Trumps Ziel bei Xi-Treffen: «Deals, die er daheim verkaufen kann»

Elena Hatebur
Elena Hatebur

China,

Am Donnerstag treffen sich die beiden mächtigsten Männer der Welt zu einem Austausch. Im Fokus von Donald Trump dürfte vor allem der Iran-Krieg stehen.

Donald Trump und Jinping
US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping bei einem Treffen im Oktober 2025. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Donnerstag beginnt das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping.
  • Die mächtigsten Männer der Welt dürften vor allem über den Iran-Krieg und Taiwan sprechen.
  • Grosse Zugeständnisse oder Durchbrüche werden allerdings nicht erwartet.

Gestern Dienstag ist US-Präsident Donald Trump mit der Air Force One nach China aufgebrochen. Heute Mittwoch soll er in Peking eintreffen, am Donnerstag beginnt das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping.

Schon jetzt ist klar, welche Themen über den Gesprächen schweben werden: Strafzölle, Taiwan, künstliche Intelligenz, seltene Erden – und der Iran-Krieg.

Donald Trump dürfte dabei vor allem eines wollen: Resultate präsentieren, die sich zuhause als Erfolg verkaufen lassen.

China sieht sich in einer starken Position

Dass China einem solchen Treffen überhaupt zustimmt, dürfte als Zeichen gewertet werden, dass man weiterhin Spielraum für eine Zusammenarbeit erahnt. Denn die Stimmung und Beziehung zwischen den beiden Ländern sind äusserst angespannt.

Allerdings gehe China mit «leicht besseren Karten an den Start», erklärt China-Experte Ralph Weber im österreichischen Nachrichtenjournal «Zeit im Bild».

Donald Trump reise derzeit nicht als dominanter Machtpolitiker nach Peking, betont der Professor vom Europa-Institut der Universität Basel. Innen- und aussenpolitisch stehe der Republikaner unter erheblichem Druck.

«Donald Trump ist mit dem Iran-Krieg, mit dringenderen Anliegen vielleicht am Start», sagt Weber. Gerade der Konflikt im Nahen Osten belastet Washington zusätzlich. Ob Trump darauf hofft, dass China seinen Einfluss geltend macht und Bewegung in den Konflikt bringt, lässt Weber offen.

Donald Trump braucht wirtschaftliche Erfolge

Mindestens ebenso wichtig dürften für die US-Regierung wirtschaftliche Resultate sein. Trump reist mit einer ganzen Reihe prominenter US-Unternehmer nach China. Mit dabei sind unter anderem Nvidia-Chef Jensen Huang, Tesla-Chef Elon Musk und Apple-Chef Tim Cook.

Bereits im Vorfeld kündigte Trump sein Vorhaben auf der Plattform Truth Social an. Er werde Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping bitten, China für amerikanische Wirtschaftsvertreter und Unternehmen zu «öffnen». Das werde seine «allererste Bitte» bei dem Treffen sein.

Für Weber ist klar, worum es Trump dabei geht: «Er will Deals präsentieren, die er daheim verkaufen kann.» Denn schnelle Erfolge seien auch ein geeignetes Mittel, die eigene Bevölkerung zu beruhigen.

Wird China den USA im Iran-Krieg mehr Unterstützung zusichern?

Eine direkte Eskalation zwischen Trump und Xi Jinping erwartet Weber hingegen nicht. «Dieses Treffen gilt gerade auch darum als wichtig, weil man sich hier trifft, weil man miteinander spricht.» Es geht also um Inszenierung und Symbolik – in erster Linie.

Xi Jinping wiederum dürfte demonstrieren wollen, dass China den USA inzwischen auf Augenhöhe begegnet. «Man wird vielleicht sogar versuchen, die Optik zu eigenen Gunsten zu drehen», sagt Weber.

Dass Peking Trump genau analysiert hat, gilt längst als offenes Geheimnis. Vor allem seine Unberechenbarkeit werde in China zunehmend kritisch wahrgenommen.

Weber sagt dazu: «Ich glaube inzwischen vielleicht eher als Schwäche, weil ihn das auch ein bisschen manipulierbar macht.»

Die heikle Taiwan-Frage

Neben wirtschaftlichen Fragen dürfte am Donnerstag vor allem Taiwan im Zentrum stehen.

China betrachtet die demokratisch regierte Insel seit Jahren als Teil des eigenen Staatsgebiets. Immer wieder drohte man in der Vergangenheit damit, Taiwan notfalls auch militärisch einzunehmen.

Die USA gelten als wichtigste Verbündete Taiwans. Deshalb dürfte China von Trump erhoffen, dass er sich deutlicher gegen die Unabhängigkeit der Insel ausspricht, so Weber.

Und obwohl an diesem Donnerstag nicht mit grossen Durchbrüchen gerechnet wird: Schon kleine Formulierungen oder diplomatische Gesten könnten von Xi Jinping innenpolitisch als Erfolg verkauft werden.

Kommentare

User #2656 (nicht angemeldet)

Reagan Waffenverkäufe an Iran auch bekannt als die "Iran-Kontra-Affäre" lehrt man nicht in der Schule, wäre aber wichtig.

User #2406 (nicht angemeldet)

Taiwan interessiert Trump nicht, nur die Waffen- Verkäufe. Trump ist ein Dealer, kein Politiker und schon gar nicht ein Diplomat, dazu fehlen ihm schlicht die Voraussetzungen. Xi wird ihn mit Klamauk und Brimborium ins Leere laufen lassen.

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