Preis aber höher! Ikea-Restaurant tischt weniger Fleischbällchen auf
Im Ikea-Restaurant für sieben Franken zehn Fleischkügeli vernichten? Das war einmal. Heute gibt es weniger Köttbullar, dafür Erbsen – und einen höheren Preis.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Fleischbällchen-Standard-Menü verkauft das Ikea-Restaurant heute zwei Fleischbällchen weniger als noch vor fünf Jahren.
- Das Menü kostet aber zwei Franken mehr. Ein Fleischliebhaber ist enttäuscht.
- Ikea rechtfertigt sich: Dafür ist im neuen Menü Gemüse enthalten – zudem sei der Einkaufspreis beim Fleisch gestiegen.
Ein Büezer aus dem Oberaargau ist enttäuscht, als er kürzlich im Ikea-Restaurant in Lyssach BE feststellt: «Sie haben die Anzahl Fleischbällchen reduziert!», berichtet er Nau.ch.
Er erinnert sich genau, dass es früher zehn gewesen waren. Rund sieben Stutz kostete das Menü. Inzwischen sind es nur noch acht – aber das Menü kostet fast neun Franken.
Shrinkflation beim schwedischen Möbelriesen?
Fleisch wird weniger, Preis höher – dafür gibts Gemüse
Eine Nau.ch-Recherche zeigt: Tatsächlich bot Ikea noch 2021 das Standard-Fleischbällchen-Menü mit Kartoffelstock Rahmsauce und Preiselbeeren für 6.95 Franken an. Enthalten waren zehn Fleischbällchen (auf Schwedisch «Köttbullar»).
2022 dann die erste Änderung: Plötzlich gibt es nur noch acht Fleischbällchen – dafür werden dem Menü Erbsen hinzugefügt. Der Preis bleibt aber gleich.
Seit 2023 kostet dasselbe Gericht – mit acht statt zehn Fleischbällchen – zwei Franken mehr. Der Preis von 8.95 besteht bis heute.
Eine weitere Änderung gibt es jedoch: Als die Anzahl Köttbullar von zehn auf acht reduziert wurde, gab es neu die Option, vier Fleischbällchen dazuzukaufen. Kostenpunkt war zwei Franken.
Heute ist der Preis derselbe – aber statt vier Fleischbällchen gibt es dafür jetzt nur noch zwei.
Ikea: «Gesamtgewicht ist unverändert geblieben»
Margot Schneider von Ikea Schweiz verteidigt bei Nau.ch die Entwicklung der Menüs und Preise: Man wolle den Kundinnen und Kunden ausgewogenere Mahlzeiten ermöglichen.
«Seit dem 1. Juli 2022 bietet Ikea Köttbullar in drei Portionsgrössen an: mit 8, 12 oder 16 Stück – zuvor waren es 10, 15 oder 20 Stück», sagt sie. So solle unter anderem die Umweltbelastung reduziert werden.
«Die Rezeptur enthält heute zudem mehr Gemüse, unter anderem Erbsen, während das Gesamtgewicht der jeweiligen Portion unverändert geblieben ist.»
Fleisch kostet mehr im Einkauf
Auch der Einkaufspreis spielt jedoch eine Rolle, gibt Schneider zu bedenken. «Wie viele Unternehmen im Food-Bereich sind auch wir von steigenden Kosten betroffen. Insbesondere bei Fleisch, aber auch durch die allgemeine Teuerung sowie höhere Kosten entlang der Wertschöpfungskette.»

Sie betont, dass man für zwei Franken zwei zusätzliche Fleischbällchen kaufen könne. «In allen Ikea-Restaurants in der Schweiz gelten dieselben Portionsgrössen und Beilagenoptionen.»
Zudem sei es dem Möbelhaus wichtig, dass sein Essen für viele Menschen bezahlbar bleibe. Eine vierköpfige Familie könne bei Ikea immer noch für unter 20 Franken essen.
Konsumentenvertreterin: «Das ist keine Shrinkflation»
Konsumentenvertreterin Babette Sigg vom Schweizerischen Konsumentenforum KF versteht zwar die persönliche Enttäuschung des Fleischliebhabers. Doch bei Ikea sieht sie keinen Fehler.
«Er kann weiterhin so viele Fleischbällchen essen wie bisher, er kann sie einfach dazu kaufen. Und wenn er kein Gemüse will, darf er das so auch sagen!»
Für Sigg steht fest: «Das ist keine Shrinkflation. Die ganze Welt spricht über Nachhaltigkeit und darüber, dass man mehr Gemüse essen sollte. Aber wenn ein Unternehmen das dann wirklich umsetzt, passt es auch nicht allen.»
Ikea hätte die Änderung auch nicht aktiver kommunizieren müssen, findet Sigg. «Es ist das gute Recht der Firma, ein Produkt zu ändern. Genauso, wie es das gute Recht des Konsumenten ist, das Produkt zu kaufen – oder nicht.»


















