Diebe sollen Hauseinsturz in Deutschland verursacht haben

Aaron Studer
Aaron Studer

Deutschland,

Nach dem Einsturz eines Hauses in Görlitz (D) meldet die Polizei die Verhaftung zweier Männer. Sie sollen Gasleitungen manipuliert haben, um Kupfer zu klauen.

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Die Überreste des eingestürzten Hauses in Sachsen. Die Explosion forderte drei Todesopfer. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im sächsischen Görlitz (D) kamen drei Personen durch eine Gasexplosion ums Leben.
  • Das Wohnhaus stürzte aufgrund von Kupferdieben ein. Diese manipulierten die Rohrleitungen.
  • Die beiden Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

Der Fall sorgte international für Schlagzeilen: Ein ohrenbetäubender Knall – dann fiel ein Mehrfamilienhaus in der Innenstadt von Görlitz (D) in Sachsen zusammen. Drei Menschen kamen ums Leben.

Die Polizei hat nun zwei Männer ausgemacht, die den Hauseinsturz verursacht haben sollen.

Wie die sächsische Polizei am Sonntagabend bekanntgab, wurden Bartosz K. (33) und Zolmai K. (27) festgenommen. Sie stehen im Verdacht, den Hauseinsturz verursacht zu haben.

Die Männer sollen Rohrleitungen im Gebäude manipuliert haben, sodass Gas ausströmte. Dieses Gas entzündete sich und löste eine Detonation aus.

Die Festnahme der beiden Männer war laut der deutschen «Bild» durch einen Tipp möglich geworden. Die Ermittler hatten sie schon länger im Visier. Erst jetzt wurde die Verhaftung öffentlich bestätigt.

Verdächtige sitzen wegen anderer Tat bereits in Haft

Ein Polizeisprecher erklärte in einer MDR-Sendung: «Beide Männer befinden sich aktuell wegen einer anderen Sache in Untersuchungshaft.»

Die Ermittler gehen davon aus, dass die zwei Männer schon zuvor als Diebe unterwegs waren. Vermutlich hatten sie es auf Fahrräder, Schrott oder Kupferkabel abgesehen. Die Täter waren bereits vor dem Vorfall als Metalldiebe bei der Polizei aktenkundig.

Am Nachmittag des 18. Mai gelangten die Täter offenbar in das Mehrfamilienhaus – wohl mit dem Plan, Kupfer zu stehlen.

Beim Versuch, eine Kupferleitung abzusägen, sollen sie versehentlich ein Gasleck verursacht haben. Nach der Flucht filmte eine Überwachungskamera den 27-jährigen K. an der Grenze zu Polen.

Junge Touristinnen und 48-Jähriger tot

Bei dem Einsturz starben drei Menschen. Zwei junge Touristinnen aus Rumänien, 25 und 26 Jahre alt, verloren ihr Leben unter den Trümmern.

Ausserdem starb ein 48-jähriger Mann. Er stammte aus Bulgarien und besass auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Hunderte Einsatzkräfte suchten tagelang nach den Verschütteten. Zum Teil arbeiteten sie sich mit Schaufeln und blossen Händen durch die Trümmer.

Das Ausmass der Zerstörung und die Todesopfer machten den Vorfall zu einem der folgenschwersten Unglücke in der Region seit Jahren.

Kupferdiebstahl gibt es auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz ist Kupferdiebstahl kein unbekanntes Phänomen. Eine Tonne Kupfer ist aktuell 10'954 Franken wert. Der Diebstahl geht schnell – und ist somit ein lukratives Geschäft.

Im Wallis wurden von Juli 2024 bis Anfang 2026 30 Fälle gemeldet, bei denen Kupfer oder andere Edelmetalle gestohlen wurden. 2013 klauten Diebe bei einer lebensgefährlichen Aktion ein 660 Meter langes Erdungskabel bei der Fahrleitung entlang der SBB-Bahnlinie Zeiningen-Mumpf (AG/SO).

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