Chef der Internationalen Atomenergiebehörde Yukiya Amano gestorben

    AFP
    AFP

    Österreich,

    Nach dem Tod ihres Chefs Yukiya Amano muss die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) einen neuen Direktor benennen, der die UN-Behörde mit Sitz in Wien durch die Krise mit dem Iran führt.

    IAEA-Chef Yukiya Amano ist tot
    IAEA-Chef Yukiya Amano ist tot - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • UN-Behörde muss inmitten der Spannungen mit dem Iran neuen Direktor suchen.

    Wie die IAEA am Montag mitteilte, war der 72-jährige Amano am Donnerstag nach monatelanger Krankheit gestorben. Der Japaner stand seit 2009 an der Spitze der IAEA. Politiker in Deutschland warnten angesichts des nötigen Umbaus der IAEA-Spitze vor einer Politisierung der Behörde.

    Amano litt an gesundheitlichen Problemen. In dieser Woche wurde mit der Bekanntgabe seines vorzeitigen Rücktritts im März 2020 gerechnet. Der Japaner hatte bereits sein drittes Mandat inne, das eigentlich noch bis November 2021 gelaufen wäre. In seinem Rücktrittsschreiben erklärte Amano der IAEA zufolge, er habe während seiner Amtszeit «konkrete Ergebnisse» erreicht und sei «sehr stolz» auf das Wirken der Behörde.

    In seine Amtszeit fiel die Unterzeichnung des internationalen Atomabkommens zwischen dem Iran sowie Grossbritannien, China, Frankreich, Deutschland, Russland und den USA im Jahr 2015. Im vergangenen Jahr kündigten die USA den Vertrag einseitig auf und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran.

    Vertreter der IAEA-Mitgliedstaaten würdigten Amano als Ausnahmediplomaten. Bundesaussenminister Heiko Maas erklärte, der Tod Amanos erfülle ihn «mit grosser Trauer». Der Diplomat habe die IAEA in «bewegten und herausfordernden Zeiten» geleitet und die Behörde stärker gemacht.

    Der stellvertretende iranische Aussenminister Abbas Araktschi bekundete sein «tiefes Beileid» zum Tod Amanos und hob dessen «Geschick und die Professionalität» hervor.

    Der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, erklärte, Amanos Engagement im Bereich der nuklearen Abrüstung und sein Einsatz für die friedliche Nutzung atomarer Energie seien «beispiellos».

    Die IAEA muss nun inmitten der Spannungen zwischen dem Iran und den USA einen Nachfolger für Amano suchen. Die Behörde ist für die Überwachung des Atomabkommens mit dem Iran zuständig.

    Der aussenpolitische Sprecher der Fraktion der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour, warnte angesichts der Krise um das Atomabkommen vor einer Politisierung der IAEA. Die Agentur dürfe «nicht zum Spielball nationaler Interessen werden», erklärte der Grünen-Politiker. Die Bundesregierung müsse sich dafür einsetzen, dass «schnell ein vertrauenswürdiger Übergangsdirektor gefunden» werde, forderte Nouripour.

    Als mögliche Nachfolger Amanos gelten der bisherige Chefkoordinator im Büro des IAEA-Direktors, der Rumäne Cornel Feruta, und der argentinische Gesandte bei der IAEA, Rafael Grossi.

    Über die Ernennung des neuen Chefs entscheiden Vertreter der 35 Staaten, die zusammen den Gouverneursrat bilden. Darin vertreten sind insbesondere Staaten mit der fortschrittlichsten Nukleartechnik.

    Die IAEA hat 171 Mitgliedstaaten. Sie spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Die Organisation mit Sitz in Wien ist unter anderem für die Überwachung des Atomwaffensperrvertrages zuständig.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Tempo 80 könnte auf Schweizer Autobahnen bei einer Mangellage eingeführt werden.
    1'786 Interaktionen
    Bund prüft
    Vapen
    51 Interaktionen
    Laut Tests

    MEHR IN POLITIK

    1 Interaktionen
    Tel Aviv
    7 Interaktionen
    Bern
    7 Interaktionen
    Bern/Brüssel
    christoph marty
    24 Interaktionen
    Zürich

    MEHR AUS ÖSTERREICH

    teasaer
    Comeback?
    Joachim Lottmann
    2 Interaktionen
    Krebserkrankung
    Neubiberg/Wien
    teaser
    Scheidet aus