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    Brasiliens Senat hebt Bolsonaro-Dekret gegen Löschungen im Netz auf

    AFP
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    Brasilien,

    Mit einem Dekret wollte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro gegen Löschungen von Internet-Inhalten vorgehen. Nun hat der Senat das Vorhaben gestoppt.

    Brasilianischer Präsident Jair Bolsonaro
    Brasilianischer Präsident Jair Bolsonaro - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der brasilianische Senat hat ein Dekret von Präsident Jair Bolsonaro abgelehnt.
    • Es sollte verhindern, dass Online-Plattformen Inhalte löschen können.
    • Bolsonaro bezeichnet solche Löschungen als «Zensur».

    Der brasilianische Senatspräsident Rodrigo Pacheco hat ein Dekret des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro von vergangener Woche abgewiesen. Es richtete sich gegen die Löschung von Inhalten durch Online-Plattformen.

    Der Vorsitzende des Oberhauses im brasilianischen Parlament argumentierte am Dienstag, das Dekret verletze die verfassungsrechtlichen Vorschriften und schaffe «Rechtsunsicherheit». Bolsonaro, dessen Beiträge in Online-Netzwerken bereits häufiger wegen der Verbreitung von Falschinformationen gesperrt wurden, sieht in den Löschungen «Zensur».

    Rentenreform
    Der brasilianische Senat bei den finalen Abstimmungen zu Bolsonaros Rentenreform. (Archivbild) - Keystone

    Beinahe zur gleichen Zeit ordnete eine Richterin am Obersten Gericht aus denselben Gründen eine vorsorgliche Aussetzung des Dekrets an.

    Das Dekret zielt laut dem Bundessekretariat für Kommunikation auf Folgendes ab: Es soll «die willkürliche und ungerechtfertigte Löschung von Konten, Profilen und Inhalten durch die Anbieter» verhindern.

    Facebook bezeichnet Dekret als verfassungswidrig

    Das Dekret trat vorläufig sofort in Kraft, bedurfte aber noch der Ratifikation durch den Kongress, um Gesetz zu werden. Es nannte eine Reihe von Umständen, unter denen die Löschung von Inhalten oder die Sperrung von Nutzern «gerechtfertigt» ist. Dazu gehörten beispielsweise die Begehung von Straftaten oder die Aufstachelung zur Gewalt. Ausserdem schrieb das Dekret den Plattformen vor, wie sie in solchen Fällen vorzugehen haben.

    Facebook und andere Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen hatten bereits davor gewarnt, dass das Dekret verfassungswidrig sei. «Diese vorläufige Massnahme schränkt die Möglichkeiten, Missbrauch auf unseren Plattformen einzuschränken, erheblich ein», sagte ein Facebook-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

    Lula da Silva Brasilien
    Der ehemalige Präsident Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva. (Archivbild) - Keystone

    Bolsonaro steht derzeit wegen schlechter Beliebtheitswerte und mehrerer Ermittlungsverfahren gegen ihn und sein Umfeld stark unter Druck. Umfragen zufolge droht ihm bei der Wahl im nächsten Jahr eine deutliche Niederlage. Dies gegen den linksgerichteten Ex-Regierungschef Luiz Inácio Lula da Silva.

    Sorge bereitet vielen, dass Unterstützer des rechtsradikalen Staatschefs mittlerweile «militärische Interventionen» und «institutionelle Säuberung» fordern. Sie werden von seiner Rhetorik angeheizt. Polizei und Militär gelten als Unterstützer des Präsidenten.

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