Erstmals seit der Machtübernahme der Taliban treffen sich Vertreter des Westens mit Taliban-Vertretern auf europäischem Boden.
Muttaki (l.) und der Vertreter Grossbritanniens in Oslo
Muttaki (l.) und der Vertreter Grossbritanniens in Oslo - NTB/AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Taliban-Vertreter treffen sich in Oslo mit Vertretern des Westens.
  • Es sind die ersten Gespräche auf europäischem Boden seit der Machtübernahme.
  • Kein Land hat die Taliban-Regierung bisher offiziell anerkannt.

Erstmals seit der Rückkehr der Taliban haben sich Vertreter mit einer offiziellen Delegation der Islamisten auf europäischem Boden getroffen.

Zum Auftakt kam die Taliban-Delegation am Montag mit Vertretern der USA, der EU und mehreren europäischen Ländern zusammen. Die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt.

Menschenrechtslage und humanitäre Krise im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Menschenrechtslage sowie die humanitäre Krise in Afghanistan. Seit der Machtübernahme im August nach 20 Jahren Kampf hat sich die humanitäre Notlage in Afghanistan massiv zugespitzt. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in dem Land Millionen Menschen von Hunger bedroht.

Angesichts der Krise hatte der UN-Sicherheitsrat im Dezember einstimmig die Ermöglichung humanitärer Hilfen für Afghanistan beschlossen. Allerdings soll die Hilfe nicht direkt in die Hände der Islamisten geraten.

Taliban-Regierung nicht anerkannt

Bisher hat kein Land die Taliban-Regierung offiziell anerkannt. Auch die Gespräche in Oslo bedeuteten «keine Legitimation oder Anerkennung der Taliban», betonte Norwegens Aussenministerin Anniken Huitfeldt. Aber «wir dürfen nicht zulassen, dass die politische Situation in eine noch schlimmere humanitäre Katastrophe mündet».

Die Taliban ihrerseits hatten vor Beginn der Gespräche die Hoffnung auf verbesserte Beziehungen zum Westen bekundet.

Bereits am Sonntag war die Delegation mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft zusammengekommen. Eine der Teilnehmerinnen, die Frauenrechtsaktivistin Dschamila Afghani, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei ein positives Treffen gewesen.

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