Boeing als Trumpf im Handelsdeal mit Peking
Trumps China-Besuch macht Boeing zum Lackmustest: Kann der US-Präsident einen Milliarden-Flugzeugdeal mit Xi Jinping abschliessen?

Trump ist am Mittwoch mit einer riesigen Wirtschaftsdelegation in Peking eingetroffen. Wie das «Handelsblatt» berichtet, gehört Boeing-Chef Kelly Ortberg zu den Topmanagern, die den US-Präsidenten begleiten.
Im Mittelpunkt steht ein möglicher Grossauftrag für mehrere Hundert Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max. Laut «Handelsblatt» geht es um bis zu 500 Maschinen dieses Typs sowie rund 100 Langstreckenjets.
Für Boeing wäre das eine historische Chance, auf einem entscheidenden Markt wieder Fuss zu fassen. Chinesische Airlines haben seit fast einem Jahrzehnt keine grösseren Bestellungen mehr beim US-Hersteller aufgegeben, so das «Handelsblatt».
Boeing: Deal hängt vollständig von der Politik ab
Boeing-Chef Ortberg machte laut «Fox Business» gegenüber Analysten deutlich, wie abhängig der Konzern von der Diplomatie ist. «Ich werde Ihnen die Anzahl der Flugzeuge nicht nennen, aber es ist eine grosse Zahl», sagte Ortberg.
Er warnte aber gleichzeitig, der Deal sei «zu 100 Prozent» von den US-chinesischen Verhandlungen und Beziehungen abhängig. Ohne Unterstützung der US-Regierung seien in naher Zukunft kaum grosse Bestellungen aus China zu erwarten, so Ortberg weiter.
Konkurrent Airbus nutzte laut «Business Insider» die Boeing-Pause in China unterdessen aus. Airbus unterzeichnete einen Vertrag mit China Southern Airlines über mehr als 100 Jets im Wert von 21,4 Milliarden Dollar.
Geopolitisches Machtspiel rund um den Gipfel
Beide Seiten kommen mit klaren Interessen nach Peking. Laut dem «ORF» will China unter anderem eine verschärfte US-Haltung gegenüber Taiwan sowie Lockerungen bei Technologieexportbeschränkungen erreichen.

Trump wiederum steht innenpolitisch unter Druck: Im November finden US-Zwischenwahlen statt. Der «ORF» berichtet, dass der Präsident und seine Partei in Umfragen zuletzt an Rückhalt verloren haben.
Ein sichtbarer Wirtschaftserfolg in Peking käme Trump deshalb politisch gelegen. Ob Boeing diesen liefern kann, entscheidet sich nicht im Flugzeugwerk – sondern am Verhandlungstisch von Xi und Trump.
















