Recep Tayyip Erdogan

    Autorin Erdogan schliesst Rückkehr in ihr Heimatland Türkei aus

    AFP
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    Türkei,

    Wenige Tage nach ihrer Freisprechung von Terrorvorwürfen hat die in Deutschland im Exil lebende Schriftstellerin Asli Erdogan eine Rückkehr in ihr Heimatland Türkei ausgeschlossen.

    Asli Erdogan im Jahr 2018
    Asli Erdogan im Jahr 2018 - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Freigesprochene Schriftstellerin befürchtet erneute Festnahme.

    Unter den «gegenwärtigen Umständen» könne sie nicht in die Türkei zurückgehen, da sie Gefahr laufe, erneut festgenommen zu werden, sagte Erdogan der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefoninterview. «Eine weitere Festnahme würde für mich den Tod bedeuten.»

    «Um ehrlich zu sein, war ich sehr überrascht. Fast alle gingen davon aus, dass ich verurteilt werden würde», sagte die Autorin, die nicht mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verwandt ist, über ihren Freispruch. «Ich kann es immer noch nicht glauben, aber wenn es nicht dieser Fall ist, wird es einen anderen Fall geben.» Jegliche Äusserungen, die sie in Interviews oder an anderer Stelle abgebe, könnten in einem erneuten Gerichtsverfahren gegen sie verwendet werden, sagte die 52-Jährige weiter.

    Ein Gericht in Istanbul hatte Erdogan am Freitag nach einem umstrittenen Gerichtsprozess freigesprochen. Die Richter befanden die Autorin als der «Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung» sowie «Zersetzungsversuchen» nicht schuldig. Das Gericht ordnete zudem die Einstellung eines Verfahrens wegen «Terrorpropaganda» an.

    Asli Erdogan hatte Kolumnen für die pro-kurdische Zeitung «Özgür Gündem» verfasst. Nach dem Putschversuch gegen Präsident Erdogan im Juli 2016 wurde die Zeitung unter dem Vorwurf von Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) geschlossen, mehrere Mitarbeiter wurden festgenommen. Asli Erdogan und anderen Angeklagten wurde vorgeworfen, durch ihre Mitarbeit bei «Özgür Gündem» die PKK unterstützt zu haben.

    Asli Erdogans Festnahme 2016 hatte international Empörung ausgelöst. Sie verbrachte 130 Tage in Untersuchungshaft, bevor sie schliesslich freigelassen wurde und ins Exil nach Deutschland ging.

    Seit dem Putschversuch wurden in der Türkei etliche Medien geschlossen und Journalisten festgenommen. Die Türkei verschärfte zudem die Repressionen gegen Intellektuelle, Wissenschaftler und Aktivisten. Zu den bekanntesten im Exil lebenden türkischen Intellektuellen zählt neben Asli Erdogan der frühere Chefredakteur der Zeitung «Cumhuriyet», Can Dündar, der ebenfalls nach Deutschland geflohen ist.

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