Als Migros-Gründer Duttweiler den Zürcher Taxikrieg entfachte
Vor 75 Jahren hat ein heftiger Konflikt das Schweizer Taxigewerbe erschüttert. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler versuchte mit günstigen Taxis, die etablierten Anbieter herauszufordern. Sein genossenschaftliches Projekt scheiterte jedoch am Widerstand der Konkurrenz.

Der als «Taxikrieg» bekannte Konflikt eskalierte im Jahr 1951. Auslöser war eine Lockerung der staatlichen Reglementierung des Taxiwesens. Gottlieb Duttweiler, auch Gründer des Landesrings der Unabhängigen (LdU), nutzte die Gelegenheit und gründete die Minitax AG. Er kaufte 100 gelbe Taxis der Marke Vauxhall, um mit günstigen Fahrpreisen die dominante Stellung der traditionellen Taxiunternehmen in Zürich zu brechen.
Die etablierten Taxiverbände reagierten auf die neue Konkurrenz mit massivem Widerstand. Sie senkten ebenfalls ihre Preise, was den Konflikt weiter anheizte. Zudem bekämpften sie die neuen Anbieter mit Protesten, Blockaden und auf juristischem Weg. Ziel war es, das genossenschaftlich organisierte Modell von Duttweiler zu verhindern und die bestehenden Strukturen zu erhalten, was ihnen schliesslich auch gelang.
Die Idee günstiger Taxis war für Duttweiler nicht neu gewesen. Bereits 1934, während der Weltwirtschaftskrise, hatte er die Einführung von Kleintaxis zur Schaffung von Arbeitsplätzen propagiert. Ein entsprechendes Konzessionsgesuch in Zürich war damals jedoch vergeblich gewesen.
Ein Höhepunkt des Zürcher «Taxikriegs» war ein Rededuell am 27. Juli 1951. Im vollbesetzten Zürcher Volkshaus standen sich Duttweiler und der Taxiunternehmer G. Winterhalder gegenüber. Die Debatte zog grosses öffentliches Interesse auf sich und verdeutlichte die verhärteten Fronten des Konflikts.
Für besonderes Aufsehen sorgte die einzige Frau, die für die Minitax AG als Fahrerin tätig war. Die Publikation «Der Brückenbauer» berichtete über die abfälligen Reaktionen, denen sie ausgesetzt war: «Hä, lueg die Grite! Es Wiib als Taxichauffeur, erklärten ein paar Milchschnäuze im Rekrutengwändli geringschätzig», hiess es in einem Artikel, wie Migros auf seiner Webseite zu seinem Gründer schreibt.
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