Bundesrat

    Bundesrat erweitert Personenschutz für Parlamentarier

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Der Bundesrat will National- und Ständeräte künftig besser schützen. So soll der Personenschutz auch auf Privatdomizile ausgedehnt werden.

    Personenschutz Bundesrat
    Eine Übung zum Personenschutz des Bundesrats. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesrat dehnt die Möglichkeiten des Personenschutzes für Parlamentarier aus.
    • Neu können diese auch in ihrem Privatdomizil geschützt werden.
    • Auch bei den neuen Formen von Drohungen auf digitalen Kanälen setzt der Bundesrat an.

    Zusammen mit den kantonalen Behörden sorgt das Bundesamt für Polizei (Fedpol) für den Schutz von Personen und Gebäuden. Zuletzt in den «Genuss» solcher Massnahmen kam Neu-Rentner und ehemaliger BAG-Experte Daniel Koch sowie die BAG-Gebäude. Nun dehnt der Bundesrat die Möglichkeiten für Parlamentarier aus: Sie können nun auch im Privatdomizil von Bundespolizisten geschützt werden.

    Daniel Koch Polizeischutz Fedpol
    Mr. Corona Daniel Koch – hier beim Verlassen seiner letzten Medienkonferenz in Bern – stand bereits seit Februar 2020 unter Polizeischutz. - Keystone

    Personenschutz in den Ferien

    Bislang war Personenschutz in den eigenen vier Wänden den Bundesräten und exponierten Angestellten des Bundes (wie Koch) vorbehalten. In der Verordnung regelt der Bundesrat auch, was denn alles als «Privatdomizil» gilt. Dazu gehört natürlich das eigene Haus oder die eigene Wohnung. Aber auch Haus oder Wohnung «ihres Wochenaufenthalts».

    Alain Berset Personenschutz
    Der damalige Bundespräsident Alain Berset, links, neben zwei Bodyguards, während einem Staatsbesuch in der Altstadt von Riga (Lettland). - Keystone

    Geschützt werden Bundesräte, National- und Ständeräte sowie Bundesangestellte je nach Risikoanalyse aber einfach überall. So auch in «von ihnen selbst bewohnten Ferienhäusern oder -wohnungen im In- und Ausland». Einzige Ausnahme: Vom VBS im Ausland stationierte Angestellte werden vom VBS beschützt.

    Neue Droh-Methoden wegen Digitalisierung

    Nicht alle Parlamentarier werden über diese Neuerungen begeistert sein. So hat SVP-Nationalrat Gregor Rutz bereits den Schutz von Daniel Koch als übertrieben bezeichnet. «Jede Person, die öffentlich exponiert ist, bekommt Briefe und Mails», so Rutz, und das sei in der Demokratie auch erlaubt.

    Didier Burkhalter Perron Neuenburg
    Der Bundespräsident von 2014, Didier Burkhalter, wartet am Bahnhof Neuenburg auf seinen Zug zur Arbeit – ein Foto, das um die Welt ging. - Serge Jubin

    Gerade diesbezüglich hat der Bundesrat aber ebenfalls eine Neuerung beschlossen. Denn die Digitalisierung habe auch die Art von Drohungen verändert. «Auf den digitalen Kanälen und in den sozialen Medien ist die Hemmschwelle tiefer», schreibt der Bundesrat. Deshalb hat er zusätzlich auch die sogenannte Gefährderansprachen verankert. Diese kommt zum Zug, wenn konkrete Gründe zur Annahme vorliegen, dass eine Straftat gegen eine zu schützende Person verübt zu werden droht.

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