Warum Merz bei Jungen so schlecht dasteht
Merz kommt bei unter 35-Jährigen nur noch auf 3,6 Prozent Zustimmung. Wie konnte es so weit kommen?

Kein Kanzler war je so unbeliebt. Und bei keiner Wählergruppe ist der Absturz so dramatisch wie bei den Jungen.
Laut «ZDFheute» stimmten im Mai 2025 noch 30 Prozent der 18- bis 34-Jährigen zu, dass Merz seine Arbeit gut macht. Das zeigt eine exklusive Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen.
Im August 2026 lag dieser Wert bei bloss noch 3,6 Prozent. So gut wie niemand unter 35 findet also, dass Merz seinen Job gut macht, wie «ZDFheute» berichtet.
Wehrpflicht trifft einen Nerv
Ein zentrales Thema, das junge Menschen aufbringt, ist die Debatte um die Wehrpflicht. Auf TikTok und an Kundgebungen gegen eine mögliche Wehrpflicht rufen junge Demonstranten laut «ZDFheute» Parolen, die ihre Wut kanalisieren.
Der Tenor in sozialen Medien lautet: Wenn der Staat wenig für die Jugend tue, sei die Bereitschaft gering, sich für ihn einzusetzen. Migration hingegen sei für junge Wähler weniger bedeutsam, wie Sozialforscher Dr. Kilian Hampel von der Universität Konstanz einordnet.
Klimawandel, Wohnraum und Preissteigerungen seien im Sorgenranking junger Menschen wichtiger als Migration, betont Hampel laut «ZDFheute». Letzteres gilt als Hauptthema von Merz.
Rente und Schulden entfremden auch Konservative
Besonders stark sei die Zustimmung für Merz bei den Jungen zwischen Mai und August 2026 gefallen. Von 18,5 Prozent auf 3,6 Prozent, so «ZDFheute». In diese Zeit falle unter anderem das Reformpaket der Koalition.
Für die Jungen ist demnach vorgesehen, später in Rente zu gehen und gleichzeitig höhere Beiträge zu zahlen als die Elterngeneration. Damit habe sich auch die Junge Union, einst ein glühender Fanclub von Merz, enttäuscht abgewendet, berichtet «ZDFheute».
Beim Deutschlandtag der Jungen Union stellte sich Merz hinter den umstrittenen Rentengesetzentwurf, berichtet die «Stuttgarter Zeitung». Damit stiess er den Parteinachwuchs, der das Paket ablehnt, vor den Kopf.
Gesellschaftliche Kluft als strukturelles Problem
Die Trendstudie «Jugend in Deutschland 2026», co-autorisiert von Sozialforscher Dr. Kilian Hampel, zeichnet ein düsteres Bild. Laut dem «dbb magazin» sagte Hampel, die Bundesregierung repräsentiere junge Menschen nicht und ignoriere sie aktiv.
Die Studie belege, dass die Unzufriedenheit politische Folgen hat: Die Linke komme bei Jungen auf 25 Prozent, die AfD auf 20 Prozent, so das «dbb magazin». Die Parteien der bürgerlichen Mitte – allen voran die Union unter Merz – verlören dagegen massiv an Zustimmung.

Hampel betonte: «Die Studie unterstreicht, wie dringend junge Menschen verlässliche Perspektiven für Arbeit, Wohnen und finanzielle Sicherheit benötigen.» Laut der Trendstudie plane mittlerweile jede fünfte junge Person konkret, Deutschland zu verlassen.
Kommunikation verstärkt das Misstrauen gegenüber Merz
Kommunikative Fehltritte von Merz finden auf Social Media besonders grosse Verbreitung, hält «ZDFheute» fest.
Seine Bemühungen, missverständliche Aussagen später zu korrigieren, gingen kaum viral.
Dabei seien im Bundestag lediglich 15,7 Prozent der Abgeordneten unter 35 Jahre alt, stellt «ZDFheute» fest. Die älteste Fraktion nach der AfD sei jene der Union mit dem 70-jährigen Merz an der Spitze.












