G20-Gipfel

    Biden und Xi treffen sich kommende Woche erstmals als Präsidenten

    Keystone-SDA
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    USA,

    Vor dem G20-Gipfel in Indonesien werden sich Joe Biden und Chinas Xi Jinping zum ersten Mal als Präsidenten in Person treffen. Das teilte das Weisse Haus mit.

    China
    Joe Biden und Xi Jinping bei einem Treffen zwischen den USA und China 2013. Damals war Biden noch Vize-Präsident. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kommende Woche findet in Indonesien der G20-Gipfel statt.
    • Dabei soll es zu einem bilateralen Treffen zwischen Joe Biden und Xi Jinping kommen.
    • Es ist das erste Mal, dass sich der US-Amerikaner und der Chinese als Präsidenten treffen.

    US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping kommen am Montag am Rande des G20-Gipfels in Indonesien zu ihrem ersten bilateralen Treffen seit Bidens Amtsantritt zusammen. Das teilte das Weisse Haus am Donnerstag in Washington mit. Die Zusammenkunft fällt in Zeiten besonders angespannter Beziehungen beider Länder.

    Biden und Xi hatten in den vergangenen etwa zwei Jahren zwar fünf Mal miteinander gesprochen, sich aber nicht persönlich getroffen, seitdem Biden im Januar 2021 ins Weisse Haus eingezogen war. Die beiden waren in der Vergangenheit aber bereits persönlich zusammengekommen, als beide noch Vizepräsidenten waren.

    Wegen der Corona-Pandemie hatte der chinesische Präsident seit Januar 2020 lange überhaupt keine Auslandsreisen unternommen und war erst im vergangenen September zu seinem ersten Auslandstrip seit zweieinhalb Jahre aufgebrochen – nach Kasachstan und Usbekistan.

    Treffen vor G20-Gipfel in Indonesien

    Am 15. und 16. November steht auf der indonesischen Insel Bali der G20-Gipfel grosser Wirtschaftsmächte an. Es war länger klar, dass sowohl Biden als auch Xi anreisen würden. Bislang war ein bilaterales Treffen der beiden aber noch nicht offiziell bestätigt. Das Gespräch findet nun vor dem offiziellen Gipfel-Auftakt statt.

    «Ich glaube nicht, dass sich die beiden zusammensetzen werden, um alle Differenzen oder Probleme zu lösen», sagte eine hohe Regierungsvertreterin mit Blick auf das Treffen. Es solle sich viel mehr um ein «strategisches, tiefgreifendes und substanzielles Gespräch» handeln, bei dem es auch darum ginge, Missverständnisse auszuräumen. Eine gemeinsame Erklärung nach der Unterhaltung sei nicht geplant, sagte sie weiter.

    Biden: «Es gibt vieles, was wir besprechen müssen.»

    Biden hatte sich am Mittwoch bereits zu einem möglichen Treffen geäussert und gesagt: «Es gibt vieles, was wir besprechen müssen.» Er wolle «rote Linien» im Umgang miteinander bereden. Es gehe darum, zu verstehen, was Xi für die entscheidenden nationalen Interessen Chinas halte und inwieweit das mit den Interessen der USA in Konflikt stehe.

    Taiwan China
    Taiwanische Soldaten führen Militärübungen durch. - AFP

    Biden kündigte an, in einem solchen Gespräch auch über Taiwan sprechen zu wollen. Die Haltung der USA zu Taiwan habe sich nicht verändert, betonte er. Biden hatte Taiwan in der Vergangenheit im Angriffsfall militärische Unterstützung zugesagt und damit China verärgert. Die kommunistische Führung in Peking betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung. Die USA haben sich der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet – was bislang vor allem Waffenlieferungen bedeutete.

    Auch die Haltung gegenüber Russland dürfte bei dem Treffen zur Sprache kommen. China hat den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bislang nicht klar verurteilt. Xi und der russische Präsident Wladimir Putin hatten sich im September beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Usbekistan getroffen und dort demonstrativ den Schulterschluss geübt – auch und gerade gegenüber den Vereinigten Staaten. Biden werde mit Chinas Präsident Xi ehrlich und direkt darüber sprechen, wie die US-Regierung die Situation in der Ukraine mit Blick auf Russlands Angriffskrieg sehe, kündigte die US-Regierungsvertreterin an.

    Putin nicht an G20-Gipfel dabei

    Putin hatte lange offengelassen, ob er an dem G20-Gipfel in Indonesien teilnehmen würde. Am Mittwoch hatte der Kreml schliesslich mitgeteilt, dass der russische Präsident nicht anreisen wird. Russland wird dort nun von Aussenminister Sergej Lawrow vertreten.

    Die Beziehungen zwischen den USA und China sind angespannt. Es gibt diverse Konfliktpunkte. Bidens Regierung sieht China als grösste geopolitische Herausforderung und Konkurrenz. In der neuen US-Strategie zur nationalen Sicherheit, die Mitte Oktober veröffentlicht worden war, hiess es, Peking wolle seine Einflusssphäre im indopazifischen Raum erweitern und die führende Macht der Welt werden. «Die Volksrepublik China ist der einzige Konkurrent, der nicht nur die Absicht hat, die internationale Ordnung umzugestalten, sondern auch über die wirtschaftliche, diplomatische, militärische und technologische Macht verfügt, dies zu tun.»

    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war vergangene Woche zu einem Treffen mit Xi nach China gereist. Anschliessend informierte er Biden über seinen Besuch.

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