Nach Bürgenstock: USA lockern Öl-Sanktionen bis Ende August
Nach dem historischen Spitzentreffen zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock geht es nun auf Arbeitsebene weiter. Das Neueste gibt es im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- USA und Iran trafen sich auf dem Bürgenstock zu direkten Gesprächen auf höchster Ebene.
- Ziel ist gemäss Vermittlern Katar & Pakistan ein finales Abkommen innerhalb von 60 Tagen.
- Ein Gesprächskanal soll Zwischenfälle in der Strasse von Hormus künftig verhindern.
Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock NW ist am Sonntag zu Ende gegangen – verlief aber nicht reibungslos.
US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammed Ghalibaf sassen sich in einem als «historisch» bezeichneten Format gegenüber, das in fast 50 Jahren als nahezu beispiellos gilt.
Die Lage im Libanon und scharfe Töne von Donald Trump sorgten jedoch zwischenzeitlich für Spannungen.
Die aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker:
US-Aussenminister Marco Rubio reist wenige Tage nach dem Abschluss eines Rahmenabkommens mit dem Iran in die Golfregion. Das Aussenministerium teilte mit, Rubio werde von Dienstag bis Donnerstag die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain besuchen.

Im Mittelpunkt der Gespräche sollen nach Angaben des Ministeriums das Abkommen mit dem Iran, die Sicherung der Schifffahrt durch die Strasse von Hormus sowie Fragen von Frieden und Stabilität in der Region stehen. In Bahrain will Rubio zudem Vertreter des Golf-Kooperationsrats (GCC) treffen.
Die Reise ist der erste Besuch eines US-Kabinettsmitglieds in der Region seit der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Washington und Teheran vergangene Woche. Das Abkommen sieht nach Angaben der US-Regierung unter anderem vor, dass der Iran die freie Durchfahrt durch die Strasse von Hormus gewährleistet und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lässt.
Die USA lockern ihre Sanktionen gegen iranische Ölprodukte vorübergehend. Bis zum 21. August sind Handel und Import von Rohöl und petrochemischen Erzeugnissen aus dem Iran erlaubt.
Under President @realDonaldTrump and @VP, we continue to make the world safer and more prosperous.
— Treasury Secretary Scott Bessent (@SecScottBessent) June 22, 2026
In line with the ongoing productive talks in Switzerland, Iran has committed to free and open transit in the Strait of Hormuz and to permit International Atomic Energy Agency…
Grundlage dafür ist eine vergangene Woche unterzeichnete Absichtserklärung. Erlaubt werden auch begleitende Dienstleistungen wie Bankgeschäfte, Versicherungen und Transporte. Ausgenommen bleiben Verbindungen zu Nordkorea und Kuba.
US-Vizepräsident JD Vance hat den Bürgenstock am Montag verlassen. «So schön dieser Ort auch ist, ich kann nicht die nächsten 60 Tage hierbleiben», sagte er vor den Medien.
Die Gespräche in der Schweiz seien erst der Auftakt. Sie sollen den Grundstein für ein Rahmenabkommen legen, das den Weg zu einem langfristigen Frieden ebnen soll.

Die Bürgenstock-Gespräche zwischen dem Iran und den USA haben laut dem US-Vizepräsidenten JD Vance eine «sehr solide Grundlage» für ein endgültiges Abkommen geschaffen. Dies erklärte er am Montag.
Dabei verglich er die Ergebnisse aus den Gesprächen vom Sonntag mit dem Fundament eines Hauses.
«Dieses Haus ist noch nicht gebaut, aber wir haben eine solide Grundlage geschaffen, um zu einem Ergebnis zu gelangen, das für das amerikanische Volk vorteilhaft ist», erklärte Vance vor Journalisten.
Weiter sagte er: «Die Iraner haben zugestimmt, die Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) erneut ins Land einzulassen. Das ist ein bedeutender Schritt für das amerikanische Volk und ein erster Schritt hin zu einer dauerhaften Denuklearisierung, also zur endgültigen Einstellung des iranischen Programms zur Entwicklung von Atomwaffen.»
Das in der vergangenen Woche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten unterzeichnete Abkommen sieht vor, dass die iranischen Uranvorräte unter Aufsicht der IAEA verdünnt werden.
Irans Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf und Aussenminister Abbas Araghtschi sind von den Verhandlungen mit den USA in der Schweiz auf dem Weg zurück nach Teheran.
Nach 18 Stunden intensiver Gespräche seien die beiden nun unterwegs, hiess es in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
Ein weiteres Vorgehen für die kommenden 60 Tage sei vereinbart worden und die Gespräche würden in dieser Woche weitergehen.
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X, es habe bei den Bemühungen, den Krieg im Libanon zu beenden, «grosse Fortschritte» gegeben. Das gemeinsame Forum zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe im Libanon sei der «erste wirkliche Test» der Vereinbarungen.
Die US-Seeblockade iranischer Häfen sei aufgehoben und erste eingefrorene iranische Guthaben würden freigegeben. Auch ein grosser Plan für den Wiederaufbau im Iran sei angestossen worden.
Araghtschis Angaben liessen sich zunächst nicht überprüfen. Die US-Seite äusserte sich in der Nacht nicht unmittelbar zum Ausgang des ersten Verhandlungstags.
Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben.
Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen innerhalb von 60 Tagen ein «finales Abkommen» zu erreichen, hiess es in der Nacht in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben.

Zudem sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Strasse von Hormus zu vermeiden, hiess es weiter. Weiter sei ein Forum geschaffen worden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen.
Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen demnach den Rest der Woche im Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden, hiess es in der von Katar auf der Plattform X verbreiteten Erklärung weiter.












