Wie geht es weiter mit der Ferienmesse Bern?

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    Die Ferienmesse Bern verliert seit Jahren Aussteller. Nun übernimmt Fespo-Chef Stephan Amstad zusätzlich das Ruder und soll neue Impulse bringen.

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    Die Zahl der Aussteller ist seit 2020 um rund ein Drittel eingebrochen. Jetzt übernimmt Stephan Amstad (rechts) zusätzlich die Verantwortung in Bern. - Bernexpo / TN

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei Bernexpo folgen auf CEO-Wechsel auch Stellenabbau und weitere Abgänge.
    • Ferienmesse-Leiter Mario Kovacevic verlässt das Unternehmen Ende Oktober.
    • Fespo-Chef Stephan Amstad übernimmt zusätzlich die Ferienmesse Bern.

    Bei der Berner Messebetreiberin Bernexpo, die unter anderem die Fespo in Zürich und die Ferienmesse Bern veranstaltet, rumpelt es gerade gewaltig.

    Im Frühling 2026 wurde bekannt, dass CEO Tom Winter das Unternehmen verlässt. Sein Nachfolger wird per 1. November 2026 Roger Schnegg, bisheriger Direktor von Swiss Olympic.

    Mitte September folgte der nächste Hammer: Nach einer Analyse gab der Verwaltungsrat bekannt, dass er den derzeitigen Bestand von 110 Mitarbeitenden für den Betrieb als zu hoch erachte. Bernexpo entschied, «einzelne Positionen» zu streichen.

    Kovacevic verlässt die Ferienmesse Bern

    Am vergangenen Freitag kommunizierte Bernexpo dann den Abgang von Mario Kovacevic, Leiter der Ferienmesse Bern und des Suisse Caravan Salon. Er verlässt das Unternehmen per Ende Oktober 2026 (Travelnews berichtete).

    Ob sein Abgang mit dem Stellenabbau zusammenhängt oder ob er freiwillig geht, ist nicht bekannt.

    Ferienmesse
    Stephan Amstad leitet seit vielen Jahren die Fespo in Zürich. - TN

    Die Hauptverantwortung für die Ferienmesse Bern übernimmt künftig Stephan Amstad. Der langjährige Leiter der Fespo in Zürich ist damit für beide grossen Ferienmessen im Bernexpo-Portfolio zuständig.

    Wie er seine neue Doppelrolle konkret ausgestalten wird, ist noch offen. «Es gibt zur Zeit keine weiteren Infos, da ich mir zuerst einen Überblick schaffen muss», sagt Amstad gegenüber Travelnews.

    Für die aktuelle Planung sieht er jedoch keine Folgen: «Auf die Ferienmesse Bern und die entsprechenden Aussteller hat dieser Wechsel keinen Einfluss.»

    Ausstellerzahlen brechen deutlich ein

    Fest steht: Ein Selbstläufer wird sein neuer Job nicht. Die Ferienmesse Bern kämpft seit Jahren mit sinkenden Zahlen.

    Am deutlichsten zeigt sich das bei den Ausstellern. 2020 waren noch 240 Unternehmen und Organisationen vertreten, 2026 knapp 160.

    Damit ist die Zahl innerhalb von sechs Jahren um einen Drittel eingebrochen. Auch beim Publikum zeigt der langfristige Trend nach unten.

    Bern steht mit diesen Problemen allerdings nicht allein da. Messen haben es in der Schweiz zunehmend schwer, Aussteller und Besucher in die Hallen zu locken.

    Ein profilierter Messe-Insider, der anonym bleiben möchte, zeichnet gegenüber Travelnews ein düsteres Bild.

    Die Schweizer Messelandschaft verliere im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark an Boden.

    Seine Erklärung fällt schonungslos aus: Der Markt sei klein, viele Messen würden schlecht geführt und nicht wenige Messemacher seien beratungsresistent.

    Plan sieht Synergien mit der Fespo

    Für Stephan Amstad beginnt damit in Bern eine Mission, die nicht zu unterschätzen ist. Die entscheidende Frage: Wie bringt man wieder mehr Leben in die Berner Messehallen?

    Peter Plan kennt das Messegeschäft seit drei Jahrzehnten und hat einen engen Bezug zur Reisebranche.

    Der aktuelle Leiter der Cultura Suisse beurteilt den Wechsel an der Spitze der Ferienmesse Bern weniger kritisch, als es der Zeitpunkt – nur rund drei Monate vor der nächsten Austragung – vermuten lässt.

    Die Vorbereitungszyklen hätten sich verändert. «Es wird alles immer kurzfristiger», so Plan.

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    Das Interesse an Reisen ist vorhanden. Die Herausforderung besteht darin, wieder mehr attraktive Aussteller in die Messehallen zu holen. - Bernexpo

    Zunächst bricht er aber eine Lanze für den scheidenden Messeleiter Mario Kovacevic. «Er hat einen guten Job gemacht. Man darf seine Aufgabe nicht unterschätzen», sagt Plan auf Anfrage.

    Kovacevic habe mit dem Suisse Caravan Salon und der Ferienmesse Bern zwei Events verantwortet, die sich komplett unterschiedlich entwickelten.

    «Auf der einen Seite steht der Suisse Caravan Salon, der ein absoluter Renner ist. Aussteller und Besucher rennen ihm die Hütte ein. Auf der anderen Seite ist die Ferienmesse, bei der es eher harzig läuft.»

    Dass Kovacevic seine Aufmerksamkeit entsprechend verteilen musste, sei nachvollziehbar. «Da mache ich ihm keinen Vorwurf. Er hat aus der Ferienmesse immer das Bestmögliche herausgeholt.»

    Dass nun Fespo-Leiter Stephan Amstad zusätzlich die Hauptverantwortung für die Ferienmesse Bern übernimmt, hält Plan für einen nachvollziehbaren Schritt. «Zwei thematisch identische Messen – das ergibt automatisch Synergien.»

    Dazu komme Amstads Verankerung in der Reiseindustrie: «Die Branche kennt ihn und vertraut ihm. Er kann voll aus seinem Netzwerk schöpfen.»

    Hausmessen binden Budgets der Aussteller

    Auch die künftige Führung der Bernexpo sieht Plan als Pluspunkt. Den neuen CEO Roger Schnegg, der am 1. November 2026 seine Stelle antritt, bezeichnet er als «motivierenden Leader», der hervorragend vernetzt sei und über gute Zugänge zu Institutionen und Politik verfüge.

    Die grössere Herausforderung liegt für Plan ohnehin nicht in der Personalfrage. Sorgen bereitet ihm vielmehr die Entwicklung innerhalb der Reisebranche. Zahlreiche grosse Akteure setzen inzwischen verstärkt auf eigene Kundenveranstaltungen und Hausmessen.

    Besuchst du heute noch Ferien- oder Reisemessen?

    Diese seien bezüglich Besucherzahlen zwar keine direkte Konkurrenz zu den grossen Ferienmessen in Bern und Zürich, weil sie in erster Linie das eigene Publikum ansprechen.

    «Aber diese Messen binden Budgets der Aussteller. Die müssen sich dann entscheiden: Wohin gehen wir und wohin nicht?» Das bekomme auch eine Ferienmesse zu spüren.

    An fehlendem Interesse auf Besucherseite liegt es nach Plans Einschätzung nicht, dass die Berner Ferienmesse eher schwierige Jahre hinter sich hat.

    Er verweist auf Rückmeldungen von Ausstellern, die von interessierten und buchungsbereiten Besucherinnen und Besuchern in Bern berichten.

    Entscheidend sei deshalb das Angebot: Die Zahl der Aussteller und deren Qualität müssten stimmen.

    Genau hier könnte die neue Doppelrolle von Amstad zum Vorteil werden. Plan sieht die Chance, über bestehende Kontakte wieder mehr und auch gewichtigere Aussteller für Bern zu gewinnen. «Der Markt auf Besucherseite ist zweifellos vorhanden.»

    Nun gehe es darum, auch auf Ausstellerseite ein Angebot zu schaffen, das diesem Interesse gerecht werde.

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    Kommentare

    User #3695 (nicht angemeldet)

    Events wo man eintritt bezahlen muss un etwas zu kaufen, sind mir persönlich zu 1980...

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    Noch sind nicht alle Karten auf dem Tisch: Die Organisatoren der Schweizer Ferienmessen warten auf die Zusagen der grössten Reiseveranstalter.
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