Deutsch-französisches Kampfjet-Projekt gescheitert

Keystone-SDA
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Deutschland,

Nach jahrelangen Vorbereitungen ist das milliardenschwere Rüstungsprojekt eines deutsch-französischen Kampfjets gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron seien zu der gemeinsamen Einschätzung gekommen, dass die Unternehmen Dassault und Airbus beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfinden, hiess es aus deutschen Regierungskreisen.

ARCHIV - Bundeskanzler Friedrich Merz (l, CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron nehmen an einem Treffen mit einer Gruppe von Investoren auf dem Gipfel zur europäischen ...
ARCHIV - Bundeskanzler Friedrich Merz (l, CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron nehmen an einem Treffen mit einer Gruppe von Investoren auf dem Gipfel zur europäischen ... - Keystone/Pool AP/Ebrahim Noroozi

«Diese Realität erkennen sie an.» Merz habe Macron daher nahegelegt, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht weiterzufolgen. Weitergeführt werden solle aber die gemeinsame Vernetzung von unterschiedlichen Waffensystemen, Plattformen oder Sensoren in einer sogenannten «Combat Cloud». Das Future Combat Air System FCAS ist damit nicht vollständig vom Tisch.

Den Startschuss für das prestigeträchtige Projekt hatten die damalige Kanzlerin Angela Merkel und Macron im Juli 2017 gegeben. Die Vorstellungen von den Fähigkeiten eines Kampfjets bei Airbus und Dassault gingen zuletzt aber weit auseinander.

Dassault hatte einen übergrossen Teil am Projekt sowie die Führung beansprucht. Von deutscher Seite wurde dagegen die Erwartung geäussert, dass sich Dassault «an die bestehenden Vereinbarungen» hält, nach der die Unternehmen gleichermassen beteiligt werden sollen. Auch früher hatte es immer wieder Zank um die Aufteilung gegeben.

Die politische Entscheidung über das Projekt wurde mehrfach verschoben, jetzt haben Macron und Merz es endgültig gestoppt. An dem Projekt ist auch Spanien mit dem Hersteller Indra beteiligt.

Für Deutschland und Frankreich, die sich gerne als Motor Europas darstellen, ist dies politisch eine herbe Schlappe. Schon seit Jahren pocht Macron auf europäische Souveränität und gemeinsame Rüstungsvorhaben. Dass nun mit einem der engsten Partner das bislang ambitionierteste europäische Rüstungsprojekt an industriepolitischen Unstimmigkeiten scheitert, entspricht nicht dem Signal der Geschlossenheit, das er gerne senden möchte und ist auch ein ganz persönliches Scheitern für ihn als Mitinitiator des Projekts.

FCAS steht für «Future Combat Air System» und wäre bei einer Realisierung das grösste und teuerste europäische Rüstungsprojekt gewesen. Das Luftkampfsystem sollte im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und war insofern als mehr als ein Kampfflugzeug geplant. Der Plan war, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die französische Rafale ab 2040 ablöst. Die Gesamtkosten wurden auf mehr als 100 Milliarden Euro geschätzt. Deutschland, Frankreich und das ebenfalls beteiligte Spanien hatten seit Monaten um eine Realisierung des Projekts gerungen.

Als Kernproblem hatte Merz zuletzt auch genannt, dass die Franzosen ein anderes Kampfflugzeug brauchen als die Bundeswehr. Frankreich benötige in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein Flugzeugträger-fähiges Flugzeug, was die Bundeswehr gegenwärtig nicht brauche. Von deutscher Seite wurde schliesslich die Option ins Spiel gebracht, FCAS mit zwei Flugzeugen zu realisieren. Frankreich hatte dies abgelehnt.

Kommentare

User #5529 (nicht angemeldet)

Man kann es sich nicht mehr Ausdenken! Europa kann keine Kampfjets mehr bauen? Speziell Frankreich und Deutschland nicht mehr? Wie blöd sind wir geworden?

User #6607 (nicht angemeldet)

Vorne Deutsch dahinter sofort scheitern. Mehr gibt es nicht zu sagen.

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