FDP-Wasserfallen verspottet SVP als «Club» – Zuschauer sauer

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Zürich,

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen äussert sich in der SRF-«Arena» abfällig über die SVP. Moderator Sandro Brotz weist ihn zurecht.

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Am Freitagabend flimmerte der Spott gleich nochmals über die Mattscheiben. Denn: SRF strahlte zur gewohnten «Arena»-Zeit eine Wiederholung der Ausgabe aus. - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • «Sie sind ja der Chef, Herr Dettling, von diesem Club.»
  • Mit diesen Worten bezeichnet FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen die SVP.
  • «Seine überhebliche Art kam gar nicht gut an», sagt SVP-Chef Macel Dettling.

Die FDP bekämpft die Zuwanderungsinitiative der SVP an vorderster Front. Am Mittwoch steht FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen in der SRF-Abstimmungsarena zur Initiative im Ring. Für die grösste Partei der Schweiz nutzt er eine abfällige Bezeichnung.

«Sie sind ja der Chef, Herr Dettling, von diesem Club», sagt Wasserfallen. Damit spricht er Marcel Dettling an, den Präsidenten der SVP. Die Bezeichnung bringt einige Gäste im Studio zum Grinsen.

Moderator Sandro Brotz interveniert. «Nicht so despektierlich!», ruft er dazwischen.

Darauf korrigiert der FDP-Nationalrat: «... von dieser Partei».

Wasserfallen fordert Erklärung

Wasserfallen fordert in der Szene, dass Dettling ihm erklären solle, wie die Zuwanderungsinitiative ein Asyl-Chaos verhindern wolle.

Die Bilateralen I mit der EU erleichterten die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Schweiz, argumentiert er. «Wenn wir aus dem Asylsystem der EU rausfallen, haben wir wirklich ein Ghetto.» Die Zuwanderungsinitiative sagt den Ast des Dublin-Abkommens ab.

Geht Christian Wasserfallen mit seiner Club-Bezeichnung zu weit?

Er bezieht sich auf den Zuwanderungsdeckel, den die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» vorsieht. Würde die ständige Wohnbevölkerung die 10-Millionen-Grenze überschreiten, müsste die Schweiz zwei Jahre danach das EU-Personenfreizügigkeitsabkommen kündigen. Dadurch würden auch die anderen Verträge der Bilateralen I wegfallen.

«Viele Rückmeldungen erhalten»

Marcel Dettling reagiert auf die abfällige Bemerkung in der Sendung nicht. Am Freitagabend flimmerte der Spott gleich nochmals über die Mattscheiben. Denn: SRF strahlte zur gewohnten «Arena»-Zeit eine Wiederholung der Ausgabe aus.

Nach wie vor bleibt der SVP-Chef gelassen.

«Ich habe wegen seiner Aussage so viele Rückmeldungen aus dem Publikum erhalten», sagt Dettling zu Nau.ch am Freitagmorgen. Dies sage schon alles. Und: «Seine überhebliche Art kam gar nicht gut an.»

Christian Wasserfallen rudert inzwischen zurück. «Das war ein harmloser Versprecher in der Hitze des Gefechts», sagt er über seine spöttische Bemerkung. Er habe sich wenige Sekunden danach korrigiert. «Herr Dettling weiss auch, was austeilen und einstecken heisst.»

FDP mit SVP im Klinsch

Nicht vom Tisch zu wischen ist, dass die SVP bei der FDP immer wieder für Unmut sorgt.

Im November 2025 bezeichnete FDP-Co-Chefin Susanne Vincenz-Stauffacher das Verhalten der SVP als «Realsatire». Diese feiere den undurchsichtigen Zoll-Deal mit der US-Regierung «mit allen möglichen Superlativen» ab. Gehe es um die Zukunft der Bilateralen, beschwöre sie aber «mit Hellebarden-Klamauk» die Schweizer Unabhängigkeit, stichelte sie.

Wie stimmst du zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz»?

Ihr Vorgänger, Thierry Burkart, schoss scharf gegen die SVP. Die Differenzen mit der SVP seien in vielen Bereichen beträchtlich, sagte der damalige FDP-Chef zu «CH Media». Die Partei werde zur gewöhnlichen europäischen rechtspopulistischen Partei und verliere ihre wirtschaftsliberale Ausrichtung.

Christian Wasserfallen bestätigt das Problem. «Auf der einen Seite arbeitet man gut mit der SVP zusammen», sagt er. «Wir haben eine ähnliche, wirtschaftsfreundliche Haltung.»

Auf der anderen Seite sei die SVP in ihrer Kommunikation «enorm offensiv» und betreibe Propaganda. «Dies macht das Zusammenarbeiten oftmals schwierig.» Dabei sei eine starke Zusammenarbeit der bürgerlichen Parteien von Mitte über FDP bis SVP wichtig.

Kommentare

User #2130 (nicht angemeldet)

Das wusste ich nicht. Dachte immer es wär eine Sekte.

User #5926 (nicht angemeldet)

Der Titel "Nachhaltigkeit-Initiative" stimmt. Zuwanderung kann, bzw. könnte nachhaltig geplant und gesteuert werden, seit einem Jahrzehnt ist sie es aber leider nicht. Übersetzt man Nachhaltigkeit mit gesunder Umwelt, so kommt diese durch mehr Menschen eindeutig unter die Räder. Es wird zugebaut, zugebaut, zugebaut. Natur ist dort nicht mehr. Und zwar für immer nicht mehr. Zuwanderung darf nicht unüberlegt zugelassen werden und auch nicht unbegrenzt sein. Und betreffend Menschenrecht: Migration und insbesondere illegale, ist kein Menschenrecht. Und: Nicht nur Zuwanderungswillige, auch wir Schweizer Bürger haben Menschenrechte.

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