Bundesaussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat Kritik an den deutschen Plänen zur Truppenverstärkung an der Nato-Ostflanke zurückgewiesen.
Baerbock verteidigt Pläne für den Osten der Nato
Baerbock verteidigt Pläne für den Osten der Nato - POOL/AFP

Sie sagte am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels in Madrid dem Sender Al-Dschasira, es sei «nicht wahr», dass Länder wie Estland von Russland überrannt werden könnten, weil Deutschland im Baltikum nicht genug Truppen stelle.

«Ich muss dieses Bild zurückweisen», sagte Baerbock zu Äusserungen der estnischen Regierungschefin Kaja Kallas, Teile ihres Landes drohten bei einem russischen Angriff «ausgelöscht» zu werden. Die deutsche Aussenministerin verwies auf die angekündigte deutsche Brigade in Litauen. Kallas hatte der Nato in der «Financial Times» vorgeworfen, viel zu wenige Truppen vorzusehen.

Die Kritik aus den Baltenländern entzündet sich auch daran, dass Deutschland und andere Nato-Länder die Zusatzkräfte nicht dauerhaft im östlichen Bündnisgebiet stationieren, sondern sie nur für Trainingseinheiten entsenden wollen.

Baerbock betonte, die Nato reagiere mit ihrer neuen Taktik auf Gräuel wie in den Kiewer Vororten Butscha und Irpin, wo Russland massive Kriegsverbrechen und Massaker an Zivilisten vorgeworfen werden. «Vorher hatten wir die sogenannte Stolperdraht-Taktik, was bedeutet, dass Verstärkung innerhalb von Tagen eintrifft, wenn etwas passiert», sagte die Grünen-Politikerin. «Aber uns ist klar geworden, dass wir diese Zeit nicht haben.»

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