Grüne kritisieren zu viele Leerflüge bei Regierungsfliegern

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Die Grünen kritisieren zu viele Leerflüge bei den Regierungsfliegern der Bundeswehr-Flugbereitschaft.

    a340
    Airbus A340 der Bundesregierung steht am Flughafen Tegel. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zusätzlicher CO2-Ausstoss von durchschnittlich 4200 Tonnen pro Jahr.

    Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, die AFP am Dienstag in Berlin vorlag, flogen die Maschinen allein im vergangenen Jahr über 800 Mal von ihrer Basis am Flughafen Köln/Bonn nach Berlin, um dort die eigentliche Reise mit einem Regierungsmitglied zu beginnen.

    Über die Antwort hatte am Montagabend zuerst die ARD berichtet. Der Grünen-Haushaltsexperte Tobias Lindner kritisierte den unnötigen Schadstoffausstoss und die hohen Kosten dafür. Die Leerflüge hätten in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich mehr als 4200 Tonnen CO2 jährlich verursacht. Um diese Menge einzusparen, bräuchte es 340.000 Bäume, erklärte Lindner in Berlin. Ausserdem kostete die Unterbringung der Crews in Berlin im vergangenen Jahr der Regierungsantwort zufolge mehr als 321.000 Euro.

    Lindner forderte, die Flugbereitschaft insgesamt zügig nach Berlin zu verlegen. Der jetzige Zustand sei «mehr als unbefriedigend». Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, die neue Basis auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen zu bauen - doch gibt es bei dem Projekt aus unterschiedlichen Gründen immer wieder Verzögerungen.

    Der Grünen-Politiker machte den Vorschlag, zu prüfen, ob nicht einige Hallen der insolventen Berliner Fluggesellschaften Germania oder von Air Berlin vorübergehend genutzt werden könnten. So könnten wenigstens einige Maschinen und Crews nach Berlin verlegt werden. Das würde auch dazu beitragen, schneller Ersatzmaschinen zur Stelle zu haben, wenn Pannen aufträten.

    In den vergangenen Monaten waren die Flugzeuge immer wieder mit Pannen aufgefallen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Ende Januar mit dem Airbus A340 «Theodor Heuss» vorübergehend in Äthiopien festgesessen. Im Dezember hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Anreise zum G20-Gipfel in Buenos Aires wegen eines Totalausfalls des Funksystems ihrer Maschine umkehren müssen.

    In der Antwort der Bundesregierung heisst es dazu, im vergangenen Jahr seien insgesamt 43 Flüge der Flugbereitschaft aufgrund von Defekten an den Flugzeugen ausgefallen, in weiteren Fällen gab es demnach Verzögerungen. 2017 waren es demnach elf Flugausfälle gewesen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Brandopfer
    26 Interaktionen
    Crans-Montana
    «Darf man mit Essen spielen?»
    8 Interaktionen
    Die Kürbis-Frage

    MEHR IN POLITIK

    3 Interaktionen
    London
    2000 Anträge! Neue Bauregeln in St. Gallen sorgen für Differenzen
    1 Interaktionen
    St. Gallen
    Roger Pitton (GLP)
    Roger Pitton (GLP)
    selenskyj
    3 Interaktionen
    Kiew

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    a
    Krawalle in Deutschland
    pistorius
    4 Interaktionen
    Berlin
    1 Interaktionen
    Frankfurt/Main
    Apple
    1 Interaktionen
    Angriffe