Wer nicht geimpft, getestet oder genesen ist, darf nicht mehr in Innenräume von Restaurants. Nun plädiert auch SVP-Wirtin Esther Friedli für neue Staatshilfen.
SVP-Nationalrätin Esther Friedli fordert Härtefallgelder für die Gastronomie-Betriebe. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der Zertifikatspflicht klagen Beizen über Umsatzeinbussen und wollen Staatshilfe.
  • SVP-Nationalrätin und Wirtin Esther Friedli schliesst sich der Forderungen an.

Die Zertifikatspflicht in der Gastro-Branche entfacht heftige Diskussionen, führt zu Demonstrationen - und offenbar auch Umsatzeinbussen. Am Dienstag schlug der Branchenverband Gastrosuisse deshalb Alarm. Und er fordert, dass finanzielle Einbussen in Folge der Zertifikatspflicht staatlich entschädigt werden müssen.

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Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer. (Archivbild) - Keystone

Im Bundeshaus stösst Präsiden Casimir Platzer damit auf offene Ohren. SP-Co-Chefin Mattea Meyer sprach sich gegenüber Nau.ch bereits dafür aus, Betrieben unter die Arme zu greifen.

Esther Friedli (SVP): «Staat muss aufkommen»

Nun zeigt sich: Auch die SVP zeigt sich demgegenüber nicht abgeneigt. SVP-Nationalrätin und Gastronomin Esther Friedli steht voll und ganz hinter der Forderung von Gastrosuisse, in dessen Vorstand sie sitzt.

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SVP-Nationalrätin Esther Friedli mit Partner und alt Nationalrat Toni Brunner in ihrem Restaurant. - Screenshot SRF Rundschau

Die Zertifikatspflicht sei schliesslich eine bundesrätliche Massnahme, also müsse auch der Staat für Umsatzeinbussen aufkommen. Schon nach wenigen Tagen habe die Einführung der Zertifikatspflicht bei der Mehrheit der Restaurants zu grösseren Umsatzeinbussen geführt.

«Wir dürfen nur diejenigen Gäste in den Innenräumen bewirten, die über ein gültiges Covid-Zertifikat verfügen. Das bedeutet, dass man einen gewissen Anteil – je nach Impfquote der Gäste – gar nicht bewirten darf.»

FDP gegen neue Rundum-Entschädigungen

Müsste dann auch gleiches Recht für zum Beispiel die Fitnesszentren gelten, so wie dies die SP fordert? «Natürlich, das gilt für alle Branchen, die aufgrund der Zertifikatspflicht einen grösseren wirtschaftlichen Schaden haben», sagt Friedli zu Nau.ch.

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Ein Corona-Zertifikat wird in einem Restaurant kontrolliert. - keystone

Die Befürchtung anderer SVPler, die Betriebe könnten dann je länger je mehr am Staatstropf hängen, teilt Friedli nicht. «Das wollen wir sicher nicht. Ich denke, jeder Wirt will ja selbst sein Geld verdienen.»

Soll der Staat Beizen entschädigen, die wegen der Zertifikatspflicht weniger Einnahmen haben?

Anders sieht das FDP-Nationalrätin Christa Markwalder. Die Zertfikatspflicht sei eine Massnahme, um überhaupt einen Betrieb zu ermöglichen. Es handle sich um «die mildestmögliche Massnahme» und sei keinesfalls widerrechtlich.

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FDP-Nationalrätin Christa Markwalder. - parlament.ch

Deshalb findet sie, der Staat solle sich mit weiteren Abgeltungen zurückhalten. Sicher ist: Weitere Härtefallhilfen müssten wohl erneut mit Ergänzungen des Covid-Gesetzes eingeführt werden.

Das dürfte einerseits einige Zeit beanspruchen. Andererseits entscheidet die Bevölkerung im November über die weitere Verwendung des Zertifikats. Das Verdikt dürfte so oder so einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wem wie viel Geld zugesprochen wird.

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