Parlament sagt Ja zu Zwangstests bei abgewiesenen Asylsuchenden

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Nach dem Nationalrat ist auch der Ständerat damit einverstanden, abgewiesene Asylsuchende wenn nötig zu einem Test auf das Coronavirus zu zwingen.

    Asyl
    Abgewiesene Asylsuchende sollen zu einem Covid-Test gezwungen werden können, wenn dieser für die Ausschaffung verlangt wird. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Parlament will abgewiesene Asylsuchende künftig zu einem Corona-Test zwingen können.
    • National- und Ständerat haben einem solchen Vorschlag des Bundesrates zugestimmt.
    • Zuletzt verweigerten offenbar immer mehr Asylsuchende den Test.

    Abgewiesene Asylsuchende sollen künftig zu einem Covid-Test gezwungen werden können, wenn dieser für die Ausschaffung verlangt wird. Diesem Vorschlag des Bundesrats hat das Parlament zugestimmt. Trotz Kritik von Hilfswerken und der Schweizerischen Flüchtlingshilfe hielt der Bundesrat an diesem Vorgehen fest.

    Am Mittwoch folgte der Ständerat dem Nationalrat und stimmte mit 31 zu 10 Stimmen bei einer Enthaltung zu.

    Caroni Katar
    Der Ausserrhoder Ständerat Andrea Caroni (FDP) im Parlament. - Keystone

    Die Zahl der abgewiesenen Asylsuchenden, die einen Test auf das Coronavirus verweigern, sei stark gestiegen, sagte Kommissionssprecher Andrea Caroni (FDP/AR). Ende August seien es 130 Personen gewesen, fast dreimal Mehr als sechs Monate zuvor.

    Die Staaten und Fluggesellschaften verlangten aber einen solchen Nachweis. Abgewiesene Asylsuchende würden somit mit der Verweigerung ihre Ausschaffung vereiteln, sagte Caroni. Das sei rechtswidrig.

    Linke wollten Zwangstests verhindern

    Aus diesem Grund müsse eine zwangsweise Testung möglich sein. Mit der Anpassung des Ausländer- und Integrationsgesetzes wird die Rechtsgrundlage dafür geschaffen.

    Die Ratslinke versuchte, dies noch zu verhindern. Die körperliche Integrität müsse wo immer möglich geschützt werden und eine politische Hektik sei fehl am Platz. Dies sagte Mathias Zopfi (Grüne/GL) im Ständerat. Es gehe um ein paar wenige Fälle.

    Mathias Zopfi
    Der Grüne Ständerat Mathias Zopfi. - Keystone

    Es sei auch für das Gesundheitspersonal nicht einfach. Man stelle sich vor, dieses müsse entscheiden, ob es den Test mache oder nicht. Ob er gesundheitsgefährdend sei oder nicht.

    Wenn der Test nämlich die Gesundheit der betroffenen Personen gefährden könnte, soll gemäss dem Gesetzentwurf darauf verzichtet werden. Das Gesetz sei nicht durchsetzbar, sagte Zopfi.

    Jugendliche unter 15 Jahren nicht betroffen

    Justizministerin Karin Keller-Sutter sagte im Ständerat: Es müsse davon ausgegangen werden, dass sich die Regeln an den Grenzen und der Fluggesellschaften nicht so schnell ändern würden. Die Vorlage sei zudem als dringlich zu erklären, weil die Zahl der Testverweigerungen stark angestiegen sei. «Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Verweigerungen in Zukunft weiter steigen wird», sagte Keller-Sutter. Die Massnahme solle aber bis Ende 2022 befristet sein.

    Der Bundesrat hat die Botschaft für eine entsprechende Gesetzesänderung am 11. August verabschiedet. Die Zwangsmassnahme wird im Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) festgeschrieben.

    Karin Keller-Sutter
    Die CS wird zu einem Fall für Bundesrätin Karin Keller-Sutter. (Archivbild) - Keystone

    Wegen der Kritik, die auch die Nationale Kommission zur Folter-Verhütung äusserte, sollen Jugendliche unter 15 Jahren nicht gezwungen werden. Und die Tests sollen von spezifisch geschultem medizinischen Personal durchgeführt werden.

    Das Geschäft geht wegen der Dringlichkeit noch einmal an den Nationalrat.

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