Schwanger und nichts gemerkt: Baby Aurelio auf Intensivstation

    Gerrit Fredrich
    Gerrit Fredrich

    Deutschland,

    Eine Mutter aus Tuttlingen (D) erfuhr erst im siebten Monat von ihrer Schwangerschaft. Das Baby kam früh zur Welt.

    Schwangerschaft
    Eine Mutter aus Tuttlingen (D) erfuhr erst im siebten Monat von ihrer Schwangerschaft. (Symbolbild) - Depositphotos

    Deborah Heitzer schob die Übelkeit auf Stress wegen ihrer krebskranken Tochter. Schwangerschaftstests zeigten negative Ergebnisse, die Periode blieb aus, doch sie verlor Gewicht.

    Erst am Valentinstag bestätigte ihre Gynäkologin die Schwangerschaft, berichtet die «Schwäbische Zeitung». Der Fall zeigt ein Phänomen, das häufiger vorkommt als gedacht.

    Schwanger: Wenn der Körper täuscht

    Laut «Gesundheitsliebe» kommt in Deutschland auf 2'500 Geburten eine unbekannte Schwangerschaft vor. Eine von 500 Frauen bemerkt die Schwangerschaft erst nach der 20. Woche.

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    Die 37-jährige Mutter hatte alle typischen Anzeichen fehlgedeutet. Ihre kranke Tochter Alina benötigte intensive Betreuung nach einer Krebserkrankung.

    Die ständige Übelkeit schrieb Heitzer der emotionalen Belastung zu, schreibt der «Nordkurier». Mehrere negative Schwangerschaftstests verstärkten die Sicherheit, nicht schwanger zu sein.

    Frühgeburt mit Komplikationen

    Baby Aurelio kam nach einem Blasensprung an Ostern zur Welt. Das Kind wog bei der Geburt nur 2'095 Gramm und mass 43 Zentimeter.

    Die Ärzte diagnostizierten eine Geburt in der 34. Schwangerschaftswoche, berichtet die «Schwäbische Zeitung». Wegen einer Streptokokken-Infektion erhielt die Mutter Antibiotika.

    Schwangerschaft
    Deborah Heitzer schob die Übelkeit auf Stress und nicht auf eine mögliche Schwangerschaft. (Symbolbild) - Depositphotos

    Der Säugling musste auf die Intensivstation und bekam Infusionen wegen Unterzuckerung. Im Wärmebettchen verbrachte er die ersten Lebenstage unter medizinischer Überwachung.

    Alltag nach der Überraschung

    Drei Tage nach der Geburt verliess Heitzer das Krankenhaus in Singen. Täglich fuhr die Familie von Tuttlingen zur Klinik, um Aurelio zu besuchen.

    Mittlerweile hat sich der Alltag eingespielt, erzählt die «Schwäbische Zeitung». Das Ehepaar wechselt sich beim Füttern alle drei Stunden ab.

    Kein seltenes Phänomen

    Laut «Swissmom» untersuchten Berliner Mediziner 2002 in einer Studie 62 Fälle. Bei 25 davon wurde die Schwangerschaft erst bei Wehenbeginn festgestellt.

    Einen typischen Risikogruppen-Typ gibt es nicht, bestätigt die Forschung laut «Spektrum». Betroffen sind Frauen aller Altersklassen und sozialen Schichten.

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