Fitnesszentren klagen über Abo-Kündigungen wegen der Zertifikatspflicht. Muss der Bund für die Ausfälle aufkommen? SP-Co-Chefin Mattea Meyer findet: Unbedingt.
Fitnesszentren Zertifikatspflicht Mattea Meyer
Die Fitnesszentren kämpfen mit dem Ausblieb von ungeimpften Kunden – SP-Co-Chefin Mattea Meyer will sie dafür entschädigen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahlreiche Impfgegner verzichten mit der Zertifikatspflicht auf Besuche im Fitnessstudio.
  • Nun fordert die Branche, dass der Bund für die Einnahmeausfälle aufkommt.
  • SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer zeigt Verständnis und kämpft für neue Härtefall-Hilfen.

Seit Montag gilt in Fitnesszentren die Zertifikatspflicht. Nur noch geimpfte, genesene oder negativ getestete Menschen dürfen seither dort trainieren. Das passt offenbar nicht allen Hobby-Sportlern. Diverse Betriebe beklagen sich über Abo-Kündigungen.

Eine Forderung nach Entschädigung war demnach nur eine Frage der Zeit. In der «NZZ» macht Claude Ammann, Präsident des Branchenverbands nun genau das. Der Bund müsse alle Einnahmeausfälle decken – durch Steuergelder.

Claude Ammann
Claude Ammann ist Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitsverbandes. - ZVG

«Wir erleben derzeit eine Kündigungswelle von Personen, die sich nicht impfen lassen wollen», erklärt Ammann. Das sei gerade im Hinblick auf die wichtigen Herbst- und Wintermonate ein grosses Problem.

«Nicht für tiefe Impfquote haftbar machen»

Auf offene Ohren stossen die Fitnesszentren im Bundeshaus auf der linken Ratsseite. SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer zeigt Verständnis für das Anliegen. «Wenn Firmen und dadurch auch Menschen unter den gesundheitspolitischen Massnahmen leiden, müssen sie durch den Staat entschädigt werden», sagt sie zu Nau.ch.

Mattea Meyer Coronavirus
SP-Co-Chefin Mattea Meyer fordert Hilfe für jene, die unter den Massnahmen gegen das Coronavirus leiden. - Keystone

Das gelte auch für Fitnesszentren, die durch die Zertifikatspflicht weniger Kunden haben. Denn: «Man kann diese ja nicht für die tiefe Impfquote haftbar machen.» Solche von der Zertifikatspflicht betroffene Branchen dürften nicht vergessen gehen.

Neue Ergänzung im Covid-Gesetz?

Die werde sich diesbezüglich «für neue Härtefall-Hilfen einsetzen», verspricht Meyer. Diese werde wohl im Rahmen der Verlängerung des Covid-Gesetzes geschehen müssen.

Muss der Staat für Ausfälle durch die verordnete Zertifikatspflicht aufkommen?

Dieses dürfte im Oktober wieder aufs Tapet kommen. Kurz danach – im November – entscheidet die Stimmbevölkerung über den weiteren Einsatz des Covid-Zertifikats.

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