Migros

Tierschützer reichen Beschwerde gegen Migros-Werbung ein

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Bern,

Eine Allianz aus Tierschutzorganisationen kritisiert eine Migros-Werbung: Die Aussage «Immer aktuell: Tierwohl» beschönige die Realität. Diesen Vorwurf weist der Grossverteiler zurück.

Die Migros soll den Verkauf von pflanzlichen Produkten fördern: «Das wäre nämlich wirklich tierfreundlich», heisst es in der Beschwerde von «Werbemist».
Die Migros soll den Verkauf von pflanzlichen Produkten fördern: «Das wäre nämlich wirklich tierfreundlich», heisst es in der Beschwerde von «Werbemist». - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Team von «Werbemist» plant in den nächsten Tagen eine Beschwerde bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK), wie es am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Hinter «Werbemist» stehen die Tierschutzorganisationen «Animal Rights Switzerland», «Sentience», die «Stiftung für das Tier im Recht (TIR) «und «Tier im Fokus (TIF)». Die «Sonntags-Zeitung» hatte zuerst darüber berichtet.

Die Behauptung «Immer aktuell: Tierwohl» aus der Migros-Werbekampagne sei angesichts der gravierenden Tierschutzprobleme der Tierwirtschaft «zynisch». Die Organisationen verwiesen auf schmerzhafte Brustbeinbrüche bei Legehennen oder die CO2-Betäubung von Schweinen, die zu Erstickungspanik führe.

Trotzdem kann die Migros die Labels «Tierwohl» oder «tierfreundlich» zu Werbezwecken verwenden, denn diese Begriffe seien rechtlich nicht geschützt, so «Werbemist». In der Beschwerde gab die Tierschutzallianz an, der Migros deswegen «Welfare Washing» vorzuwerfen.

Die Migros wies die Vorwürfe zurück. Tierwohl sei für die Migros ein klarer Auftrag, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Man überprüfe Standards laufend und setze Verbesserungen um. Klar sei aber auch, schrieb die Migros, dass sich Herausforderungen in der Tierhaltung «nur gemeinsam mit Landwirtschaft, Forschung und Behörden» angehen liessen.

Gemäss «Sonntags-Zeitung» fokussiert sich die Migros seit 2023 stärker auf eine Tiefpreisstrategie. Zudem habe das Unternehmen sein Ziel, bei Importfleisch die gleichen Mindeststandards wie bei Schweizer Fleisch zu garantieren, mittlerweile aufgegeben.

Damit lasse sich die Kritik auf einen strategischen Kurswechsel der Migros unter der neuen Leitung zurückführen.

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