Neue Kampfjets: Wirbel um Lärm-Messungen in Meiringen BE
Die neuen Kampfjets seien bekannt für ihr «Donnergrollen», so die Berner Nationalrätin Nadine Masshardt in einem Vorstoss. Sie erhält Support von SVP-Seite.

Das Wichtigste in Kürze
- Der F-35A ist lauter als der F/A-18. Doch wie viel – und welche Frequenzen wurden gemessen?
- Die Berner SP-Nationalrätin Nadine Masshardt fordert vom VBS Transparenz.
- Denn der F-35A sei bekannt für sein tiefes «Donnergrollen», teilweise jenseits der Hörschwelle.
Der künftige Lärm rund um den Flugplatz Meiringen durch Starts und Landungen der neuen F-35A-Kampfjets sorgt weiterhin für Diskussionsstoff.
Zusagen des VBS, in Gebäuden in einem gewissen Umkreis Schallschutzfenster einzubauen, haben bereits wenig geholfen – eher im Gegenteil. Auch der anberaumte und wieder abgesagte Hörvergleich mit einem F-35A der italienischen Luftwaffe sorgte für Irritationen.
Tiefe Frequenzen: Körper reagiert
Jetzt bringt die Berner SP-Nationalrätin Nadine Masshardt einen weiteren Faktor ins Spiel: das «Donnergrollen». Denn der F-35A erzeugt vor allem auch Lärm in sehr tiefen, teilweise unhörbaren Frequenzen.
Grund sind die grossen Luftwirbel, die wegen des starken Abgasstrahls dieses Kampfjets der sechsten Generation entstehen. Bei den Lärmmessungen verwendete das VBS aber Mikrofone, die diese nur schlecht erfassen können.

Auch wenn man die tiefen Töne nicht hören kann – man spürt sie am ganzen Körper und schädlich seien sie allemal, weiss Masshardt: «Sie dringen tief in den Körper ein, der mit einer permanenten Alarmbereitschaft reagiert, was zu Stress und Erschöpfung führt.»
Weil die tiefen Frequenzen des startenden Kampfjets mit sehr viel Energie in die Hörschnecke eindringen, könne dies im Extremfall zu dauerhaftem Hörverlust führen.
Mit einem Vorstoss verlangt Masshardt nun vom VBS Auskunft über die verwendeten Messmethoden, auch beim Vergleich mit dem F/A-18. So hat etwa der versprochene Hörvergleich für die Meiringer Bevölkerung immer noch nicht stattgefunden.
«Ging es darum, unabhängige Lärmmessungen durch die Bevölkerung zu verhindern?», hakt nun deshalb SPlerin Masshardt nach.
Unterstützung auch von SVP-Seite
Einen Start eines F-35A in Meiringen hat schon letztes Jahr auch SVP-Nationalrat Thomas Knutti gefordert. Er sieht weiterhin Klärungsbedarf und erwartet, dass der Bundesrat die aufgeworfenen Fragen nachvollziehbar beantwortet.
Die Bevölkerung rund um Militärflugplätze habe Anspruch auf möglichst transparente und wissenschaftlich fundierte Lärmuntersuchungen, sagt Knutti zum BärnerBär: «Wenn neue Erkenntnisse darauf hindeuten, dass tieffrequente Schallanteile beim F-35A gesundheitlich oder hinsichtlich der wahrgenommenen Belastung relevant sein könnten, dann müssen diese selbstverständlich geprüft und in die Beurteilung einbezogen werden.»

Nicht jede Messmethode sei für jede Lärmquelle gleich geeignet, betont derweil SP-Masshardt. In ihrem Vorstoss hebt sie den Unterschied zwischen den üblicherweise verwendeten dB(A)- und dB(C)-Mikrofonen hervor.
Letztere sind für die Erfassung der physikalischen Belastung besonders geeignet, erstere, um den fürs menschliche Ohr wahrnehmbaren «Lärm» abzubilden.
«Der F-35 ist für seine besonders energiereichen tiefen Frequenzen bekannt», streicht Masshardt heraus. «Deshalb ist eine Messmethode, die diese von vorneherein kaum erfasst, wenig geeignet, um etwas über die schädlichen Gesundheitsauswirkungen auszusagen.»








