Bundesrat

    Bundesrat soll mehr Spielraum erhalten für Kriegsmaterial-Exporte

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Der Bundesrat hat die Vernehmlassung für die Änderung des Kriegsmaterialgesetzes eröffnet: Die Schweiz soll mehr Spielraum bei Kriegsmaterial-Exporten erhalten.

    9-Millimeter-Patronen laufen in Thun in der Munitionsabteilung des Rüstungskonzerns Ruag durch den Fabrikationsprozess, am 25. Juli 2002. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesrat präsentiert eine Änderung des Kriegsmaterial-Gesetzes.
    • Wie vom Parlament verlangt, soll des mehr Spielraum bei Exporten geben.
    • Bei «ausserordentlichen Umständen» sollen die Bewilligungskriterien flexibler sein.

    Der Bundesrat soll mehr Spielraum erhalten bei der Bewilligung von Kriegsmaterial-Ausfuhren. Er hat am Mittwoch die Vernehmlassung eröffnet zu einer vom Parlament verlangten, aber umstrittenen Änderung des Kriegsmaterialgesetzes. Die Vernehmlassung dauert bis zum 4. September.

    Parlament hätte Aufsichtsrolle

    Der Bundesrat soll unter ausserordentlichen Umständen von den gesetzlich verankerten Bewilligungskriterien abweichen können. Die vorgeschlagene Abweichungskompetenz soll zur Wahrung von aussen- und sicherheitspolitischen Interessen zum Tragen kommen. Verlangt hatte die Anpassung das Parlament mit einer Motion.

    Kriegsmaterial Piranha
    Blick auf den 12-Zentimeter-Mörser eines Piranha-Schützenpanzers, fotografiert im Rahmen der Materialvorführung zur Armeebotschaft 2016 in der Kaserne Auenfeld in Frauenfeld. - keystone

    Der Bundesrat muss sich trotz Abweichungskompetenz ans Neutralitätsrecht und an die internationalen Verpflichtungen der Schweiz halten. Greift er auf die Abweichungskompetenz zurück, wird laut der Mitteilung auch das Parlament einbezogen. Dieses solle seiner Aufsichtsrolle über die Exekutive vollumfänglich nachkommen können, schreibt der Bundesrat. Auch soll der Bundesrat nur während einer begrenzten Zeit von den Bewilligungskriterien abweichen dürfen.

    Sollte die Schweiz das Kriegsmaterialgesetz lockern, um Waffenexporte auch in Kriegsgebiete zu erlauben?

    SP und Grüne waren Gegner der vorgeschlagenen Abweichungskompetenz: Sie erinnerten daran, dass der fragliche Passus aus dem Gegenvorschlag des Bundesrats zur Volksinitiative «Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer» gestrichen wurde. Das habe entscheidend zum Rückzug der Initiative beigetragen. Es sei undemokratisch, die Bestimmung dennoch einzuführen.

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    Kommentare

    User #1876 (nicht angemeldet)

    Die Waffenlobby soll es richten,entgegen der Neutralität und entgegen der Volksmeinung. Die Geldgier hat keine Grenzen.

    User #6089 (nicht angemeldet)

    Ein Neutrales Land sollte mehr zu bieten haben als Kriegsmaterial und Waffenexporte.

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