eine iranische Quelle der Nachrichtenagentur Reuters.

    Aus Protest habe die iranische Delegation den Bürgenstock verlassen und sich in ihre Unterkunft zurückgezogen. Ob es den Vermittlern gelingt, beide Seiten wieder an einen Tisch zu bringen, ist derzeit offen.

    Iran bläst Verhandlungen nach Trump-Drohung ab

    Die iranische Delegation soll den Bürgenstock verlassen haben. Aus Protest gegen Trumps Drohungen, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine dem Verhandlungsteam nahestehende Quelle berichtet.

    Ob die Delegation effektiv abgereist ist, lässt sich derzeit nicht verifizieren.

    Irans Delegation
    Irans Delegation soll den Bürgenstock-Gipfel aus Protest verlassen haben. - keystone

    Zuvor hatte Irans Chefunterhändler, Mohammad Qalibaf, die USA gemahnt, mit ihren Aussagen vorsichtiger umzugehen. Trump hatte via Truth Social erklärt, dass man den Iran «sehr hart» treffen werde, sollte das Land seine Stellvertreter im Libanon nicht in die Schranken weisen.

    In einem Telefonat mit «Fox News» hatte der US-Präsident zudem gedroht, die Strasse von Hormus notfalls zu übernehmen, sollte man keine Einigung erzielen.

    Und damit nicht genug: Gemäss CNN soll er zu iranischen Beamten gesagt haben, dass die Iraner kein Land mehr hätten, sollten sie die wichtige Meerenge schliessen. «Ihr werdet nicht einmal mehr in euer verdammtes Land zurückkehren können.»

    Bundesrat Cassis trifft Pakistans Premier

    Bundesrat Iganzio Cassis hat sich am Rande der Verhandlungen auf dem Bürgenstock mit dem pakistanischen Premierminister Shebaz Sharif ausgetauscht. Die Schweiz lege grossen Wert auf Vermittlung und Dialog, betonte Cassis.

    Cassis Sharif
    Ignazio Cassis mit dem pakistanischen Premierminister Shebaz Sharif. - X

    Man schätze die wichtige Rolle Pakistans bei der Unterstützung der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

    Iran wägt Optionen nach Trumps Äusserungen ab

    Kurz nach den jüngsten Drohungen von Donald Trump werden die Töne zwischen den Verhandlungsparteien schärfer. Irans Chefunterhändler Mohammad Qalibaf mahnte die US-Delegation, mit ihren Aussagen vorsichtiger umzugehen.

    Trump hatte zuvor auf Truth Social erklärt, Teheran müsse seine Stellvertreter im Nahen Osten unter Kontrolle bringen. Andernfalls werde die USA den Iran erneut «sehr hart treffen».

    Laut iranischen Medien legte die iranische Delegation daraufhin Protest ein und prüft nun ihre weiteren Optionen.

    «Wir messen den Drohungen der Amerikaner keinerlei Bedeutung bei; wir sind bereit, darauf zu reagieren», sagte Qalibaf. «Machen sie sich nicht selbst klar, dass sie heute nicht an diesem Punkt der Verzweiflung angelangt wären, wenn ihre Drohungen irgendeine Wirkung gehabt hätten?»

    Gespräche nach 80 Minuten beendet

    Nach rund 80 Minuten ist die erste Gesprächsrunde auf dem Bürgenstock zu Ende gegangen. Nach Angaben des staatlichen iranischen Senders «IRIB» stand das iranische Atomprogramm dabei überraschend nicht auf der Traktandenliste.

    Stattdessen konzentrierten sich die vier Delegationen offenbar auf den 14-Punkte-Plan sowie die angespannte Lage im Libanon.

    Cassis trifft Vance

    Bundesrat Ignazio Cassis hat auf dem Bürgenstock US-Vizepräsident JD Vance getroffen. Das teilte der Aussenminister auf X mit. Demnach hätten sich die beiden über die laufenden Gespräche zur Umsetzung des Friedensabkommens ausgetauscht.

    Cassis Vance
    Cassis hat gemäss eigenen Angaben die guten Dienste der Schweiz angeboten. - X

    «Als Schutzmacht für die US-Interessen im Iran seit fast einem halben Jahrhundert unterhält die Schweiz vertrauensvolle Beziehungen zu beiden Parteien», schrieb Cassis. «Ich habe unsere guten Dienste angeboten, wann immer sie benötigt werden.»

    Wie weit die Gespräche zwischen dem Iran, den USA sowie den Vermittlerstaaten derzeit fortgeschritten sind, bleibt allerdings unklar. Iranischen Medienberichten zufolge lehnte die iranische Delegation ein gemeinsames Foto mit der US-Delegation ab. Auch eine symbolträchtige Handschlagszene soll nicht zustande gekommen sein.

    Trump droht dem Iran erneut

    US-Präsident Donald Trump hat in einem neuen Post auf der Plattform Truth Social den Iran aufgefordert, seine «hoch bezahlten Stellvertreter» im Libanon in die Schranken zu weisen. Diese müssten sofort aufhören, Unruhe zu stiften. «Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen», drohte Trump.

    Zwar nannte Trump die libanesische Hisbollah-Miliz nicht namentlich, sondern spricht von sogenannten Proxys (Stellvertretern). Doch die Gruppe gilt als Teherans wichtigster politischer und militärischer Partner im Libanon und auch als sein wichtigstes Einflussinstrument.

    Vance spricht von «grossen Fortschritten»

    US-Vizepräsident JD Vance hat zum Auftakt der Gespräche auf dem Bürgenstock von «grossen Fortschritten» gesprochen. In seiner Eröffnungsrede bezeichnete er das Treffen als «historisch». «Wir sehen jetzt eine gemeinsame Zukunft, in der alle zusammenarbeiten können, um Frieden und Wohlstand zu fördern», sagte Vance.

    JD Vance
    US-Vizepräsident JD Vance zeigt sich auf dem Bürgenstock zuversichtlich. - keystone

    Angesprochen auf die angespannte Lage im Libanon räumte der US-Vizepräsident ein, solche Entwicklungen seien «immer ein bisschen chaotisch». Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden dort am Samstag 20 Menschen getötet.

    Trotz der jüngsten Eskalation zeigte sich Vance optimistisch. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Stand der Dinge im Libanon», sagte er am Sonntag. «Es gibt noch einiges zu tun, aber wir werden weiter daran arbeiten.»

    Polizei Luzern muss mehrere Posten schliessen

    Der Bürgenstock-Einsatz hat Folgen für die Kantonspolizei Luzern: Anfang kommender Woche bleiben mehrere Polizeiposten vorübergehend geschlossen, weil zahlreiche Polizisten während der Friedensgespräche im Einsatz stehen.

    Polizisten
    Polizisten im Einsatz auf dem Bürgenstock. - keystone

    Die allgemeine Einsatzbereitschaft werde dadurch nicht eingeschränkt, betont die Polizei in einer Medienmitteilung am Sonntag. Betroffen seien ausschliesslich Schaltergeschäfte. Für verschiedene Anzeigen stehe weiterhin der Onlineposten zur Verfügung.

    Irans Präsident signalisiert USA schriftlichen Verzicht auf Atombombe

    Der iranische Präsident Massud Peseschkian zeigt sich bereit, den USA auch schriftlich zu garantieren, dass der Iran künftig kein Atomwaffenprogramm verfolgen werde.

    «Falls notwendig, können wir schriftlich festhalten, dass wir nicht beabsichtigen, eine Atombombe zu bauen», sagte Peseschkian laut Nachrichtenagentur Irna. Ob eine solche Zusicherung Teil der laufenden Gespräche mit den USA in der Schweiz sein wird, liess er offen.

    Der iranische Präsident Massud Peseschkian
    Irans Präsident Massud Peseschkian. - keystone

    Peseschkian verwies erneut darauf, dass bereits der frühere oberste Führer Ali Chamenei aus religiösen Gründen die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen abgelehnt habe.

    Chamenei war bei den militärischen Angriffen der USA und Israels am 28. Februar getötet worden und wurde anschliessend von seinem Sohn Modschtaba beerbt. Die politische Führung der Islamischen Republik beteuert stets, sie strebe nicht nach Atomwaffen.

    Trilaterales Treffen zwischen den USA, Iran und Katar begonnen

    Auf dem Bürgenstock hat laut dem iranischen Staatsfernsehen ein trilaterales Treffen zwischen den USA, dem Iran und Katar begonnen. Auf der Tagesordnung standen der andauernde Krieg im Libanon und die eingefrorenen iranischen Gelder.

    Dieses Gespräch ging der formellen Eröffnung des Bürgenstock-Gipfels voraus. Der Iran wolle nach den jüngsten israelischen Angriffen Garantien für einen Waffenstillstand im Libanon, bevor er ein endgültiges Abkommen mit Washington aushandle.

    Das Land wünsche zudem die Freigabe von sechs Milliarden Dollar, die beschlagnahmt wurden.

    Konkreter Zeitplan für US-Iran-Gespräche weiterhin unklar

    Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon werfen ihren Schatten auch auf die Friedensgespräche auf dem Bürgenstock.

    Einen offiziellen Fahrplan gibt es für die Öffentlichkeit bislang nicht. Laut Esmaeil Baghaei, Sprecher des iranischen Aussenministeriums, ist das Treffen zwischen dem Iran, den USA sowie den Vermittlern Katar und Pakistan für den Nachmittag vorgesehen.

    Bürgenstock
    Auf dem Bürgenstock kommt es heute nun doch noch zum Gipfel. Der genaue Zeitplan ist unbekannt. - keystone

    Schon zuvor soll sich Teheran mit Katar und Pakistan austauschen. Auch direkte Gespräche zwischen dem Iran und den USA dürften nach Angaben Baghaeis bereits im Laufe des Vormittags stattgefunden haben.

    Lange sollen die Gespräche allerdings nicht dauern: Nach aktuellem Stand ist lediglich ein Verhandlungstag vorgesehen.

    Cassis trifft Irans Aussenminister Abbas Araghtschi

    Aussenminister Ignazio Cassis hat bei einem Treffen am Morgen auf dem Bürgenstock Gespräche mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi geführt. Das Gespräch fand vor dem offiziellen Beginn des «Vierwaldstättersee-Gipfels» zwischen der iranischen und der amerikanischen Delegation statt.

    Cassis Abbas Araghtschi
    Ignazio Cassis und Abbas Araghtschi auf dem Bürgenstock. - keystone

    Auch mit dem Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, hat sich Cassis ausgetauscht. Die beiden hätten sich über die jüngsten Entwicklungen im Iran und die weiteren Schritte unterhalten, schrieb Grossi auf X.

    Er dankte der Schweiz zudem für ihre langjährige Unterstützung und ihr diplomatisches Engagement. «In dieser kritischen Phase ist es wichtig, der Diplomatie jede Chance auf Erfolg zu geben», schrieb Grossi.

    Gespräche starten im Verlauf des Vormittags

    Nach tagelangem Hin und Her sollen die Gespräche zwischen den USA und dem Iran im Verlauf des Sonntagvormittags auf dem Bürgenstock NW starten. Das teilte das Schweizer Aussenministerium mit. Die Delegationen werden angeführt von US-Vizepräsident J.D. Vance und dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf.

    Bürgenstock Ressort Ukraine-Krieg Friedensgipfel
    Das geplante Treffen auf dem Bürgenstock soll am Sonntag stattfinden. - Bürgenstock Ressort

    Vance und seine Ehefrau waren laut dem Sprecher des US-Vizepräsidenten um 05.59 Uhr Ortszeit in Emmen LU gelandet. Wenig später kam der pakistanische Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif als Vermittler in der Schweiz an, wie sein Büro auf X mitteilte. Zur pakistanischen Delegation gehört auch der pakistanische Armeechef, Asim Munir.

    Pakistans Premier in der Schweiz gelandet

    Der pakistanische Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif ist für Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz eingetroffen. Das teilte das Büro des Premierministers am Sonntagmorgen auf dem Kurznachrichtendienst X mit.

    sharif Iran USA
    Shehbaz Sharif hat den Deal zwischen den USA und Iran vermittelt. - keystone

    Auch der pakistanische Armeechef, Asim Munir, sei in der Schweiz. Munir gilt als der Hauptvermittler in den Gesprächen zwischen Teheran und Washington. Er und Sharif nähmen an den Verhandlungen auf dem Bürgenstock teil, schrieb das Büro des Premierministers auf X weiter.

    Sieben Tote bei neuen Angriffen Israels im Libanon

    Während auf dem Bürgenstock die Verhandlungen anlaufen, wird im Nahen Osten weiter gekämpft. Bei erneuten israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach dortigen offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen getötet worden.

    Laut libanesischen Sicherheitskreisen überwachen israelische Bodentruppen einen strategisch wichtigen Hügel nahe der Stadt Nabatija genau, auch wenn sie dort noch nicht die Kontrolle übernommen haben.

    Die Hisbollah soll hier mehrere Tunnel und Höhlen nutzen, wo sich auch Hisbollah-Kämpfer und Kommandeure von Irans Revolutionsgarde verstecken sollen.

    JD Vance ist in Emmen LU gelandet

    US-Vizepräsident JD Vance ist am Sonntag in der Schweiz auf dem Bürgenstock eingetroffen. Dort sollen Gespräche mit dem Iran über eine dauerhafte Beendigung des Kriegs im Nahen Osten stattfinden.

    Vance und seine Ehefrau landeten laut seinem Sprecher um 05.59 Uhr Ortszeit auf dem Militärflugplatz Emmen bei Luzern. Anschliessend reisten sie zum Bürgenstock weiter, wo die Gespräche mit der iranischen Delegation stattfinden sollen.

    Iran-Delegation in der Schweiz

    US-Vizepräsident JD Vance ist am Samstag von Washington in die Schweiz abgeflogen. Dies teilte sein Sprecher vor Beginn der für Sonntag geplanten Gespräche mit dem Iran mit. Derweil ist die iranische Delegation bereits in der Schweiz angekommen.

    iran
    Das Aussendepartement begrüsst die iranische Delegation. - x

    «Ich bestätige die Ankunft der iranischen Delegation in der Schweiz», sagte der Kommunikationschef des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Nicolas Bideau, am Samstagabend der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Die Delegation reist zurzeit auf den Bürgenstock im Rahmen der Umsetzung der zwischen den USA und dem Iran unterzeichneten Absichtserklärung».

    Spannungen zwischen den USA und dem Iran

    Besonders die Kämpfe im Libanon hatten zuletzt für Spannungen zwischen Washington und Teheran geführt. Der Iran hatte deshalb am Samstag eine Schliessung der Strasse von Hormus verkündet.

    Donald Trump
    Noch immer das wichtigste Druckmittel des Iran: Die Strasse von Hormus. - keystone

    Wenige Stunden vor dem Abflug hatte noch Unklarheit über den Zeitplan der Reise geherrscht. Ursprünglich waren die Gespräche mit dem Iran bereits für Freitag angesetzt.

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    Kommentare

    User #3697 (nicht angemeldet)

    Wir von der SVP stehen fest an der Seite von Präsident Donald Trump ☝️!! Trömp ist gut für die Schweiz!!

    User #4657 (nicht angemeldet)

    Immer wieder staune ich, wie Wähler glauben, die SVP würde für das Schweizer Volk arbeiten.

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