Nebiker-Turm: Wann kommt der «Fuck SVP»-Schriftzug weg?
Vor fast zwei Jahren fand in Sissach BL eine Demo gegen Rechtsextremismus statt. Ein mutmassliches Relikt von damals besteht bis heute. Wie lange noch?

Das Wichtigste in Kürze
- Im April 2024 wurde der Nebiker-Turm in Sissach BL beschmiert.
- Seitdem prangt ein «Fuck SVP» prominent platziert an der Turmwand.
- Bei der Nebiker AG sucht man weiter nach Lösungen, den Vandalenakt unkenntlich zu machen.
Seit beinahe mittlerweile zwei Jahren prangt markant sichtbar in Sissach BL eine wenig charmante Botschaft. In grossen schwarzen Lettern steht auf dem Industrie-Turm der Nebiker AG «Fuck SVP».
Angebracht wurde der Schriftzug mutmasslich im Rahmen einer Demo gegen Rechtsextremismus, die von der Baselbieter Juso organisiert wurde.
Die damalige Präsidentin der Jungpartei, Angel Yakoub, distanzierte sich von der Sachbeschädigung.
Mit dem Inhalt hatte sie jedoch weniger Probleme: «Der Schriftzug kann auch als Systemkritik verstanden werden, als Kritik an der ganzen Partei SVP, die einen Teil der Neuen Rechten darstellt. Und hinter diesem Inhalt kann ich stehen», sagte Yakoub gegenüber «OnlineReports».
Die besagte Demo fand am 13. April 2024 statt. Dennoch ist der Schriftzug weiterhin auf dem Turm von Weitem sichtbar – und das in einer gerade mal knapp 7000-Seelen-Gemeinde.
Wer hinter diesem Vandalenakt steckt, ist bis heute unklar. Geschäftsleitungsmitglied Susanne Nebiker schreibt auf Nau.ch-Anfrage, dass bis heute keine Täterschaft ermittelt werden konnte – trotz Anzeige. Dies bestätigt auch die Kantonspolizei Baselland.
Man sei immer noch dabei, eine Lösung zur Beseitigung des Schriftzugs zu finden. Nebiker wirft dabei neben der Entfernung der Schriften auch die Übermalung durch Street-Art-Kunst als Möglichkeit in den Raum. «Was auch immer es wird, die Kosten werden sicher im fünfstelligen Bereich sein», sagt sie.
Gegründet wurde das Unternehmen, bekannt unter anderem für seinen General-Sutter-Kirsch, von Hans Nebiker. Sein Sohn, Hans-Rudolf Nebiker, hat tatsächlich einen SVP-Bezug.
Von 1975 bis 1998 sass er für die Volkspartei im Nationalrat. 1991/92 war er Nationalratspräsident. Zwischen 1982 und 1989 präsidierte er die SVP-Fraktion in der Bundesversammlung.

Nebiker galt jedoch als liberales Mitglied der Partei. Somit dürfte sich der Zorn der Vandalen wohl kaum gegen ihn gerichtet haben. Zumal der Politiker bereits im Jahr 2008 verstarb.















