In diesem Jahr stehen in sieben Kantonen Regierungs- und Parlamentswahlen an. Gewählt wird unter anderem in Bern.
Eine Person schiebt ihren Stimmzettel in die Wahlurne in einem Wahllokal in Bern.
Eine Person schiebt ihren Stimmzettel in die Wahlurne in einem Wahllokal in Bern. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 2022 wählen sieben Kantone Regierung und Parlament neu.
  • Dabei handelt es sich um Bern, Zug, Ob- und Nidwalden, Glarus, Graubünden und die Waadt.
  • Der Kanton Thurgau ersetzt am 13. Februar den Regierungsrat.

2022 werden in sieben Kantonen die Regierung und das Parlament neu gewählt. Gesamterneuerungswahlen gibt es in Bern, in den Zentralschweizer Kantonen Zug, Ob- und Nidwalden, in Glarus und Graubünden sowie in der Waadt. Im Thurgau findet eine Regierungsratsersatzwahl statt, und im Kanton Zürich werden Stadt- beziehungsweise Gemeinderegierungen und -parlamente neu bestellt.

Als erstes findet im Kanton Thurgau am 13. Februar eine Ersatzwahl in den Regierungsrat statt. Einziger Kandidat ist der Arboner Stadtpräsident und Mitte-Kantonsrat Dominik Diezi.

Auch die Bevölkerung im Kanton Glarus wählt am 13. Februar, und zwar die Regierungs- und Gemeinderäte - und am 15. Mai die Landratsmitglieder. Alle bisherigen fünf Regierungsmitglieder (2 FDP, 1 Mitte, 1 SP, 1 SVP) stellen sich zur Wiederwahl.

Gleich drei Zentralschweizer Kantone wählen im kommenden Jahr Regierung und Parlament neu. In Ob- und Nidwalden ist der Wahltermin am 13. März und in Zug am 2. Oktober. In allen drei Fällen kommt es zur Kampfwahl um die Regierungsratssitze.

Nidwaldner Regierungsratswahl: Teilnahme von der Linken unklar

In Zug will die Linke, die seit 2018 nicht mehr in der Regierung ist, mindestens einen Sitz erobern. Die Mitte stellt drei Sitze, FDP und SVP stellen je zwei.

Exakt gleich zusammengesetzt ist die Exekutive in Nidwalden, wo es aber einen Doppelrücktritt gibt (Josef Niederberger, Mitte, und Alfred Bossard FDP). Den will die SVP nutzen, um einen dritten Sitz zu holen.

Im Gegensatz zum Kanton Zug ist in Nidwalden noch nicht entschieden, ob die Linke, die seit 2010 in der Opposition ist, an den Regierungsratswahlen teilnimmt. In Obwalden treten alle fünf Regierungsratsmitglieder (je 1 SVP, FDP, CVP, CSP und parteilos) erneut an.

Bern wählt am 27. März

Im Kanton Bern werden am 27. März der Regierungsrat und der Grosse Rat gewählt. Die Bürgerlichen wollen ihre Mehrheit in der Regierung mit einem Viererticket verteidigen, das von SVP, FDP, Mitte und EDU getragen wird. Darauf sind die Bisherigen Philippe Müller (FDP), Christoph Neuhaus (SVP) und Pierre Alain Schnegg (SVP), dazu neu Astrid Bärtschi (Mitte). Die GLP schickt Casimir von Arx ins Rennen, die EVP Christine Grogg.

Das Rathaus Bern
Das Rathaus Bern. - Keystone

Erklärtes Ziel von Rot-grün ist es, die bürgerliche Regierungsmehrheit zu knacken. Das Bündnis steigt ebenfalls mit einer Viererliste ins Rennen. Darauf stehen die Bisherigen Christoph Ammann (SP), Evi Allemann (SP) und Christine Häsler (Grüne) sowie der amtierende Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP), der den Sitz der nicht mehr antretenden Beatrice Simon erobern (Mitte) soll.

Auch der 160-köpfige Grosse Rat ist bürgerlich dominiert. Bei den Wahlen vor vier Jahren gingen SP und FDP als Sieger hervor. Federn lassen mussten SVP, EVP, Grüne und die damalige BDP.

Wiedereinzug der SVP in der Waadt?

In der Waadt stehen am 20. März die Gesamterneuerungswahlen für den siebenköpfigen Staatsrat und das Kantonsparlament an.

In der Kantonsregierung stehen vier rot-grüne Mitglieder drei Angehörigen der FDP gegenüber. Diese will ihre Sitze mit ihrer bisherigen Regierungsrätin Christelle Luisier sowie neu mit Nationalrätin Isabelle Moret und Nationalrat Frédéric Borloz verteidigen.

Wahlurne
Eine Hand steckt einen Zettel in eine Wahlurne. (Symbolbild) - Keystone

Für die nicht mehr antretende Béatrice Métraux schicken die Grünen Vassilis Venizelos ins Rennen. Er wird auf einer gemeinsamen Liste mit den drei bisherigen SP-Staatsrätinnen Nuria Gorrite, Cesla Amarelle und Rebecca Ruiz zur Wahl antreten. So wollen die linken Parteien ihre seit zehn Jahren andauernde Mehrheit in der Regierung halten.

Die SVP will den Wiedereinzug in die Waadtländer Regierung mit Nationalrat Michaël Buffat schaffen.

SVP will in die Bündner Regierung

Die Bündner Wahlberechtigten bestellen am 15. Mai sowohl das Parlament als auch die Kantonsregierung neu. Die Grossratswahlen werden mit Spannung erwartet; denn das 120-köpfige Parlament wird erstmals nach dem Proporzsystem (Verhältniswahl) gewählt statt wie bisher nach dem Majorz (Mehrheitswahl).

Um die fünf Sitze in der Regierung bewerben sich drei bisherige Regierungsräte (2 Mitte, 1 SP) und drei Neue. FDP und Mitte müssen je einen Sitz verteidigen, da ihre Regierungsräte wegen Amtszeitbeschränkung nicht mehr antreten dürfen. Neu in die Regierung will die SVP.

162 Zürcher Gemeinden wählen

Im Kanton Zürich wird in den 162 Gemeinden gewählt. In der Stadt Zürich zieht sich Tiefbauvorstand Richard Wolff (AL - Alternative Liste) zurück, alle acht anderen Bisherigen treten für eine weitere Legislatur an.

Die AL versucht, ihren seit 2013 gehaltenen Sitz zu verteidigen. Und mit Ausnahme der GLP, die einen Sitz hält, schicken alle etablierten Parteien zusätzliche Kandidierende ins Rennen.

Die SP will ihren 2018 verlorenen vierten Sitz zurückholen, die Grünen und die FDP wollen einen dritten hinzugewinnen. Die seit 1990 nicht mehr im Stadtrat vertretene SVP hat gleich zwei Bewerber nominiert.

Die Wahlen in der Stadt Zürich und in Winterthur finden am 13. Februar statt. Die meisten Zürcher Gemeinden wählen am 27. März und 15. Mai.

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