Volk soll Weichen für Erneuerung des Tierparks Bern stellen
Die Stadtberner Stimmberechtigten können sich im Juni zur Weiterentwicklung des Tierparks Dählhölzli äussern. Der Stadtrat stellte sich am Donnerstag mit 61 zu 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen hinter die Anpassungen der baurechtlichen Grundordnung.

Geplant ist, das alte Ökonomiegebäude beim Kinderzoo zu ersetzen. Zudem ist ein neues Haupteingangsgebäude an der Aare geplant. Zwischen den Gebäuden soll ein neuer Familienzoo entstehen.
Stadtpräsidentin Marieke Kruit (SP) sprach im Rat von einer «strategischen Weichenstellung». Es gehe um die Frage, wie sich der Tierpark unter klar definierten Rahmenbedingungen weiterentwickeln könne.
Die Planungsvorlage ermögliche nicht eine beliebige Ausdehnung, sondern eine gezielte Ausrichtung an heutige Anforderungen: «Artgerechte Tierhaltung, moderne und nachhaltige Infrastruktur, Energieeffizienz, Hochwasserschutz sowie Massnahmen zur Klima-Anpassung.»
Die Ratsmehrheit sah es auch so. Der Tierpark könne sich hin zu mehr Tierwohl, mehr Nachhaltigkeit und zu zeitgemässen Anlagen entwickeln, sagte etwa Salome Mathys (GLP). Dass es weiterhin einen Familienzoo geben werde, sei ein starkes Zeichen dafür, dass der Tierpark die Bedürfnisse der Bevölkerung ernst nehme.
2023 hatte die Tierparkleitung die Schliessung des Streichelzoos angekündigt. Dagegen sammelte die SVP zusammen mit Partnern über 5000 Unterschriften. Die Initiative zog sie erst zurück, nachdem der Tierpark die Weiterführung eines Kinderangebots bekanntgegeben hatte.
Grundsatzkritik an der Planungsvorlage kam von Tobias Sennhauser (Tier im Fokus). Im Kern gehe es darum, dass der Tierpark attraktiver werde und mehr Menschen anziehe. Zoos befänden sich in einem ständigen Wettbewerb untereinander, weshalb sie mit neuen Anlagen, Attraktionen und Erlebnisangeboten auf sich aufmerksam machen müssten.
«Es ist ein Wettrüsten nicht zugunsten der Tiere, sondern der Zoos», sagte Sennhauser. Das Dählhölzli sollte in erster Linie den Tieren und dem Artenschutz verpflichtet sein. Dazu brauche es weder neue Tieranlagen noch einen neuen Eingang.






