Regierung

Zürcher Regierung will sich nicht wegen Stararchitekten absichern

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Zürcher Regierungsrat hat keine Befürchtungen, dass der geplante Forums-Bau der Universität Zürich viel teurer wird als budgetiert. Eine «Stararchitekten-Absicherung», wie es die SVP in einem Vorstoss vorschlug, will er deshalb nicht.

Die Zürcher SVP fürchtet, dass der geplante Neubau der Universität teurer wird als angenommen.
Die Zürcher SVP fürchtet, dass der geplante Neubau der Universität teurer wird als angenommen. - Visualisierung Herzog & de Meuron

Die SBB machen es vor: Sie haben für ihren geplanten Neubau neben dem Hauptsitz in Bern-Wankdorf eine «Stararchitekten-Absicherung» beschlossen. Um allfälligen Kostenexplosionen vorzubeugen, vergaben sie den Auftrag mit einem fixen Kostendach. Das ausgewählte Bauunternehmen und die Stararchitekten Herzog & de Meuron müssen den Bau schlüsselfertig für 86 Millionen Franken abliefern.

Auch in Zürich sind Herzog & de Meuron mit einem wichtigen Projekt betraut, dem neuen Universitätsgebäude Forum UZH. Es soll fast 600 Millionen Franken kosten und künftig Räume für die Lehre, eine grosse Bibliothek, Sportmöglichkeiten und eine Mensa beherbergen.

Die SVP fürchtet jedoch, dass es nicht bei 600 Millionen Franken bleiben wird. Wenn man mit Stararchitekten baue, könne das zu grossen Kostenüberschreitungen führen, schreiben sie in einer Anfrage an den Regierungsrat. Als abschreckende Beispiele nennt die SVP die Elbphilharmonie in Hamburg oder das Kunstmuseum Vancouver.

Der Regierungsrat hält eine «Stararchitekten-Absicherung» aber für unnötig, wie aus der am Freitag publizierten Antwort hervorgeht. Die Kostendisziplin in den vom Hochbauamt geführten Projekten sei «sehr gut». Dies liege auch an der externen Qualitätssicherung bei Projekten über 100 Millionen Franken. Sie behält ein Projekt als unabhängige Zweitmeinung im Auge.

Kreditüberschreitungen gebe es nur vereinzelt, betont die Regierung. In den letzten 15 Jahren habe es nur bei 26 von 1835 abgerechneten Projekten eine Kostenüberschreitung von über 20 Prozent gegeben.

Die Gründe, weshalb Projekte teuer würden, seien vielfältig. Oft liege es an «nicht erkannten Komplexitäten», also dass sich etwas als schwieriger herausstellt als erwartet. Dass so genannte Stararchitekten beauftragt worden seien, «spielt jedoch keine Rolle».

Ein Projekt mit einem Kostendach zu vergeben, eigne sich zudem eher für Bauten mit «geringem Gestaltungsspielraum» und geringen städtebaulichen Ansprüchen – nicht für das Forum UZH.

Als «wenig erprobt, aber prüfenswert» bezeichnet der Regierungsrat hingegen ein Bonus-Malus-System bei Architekturleistungen, also dass Architekturbüros je nach Leistung belohnt oder bestraft werden. Das Hochbauamt werde die rechtlichen Rahmenbedingungen abklären und diesen Ansatz bei einem geeigneten Projekt testen. Ein allfälliger Bonus dürfe aber nicht dazu führen, dass etwa bei der Langlebigkeit oder der Qualität gespart werde.

Kommentare

User #5837 (nicht angemeldet)

Wir wissen allle ganz sicher, wie es endet!

User #1725 (nicht angemeldet)

Ich verstehe nicht dass man diese „Stararchitekten“ berücksichtigt! Dauernde Probleme, schreckliches Design…..

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