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EU: Dänemark könnte im Grönland-Ernstfall Beistand verlangen

Keystone-SDA
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Belgien,

Sollten die USA Grönland angreifen, könnte Dänemark den Beistand der EU verlangen. Die EU-Länder müssten dann ihre Unterstützung schicken.

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Dänemark könnte bei einem US-Angriff auf Grönland auf die Unterstützung der EU-Länder zählen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU stellt klar: Dänemark kann bei einem Angriff auf Grönland Beistand verlangen.
  • Grönland selbst war 1982 aus der EG ausgestiegen, ist aber weiterhin Teil von Dänemark.
  • Die Dänen könnten den Nato-Bündnisfall nicht ausrufen, da die USA zustimmen müssten.

Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Grönland könnten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks hin Beistand leisten müssen. Das stellte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas jetzt nach den ergebnislos verlaufenen Gesprächen über die aus europäischer Sicht ungerechtfertigten US-Besitzansprüche auf die Arktisinsel in Washington klar.

Grönland sei Teil des Hoheitsgebiets des Königreichs Dänemark und fiele daher grundsätzlich unter die gegenseitige Solidaritätsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags, sagte die Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich betonte sie, dass sich die Frage einer Anwendung derzeit nicht stelle. Grundsätzlich gilt eine militärische Konfrontation als sehr unwahrscheinlich, weil sich vermutlich niemand mit der mächtigsten Militärmacht der Welt anlegen würde.

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Dänische Einheiten bei einer Übung auf Grönland im vergangenen September. - keystone

Brisant ist die öffentliche Festlegung dennoch. Zuvor waren EU-Vertreter der Frage lange ausgewichen, ob Dänemark im Fall einer gewaltsamen Einverleibung Grönlands durch die USA theoretisch den Beistand anderer Mitgliedstaaten anfordern könnten.

Als Grund gilt unter anderem, dass die Grönländer 1982 in einem Referendum für den Austritt aus der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) gestimmt hatten. Zugleich ist Grönland aber weiterhin Teil des Königreichs Dänemark. Unter Juristen wird zum Teil auch die Auffassung vertreten, dass die Solidaritätsklausel vermutlich nicht für Grönland gilt.

Dänemark könnte Nato-Bündnisfall nicht ausrufen

In ihr heisst es konkret: «Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung (...).»

Artikel 42 Absatz 7 ist damit noch schärfer formuliert als Artikel 5 der Nato. Nach diesem liegt es im Ermessensspielraum der Bündnisstaaten, wie sie im Fall eines Angriffs Alliierten zu Hilfe kommen. Den Nato-Bündnisfall könnte Dänemark zudem ohnehin nicht ausrufen, weil dazu auch die USA zustimmen müssten.

Die Klarstellung erfolgte kurz nach erfolglos geendeten Grönland-Gesprächen am Mittwoch in Washington. Bei diesen hatten der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen und die für Aussenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt versucht, den Amerikanern klarzumachen, dass die USA keinen Anspruch auf Grönland haben und dass die grösste Insel der Welt nicht zum Verkauf steht.

Trump gibt Anspruch auf Grönland nicht auf

Schon direkt vor dem Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance hatte US-Präsident Donald Trump noch einmal deutlich gemacht, dass er nicht daran denke, sein Interesse an dem rohstoffreichen Grönland aufzugeben. Er verwies dabei erneut auf strategische Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten, die sich angeblich nicht über die Nato schützen liessen.

Für Aufsehen und Beunruhigung sorgt Trumps Äusserungen vor allem, weil er bislang auch militärischen Zwang nicht ausschliesst, um Kontrolle über Grönland zu erlangen. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so gross wie Deutschland, hat aber nur knapp 57'000 Einwohner.

Rasmussen konstatierte nach dem Austausch mit Rubio und Vance «fundamentale» Meinungsverschiedenheiten. Als Zeichen der Solidarität mit Dänemark und Grönland haben Deutschland und andere EU-Staaten eine Militärmission für das Land angekündigt. Die Bundeswehr beteiligt sich mit 13 Soldaten an dem mehrtägigen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel.

Kommentare

User #3854 (nicht angemeldet)

Da bin ja mal gespannt. Wenn die USA Grönland mit Truppen besetzen und Dänemark nach Beistand schreit, schicken die USA dann auch noch "Hilfstruppen"? Oder gibt es eine automatisch Rauswurfklausel aus der NATO, wenn ein Bündnispartner einen Andern angreift? Ich denke, soweit hat bei der NATO noch keiner gedacht, oder? Das wahrscheinlichste dürfte ein False-Flag-Angriff sein, worauf dann die USA überaus hilfsbereit, massiv Truppen zur Verteidigung schicken, welche dann aber nie wieder abziehen. Somit wäre Grönland besetzt und unter amerikanischer Kontrolle.

User #1163 (nicht angemeldet)

Eine seriöse Nachrichtenagentur sollte nicht solch einen Blödsinn verzapfen und vor allem mehr wissen über die Gegebenheiten in Grönland und jenen zwischen Dänemark und USA. Und ich dachte dpa wäre das Letzte.

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