Führungskräfte der ukrainischen Armee sollen künftig in den Genuss einer Ausbildung zur Cyber-Abwehr kommen, findet die Europäische Union.
Josep Borrell
Josep Borrell - POOL/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU will ukrainische Militärs für den Kampf gegen Cyber-Attacken wappnen.
  • Man wolle eine hochwertige Ausbildung für Offiziere ins Leben rufen, heisst es.
  • Zudem stehe man bezüglich der Ukraine mit den USA in ständigem Austausch, so die EU.

Die EU will ukrainische Offiziere künftig zur Abwehr von Cyber-Angriffen ausbilden. «Es handelt sich um eine Ausbildung auf hohem Niveau für Führungskräfte der ukrainischen Armee», sagte der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell am Donnerstag beim Treffen der EU-Aussen- und Verteidigungsminister im französischen Brest. Borrell begrüsste den Informationsaustausch mit den USA, die derzeit mit Russland über die Lage in der Ukraine verhandeln.

«Wir sind in ständigem Kontakt, es gab mehr als 100 Austausche auf allen Ebenen», sagte Borrell mit Blick auf Vorwürfe, dass die EU bei den Gesprächen nicht dabei ist. Er werde selbst regelmässig von US-Aussenminister Anthony Blinken informiert. «Es wird nichts beschlossen werden ohne eine Beteiligung der Europäer», betonte Borrell.

EU will nicht «unter Druck verhandeln»

Mit der Präsenz russischer Soldaten an der Grenze zur Ukraine wolle Russland Druck machen. Die EU werde aber nicht «unter Druck verhandeln», betonte er.

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Panzer der ukrainischen Armee. - AFP

«Es ist nicht so, dass wir wollen, dass die Ukraine NATO-Mitglied wird. Aber wir wollen nicht, dass ein souveräner Staat bestimmte Entscheidungen nicht selber treffen kann», sagte Borrell. Das gelte für die Ukraine ebenso wie für Finnland und Schweden, die ebenfalls nicht zur NATO zählen.

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly bekräftigte die Entschlossenheit der Europäer im Fall eines russischen Angriffs auf die Ukraine. «Wir sind bereit, unsere Verantwortung zu übernehmen und massive Konsequenzen für Russland zu ziehen, falls Russland sich erdreisten sollte, seinen Nachbarn anzugreifen», sagte Parly.

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