Albert Rösti nimmt Stellung zu AKW-Referendum, Hitze & Fussball-WM
Bundesrat Rösti lud zum Austausch im Verkehrshaus Luzern. Die Hitze wolle er nicht zu sehr dramatisieren.
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Das Wichtigste in Kürze
- Bundesrat Albert Rösti lud zum «Sommergespräch» im Verkehrshaus Luzern.
- Im Interview nimmt er Stellung zu aktuellen Themen wie AKW-Neubau und Hitzewelle.
- Auch zur Leistung der Fussball-Nati hat er eine Meinung – er sei Fussballfan geworden.
Das Wetter meint es gut mit «Klimaminister» Albert Rösti: Auf seinem Medienausflug zum traditionellen Sommergespräch gab’s Wolken statt Hitze. Und wie aus Kübeln goss es erst, als der ganze Tross bereits am Schermen im Verkehrshaus Luzern angekommen war. Denn Verkehrsminister ist Bundesrat Rösti ja auch noch.
Ob das Wetterglück nun daran liegt, dass Rösti doch keine «Scheiss-Umweltpolitik» betreibt, wie störende Klima-Aktivisten unterstellten: Das sei mal dahingestellt. Genug um die Ohren hat Rösti schliesslich auch ohne Blitz und Donner.
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Zum Beispiel die Widerstände gegen seine Autobahn-Ausbaupläne. Ist ihm die Umgestaltung des Wankdorfknotens eigentlich ein Herzensanliegen – so quasi vor der eigenen Haustüre? «Nein», nicht speziell dementiert er im Nau.ch-Interview.
Das Projekt sei bereits beschlossen und ohne die Entflechtung Wankdorf gebe es grosse Verkehrsprobleme. Die neue BEA-Festhalle, das Wankdorfstadion: «ein Riesen-Verkehrsaufkommen», mahnt Rösti. «Da hoffe ich schon, dass die Stadt da auch noch mitmacht.»
Als Energieminister in der Pflicht
Baustellen hat Rösti nicht nur physisch auf den Nationalstrassen, sondern auch im Departement Uvek generell. Vom AKW-Neubau bis zur Wolfs-Regulierung: Widerstände allenthalben. Es gehe aber nicht darum, aufzuräumen, so Rösti, es seien einfach unterschiedliche politische Ansichten.

Apropos AKW: Ein Energieminister sei in der Pflicht, die Bedenken anzusprechen, dass künftig der Strom knapp sein könnte. «Wenn er diese Angst hat, muss er diese adressieren und sagen: Ich bin der Meinung, es braucht alle Optionen.»
Also inklusive Atomstrom, was das Parlament nun genehmigt habe. «Jetzt ist die Bevölkerung dran – und das ist auch gut so.»
Keine Angst vor teuren Klimamassnahmen
Die Bevölkerung, die bald den Gürtel enger schnallen muss, wenn das mit den Hitzewellen so weitergeht? Schliesslich kosten die Klimamassnahmen – und Kollege Martin Pfister macht vor, woher das Geld kommen kann: Von der Mehrwertsteuer-Erhöhung.
«Ich denke nicht, dass man den Leuten Angst machen muss, dass sie den Gürtel enger schnallen müssten», relativiert Rösti. Natürlich kosteten Wärmepumpen und Elektroautos auch etwas, aber die neuen Technologien würden auch immer günstiger. Zudem könne der Bund gewisse Fördermassnahmen treffen.
Hingegen müsse man bei der Städteplanung ansetzen: Keine grossen Betonflächen, mehr Schattenplätze und Grünflächen. «Dass man für die Hitzetage gewappnet ist – also Anpassungsmassnahmen, um die kommen wir nicht herum.»
Hitzesommer: «Dramatik etwas runterschrauben»
Dass die Hitzerekorde am Laufmeter purzeln, hat auch Bundesrat Rösti mitbekommen. «Wir werden mehr solche Situationen erleben, das ist unbestritten», stellt er klar. Man reagiere zusammen mit der Weltgemeinschaft und versuche, den CO2-Ausstoss zu reduzieren.

Doch Rösti mahnt: «Andererseits wissen wir in der aktuellen geopolitischen Lage nicht, ob alle mitmachen, ob das Klima wirklich geändert werden kann.» Darum brauche es unbedingt Anpassungsmassnahmen.
Gleichzeitig sagt der Umweltminister aber auch: «Ich möchte die Dramatik eher etwas runterschrauben.» Der letzte Hitzesommer sei 2019 gewesen, nun habe man wieder einen. «Es ist jetzt nicht so, dass wir tagelang nur noch heiss haben werden.»
Rösti: «Bin zum Fussballfan geworden»
Dramatik könnte es aber anderswo geben. Denn Albert Rösti äussert sich auch noch zum anderen prägenden Thema der letzten Wochen: nebst der Hitze natürlich die Fussball-WM.
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«Ich wurde ja mittlerweile zum Fussballfan, seit der FC Thun Meister ist», gesteht der Ex-Gemeindepräsident von Thuns Nachbargemeinde Uetendorf. Rösti scheint froh um ein unverfängliches Thema während dem von Klima-Aktivisten begleiteten Fussmarsch entlang dem Vierwaldstättersee.
Den Sechzehntelfinal gegen Algerien werde er jedenfalls schauen, «auch wenn er etwas früh am Morgen ist». Den Einzug in den Achtelfinal hält er für möglich. Das Ticket, um ein weiteres Spiel vor Ort zu sehen, will er aber noch nicht buchen.
«Man muss immer demütig bleiben», das gelte in der Politik wie im Sport. «Immer eins nach dem andern. Aber sie können weit kommen.»











