Regierung

Bürgerliche behalten mit vier Sitzen Mehrheit in Berner Regierung

Keystone-SDA
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Bern,

Die Berner Kantonsregierung bleibt bürgerlich. Und das Parlament rutscht nach rechts. Das ist das Fazit der Gesamterneuerungswahlen vom Wochenende.

Regierungsrat Bern
Der neuformierte Regierungsrat des Kantons Bern, von links, Reto Müller (SP), Astrid Bärtschi (Die Mitte), Evi Allemann (SP), Pierre Alain Schnegg (SVP), Philippe Müller (FDP), Raphael Lanz (SVP) und Aline Trede (Grüne), steht zum Gruppenbild zusammen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Machtverhältnisse im Bern bleiben unverändert.
  • Die Linke hat einen Angriff der SVP auf einen zusätzlichen Sitz abgewehrt.
  • Aline Trede schaffte den Sprung in den Regierungsrat.

Im siebenköpfigen Regierungsrat haben SVP (2 Sitze), FDP (1) und Mitte (1) weiter die Mehrheit. SP (2) und Grüne (1) wahrten ihren Besitzstand. Die SVP hatte sich zum Ziel gesetzt, einen dritten Sitz auf Kosten der Linken zu gewinnen, scheiterte aber.

Die besten Ergebnisse erzielten drei Bisherige: Finanzdirektorin Astrid Bärtschi (Mitte) mit 138'672 Stimmen vor Justizdirektorin Evi Allemann (SP) mit 129'824 Stimmen und Sicherheitsdirektor Philippe Müller (FDP) mit 120'623 Stimmen.

Ein Neuling auf dem vierten Platz

Bereits auf dem vierten Platz folgt mit Raphael Lanz (SVP) ein Neuling; der Thuner Stadtpräsident holte 109'078 Stimmen und lag damit noch vor seinem Parteikollegen, dem amtierenden Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) mit 108'022 Stimmen. Dieser verteidigte den garantierten Sitz des Berner Jura.

Nationalrätin Aline Trede (Grüne) schaffte den Sprung in den Regierungsrat mit 101'511 Stimmen. Um den siebten Sitz gab es bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Reto Müller (SP) und Daniel Bichsel (SVP).

Der Sozialdemokrat, Stadtpräsident von Langenthal, hatte am Schluss knapp die Nase vorn, er holte 99'021 Stimmen, Bichsel bloss 92'121 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 33,8 Prozent.

«Nichts für schwache Nerven»

Bichsel lag zwischenzeitlich vorne. Doch er habe mit dem schwindenden Vorsprung das negative Resultat «leider etwas kommen sehen», sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der neue Regierungsrat Reto Müller sprach von einem «Wechselbad der Gefühle». Die Hochrechnungen seien «nichts für schwache Nerven» gewesen.

Der neue SVP-Regierungsrat Raphael Lanz freute sich über sein Resultat und führte dieses auch auf seine Tätigkeit als Thuner Stapi zurück. Die Grüne Aline Trede sagte, sie wünsche sich für den Kanton mehr Ambitionen. Oft werde nur hervorgehoben, was alles schlecht laufe, dabei habe er so viele Chancen, etwa bei der Energiewende.

Wichtiger Jurasitz

Die Mehrheitsverhältnisse in der Berner Regierung werden damit weiterhin durch den Jurasitz entschieden. Das Lager, das ihn hält, hat auch die Mehrheit. Bis 2016 war dies Rotgrün dank einem SP-Regierungsrat aus dem Berner Jura, dann gewann der SVP-Mann Schnegg eine Ersatzwahl.

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Hätte die SVP einen Sitz hinzugewonnen, wäre die bürgerliche Mehrheit nicht mehr vom Jurasitz abhängig gewesen. Doch nun bleibt auch in dieser Hinsicht alles beim Alten.

Aussenseiter und Exoten chancenlos

Zur Regierungsratswahl traten insgesamt 16 Frauen und Männer an, darunter wie immer einige Polit-Exoten. Diese blieben chancenlos. Auch die Kandidierenden von EVP und GLP sowie eine ehemalige SVP-Politikerin blitzten bei der Wählerschaft ab.

Drei amtierende Regierungsmitglieder schauten dem Sonntag gelassen entgegen: Der SVP-Mann Christoph Neuhaus, der Sozialdemokrat Christoph Ammann und die Grüne Christine Häsler traten nicht mehr an.

Rechtsrutsch im Parlament

Bei den Parlamentswahlen räumte die SVP ab. Sie gewann sieben Sitze hinzu und stellt neu 51 der 160 Ratsmitglieder, wie eine Auswertung der einzelnen Wahlkreise durch die Nachrichtenagentur Keystone-SDA zeigte.

Die SP holte vier zusätzliche Sitze und bringt es neu auf 36 Mandate. Auf den nächsten Plätzen folgen FDP mit unverändert 18 Sitzen, die Grünen mit 17 (-2) und die GLP mit 15 (-1), danach die Mitte mit 9 (-3) und die EDU 8 (+2).

Am meisten Sitze verloren hat die EVP: Sie stellt nur noch 5 Ratsmitglieder (-4). An die übrigen Parteien geht noch ein einziger Sitz (-3).

Das Interesse an einem Sitz im Kantonsparlament war gross: 2261 Frauen und Männer bewarben sich um einen der 160 Sitze im Grossen Rat, mehr als je zuvor. Der Frauenanteil unter den Kandidierenden belief sich auf rund 40 Prozent.

Bittere Abwahlen

Von den bisherigen Grossrätinnen und Grossräten traten 148 zur Wiederwahl an. Für neu Antretende war der Sprung ins Parlament also alles andere als einfach.

Allerdings wurden auch früh erste auch Abwahlen bekannt. So verpasste etwa der Burgdorfer Stadtpräsident Stefan Berger (SP) die Wiederwahl und auch der frühere Grossratspräsident Francesco Rappa (Mitte).

Kommentare

User #2759 (nicht angemeldet)

Die rot/ grünen machen nur Politik gegen die Bürger die arbeiten. SVP leider nur vor die reichen. Viele haben die genug von den rot / grünen mit ihrer Ideologien daher ist natürlich die SVP eine Gewinnerin.

User #3219 (nicht angemeldet)

Tia... Wie wurde denn gezählt... dass so viele

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