Nationalrat

Nationalrat lehnt Mehreinnahmen im Entlastungspaket ab

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Der Nationalrat will den Bundeshaushalt nur durch Ausgabenkürzungen entlasten. Er hat am Mittwoch Mehreinnahmen in Form einer Erhöhung der Agrarzölle abgelehnt. Dieser Entscheid fiel mit 124 zu 62 Stimmen bei 5 Enthaltungen.

Der Nationalrat will die Bundesfinanzen nicht mit Mehreinnahmen entlasten, sondern setzt auf Ausgabenkürzungen. (Archivbild)
Der Nationalrat will die Bundesfinanzen nicht mit Mehreinnahmen entlasten, sondern setzt auf Ausgabenkürzungen. (Archivbild) - KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Vorgeschlagen hatte die Mehreinnahmen die zuständige Finanzkommission. Konkret sollten die Importzölle im Agrar- und Ernährungssektor um 175 Millionen Franken erhöht werden, um grosse Einsparungen im Bereich der Landwirtschaft zu verhindern.

Die zusätzlichen Mittel hätten das Ziel, die Ernährungssicherheit der Schweiz und eine leistungsfähige inländische Landwirtschaft langfristig zu sichern, machten die Befürwortenden geltend. «Wir bleiben dabei im Rahmen der internationalen Verpflichtungen und stärken die inländische Versorgung», sagte Pius Kaufmann (Mitte/LU).

Doch die Kritik im Rat war gross. Die Erfahrung zeige, dass eine Erhöhung der Zollkontingentsversteigerungen negative Folgen habe, sagte Andreas Gafner (EDU/BE). «Der Markt würde destabilisiert, und die Produzentenpreise würden fallen.»

Niklaus-Samuel Gugger (EVP/ZH) bezeichnete die Idee höherer Agrarzölle als «Schnapsidee». Zölle seien kein Befreiungsschlag, sondern ein Bumerang. Auch Finanzministerin Karin Keller-Sutter zeigte sich skeptisch: Es sei fraglich, ob der Zeitpunkt momentan der richtige sei, um Zölle zu erhöhen oder einzuführen.

Ebenfalls nichts wissen wollte der Nationalrat von einem zweiten Vorschlag seiner Finanzkommission für Mehreinnahmen. Dieser sah vor, die staatliche Liquiditätssicherung (Public Liquidity Backstop, PLB) für systemrelevante Banken per 2027 einführen.

Dadurch wären die Bundesfinanzen um 140 Millionen Franken pro Jahr entlastet worden, da die systemrelevanten Banken eine Pauschale zur Kompensation des Risikos des Bundes und zur Begrenzung von Wettbewerbsverzerrungen hätten entrichten müssen. «Es ist vertretbar, dass systemrelevante Banken den Beitrag für ihre indirekte Staatsgarantie bereits ab den nächsten Jahren zahlen», sagte Mitte-Sprecher Kaufmann.

Insgesamt überwogen aber die kritischen Stimmen. Die grosse Kammer lehnte die PLB-Einführung per 2027 mit 142 zu 45 Stimmen bei 6 Enthaltungen ab.

In den nächsten Stunden fallen weitere Entscheide zum Entlastungspaket.

Kommentare

User #6412 (nicht angemeldet)

Die Zölle kosten uns jetzt schon 26 Milliarden im Jahr. Gut so, dass die Agrarzölle nicht erhöht werden. Die ganze Zollgeschichte muss sowieso bald überarbeitet werden. Es geht nicht an, dass wir hier mit einem Fass ohne Boden abgezockt werden. Die Schweiz ist nur wegen einem vervormundenden, arroganten und viel zu teurer Zoll eine Hochpreisinsel.

User #3892 (nicht angemeldet)

SParen zu Gunsten der arbeitenden Bevölkerung will Mitte Links nicht

Weiterlesen

selfie
14 Interaktionen
Selfie-Frust
SRG-Initiative Bargeld-Initiative Klimafonds Individualbesteuerung
203 Interaktionen
Abstimmungssonntag

MEHR NATIONALRAT

9 Interaktionen
Bern
Verfassung
64 Interaktionen
In Verfassung
33 Interaktionen
Bern
8 Interaktionen
Bern

MEHR AUS STADT BERN

Reto Nause Gastbeitrag Rede
9 Interaktionen
Reto Nause
Biel SCL SC Bern
Ambri schlägt SCB
BSV Bern
Handball
UBS Football Cup
50 Interaktionen
Vandalismus