SECO

Kaum Selbstkritik nach Mega-IT-Panne im Seco

Karin Aebischer
Karin Aebischer

Bern,

Es ist ein Debakel sondergleichen. Das neue 200-Millionen-IT-Projekt des Seco funktioniert nicht. Doch die Einsicht des Bundes scheint gering.

Arbeitslose in der Schweiz warten wegen einer IT-Panne beim Seco auf ihre Taggelder. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitslose in der Schweiz wissen nicht, wann sie ihre nächsten Taggelder erhalten.
  • Das IT-Debakel beim Seco kommt aber nicht überraschend.
  • Dennoch zeigen die Verantwortlichen wenig Selbstkritik.

Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco, musste gestern im Bundeshaus antraben.

Grund: Eine IT-Panne legt seit Anfang Jahr das System der Taggeld-Auszahlungen für Arbeitslose lahm. Das neu eingeführte System funktioniert nicht. Arbeitssuchende warten deshalb verzweifelt auf ihre Gelder.

Deshalb mussten Cosandey und seine Leute in der ständerätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit Red und Antwort stehen.

Bist du von der IT-Panne des Seco direkt betroffen?

Denn die eidgenössische Finanzkontrolle EFK hatte das 200-Millionen-Franken-Projekt im Vorfeld mehrfach geprüft und kritisiert. Sowie aufgezeigt, was geändert werden müsste.

Dem ist offenbar kaum oder zu wenig Beachtung geschenkt worden.

Politiker fordern Aufarbeitung

Bürgerliche und Linke sind aufgebracht und fordern eine politische Aufarbeitung. Es könne nicht sein, dass ein Projekt, welches über zehn Jahre lang entwickelt wurde, beim «Go Live» einmal mehr scheitere. Das sagt FDP-Ständerat Damian Müller bei SRF.

Auch SP-Ständerätin Flavia Wasserfallen betont, dass der Fokus nun auf der Auszahlung der Gelder bis Ende Januar liegen müsse. «Die Situation ist kritisch und sehr schwierig», so Wasserfallen.

Interviews gaben die Verantwortlichen des Seco am Dienstag keine. Bei einem Hintergrundtreffen mit Journalisten hätten sie später glaubhaft aufgezeigt, dass man mit Hochdruck daran arbeite, die Gelder rasch auszubezahlen.

Selbstkritik sei dabei aber kaum zu hören gewesen, berichtet SRF. Man habe die Warnungen der eidgenössischen Finanzkontrolle ernst genommen, so das Seco.

Schuld an der Panne seien vielmehr der Zeitdruck, die alten Programme, die vielen Schnittstellen sowie die Amtsvorgänger.

Kommentare

User #5583 (nicht angemeldet)

Es wird Zeit, dem Staat bei allem nicht immer blind zu vertrauen, wie das in den letzten 40 jahren geran wurde. Der staat ist eine riesige blackbox und sollte mal duechleuchtet und vorallem ausgemister werden !

User #5244 (nicht angemeldet)

Ich habe alles zeitgerecht geschickt und alle Pflichten eingehalten. Nun behaupten sie zum xten Mal Ihnen fehle noch dies und das und jenes. Aber man musste aktiv nachfragen, habe meinen RAV Berater darum gebeten und er schrieb mir dies und jenes fehle. Ich wurde so wütend, denn wie oben erwähnt habe ich alles geschickt. Denen ist es scheiß egal alles, man wartet einfach und wartet aber Infos kriegt man nicht. Zum Glück habe ich noch meinen Job 50% was ja als Zwischenverdienst angesehen wird. Ohne das könnte ich wohl keine Krankenkasse und Miete bezahlen, dennoch fehlt mir einen größeren Betrag. Bezahlt man denen etwas 1 Tag zu spät gibt es direkt 60.- Busse aber für die gibt es nichts, keine Konsequenzen nichts...was soll das?

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