Albert Rösti

    Albert Rösti nimmt Stellung zu AKW-Referendum, Hitze & Fussball-WM

    Bundesrat Rösti lud zum Austausch im Verkehrshaus Luzern. Die Hitze wolle er nicht zu sehr dramatisieren.

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    Im Rahmen des «Sommergesprächs» nimmt Bundesrat Albert Rösti Stellung zum AKW-Referendum, Klimakosten und dem Hitzesommer. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bundesrat Albert Rösti lud zum «Sommergespräch» im Verkehrshaus Luzern.
    • Im Interview nimmt er Stellung zu aktuellen Themen wie AKW-Neubau und Hitzewelle.
    • Auch zur Leistung der Fussball-Nati hat er eine Meinung – er sei Fussballfan geworden.

    Das Wetter meint es gut mit «Klimaminister» Albert Rösti: Auf seinem Medienausflug zum traditionellen Sommergespräch gab’s Wolken statt Hitze. Und wie aus Kübeln goss es erst, als der ganze Tross bereits am Schermen im Verkehrshaus Luzern angekommen war. Denn Verkehrsminister ist Bundesrat Rösti ja auch noch.

    Ob das Wetterglück nun daran liegt, dass Rösti doch keine «Scheiss-Umweltpolitik» betreibt, wie störende Klima-Aktivisten unterstellten: Das sei mal dahingestellt. Genug um die Ohren hat Rösti schliesslich auch ohne Blitz und Donner.

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    Klima-Aktivisten stören die Begrüssung zu Beginn des traditionellen «Sommerspaziergangs» von Bundesrat Albert Rösti. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Zum Beispiel die Widerstände gegen seine Autobahn-Ausbaupläne. Ist ihm die Umgestaltung des Wankdorfknotens eigentlich ein Herzensanliegen – so quasi vor der eigenen Haustüre? «Nein», nicht speziell dementiert er im Nau.ch-Interview.

    Das Projekt sei bereits beschlossen und ohne die Entflechtung Wankdorf gebe es grosse Verkehrsprobleme. Die neue BEA-Festhalle, das Wankdorfstadion: «ein Riesen-Verkehrsaufkommen», mahnt Rösti. «Da hoffe ich schon, dass die Stadt da auch noch mitmacht.»

    Als Energieminister in der Pflicht

    Baustellen hat Rösti nicht nur physisch auf den Nationalstrassen, sondern auch im Departement Uvek generell. Vom AKW-Neubau bis zur Wolfs-Regulierung: Widerstände allenthalben. Es gehe aber nicht darum, aufzuräumen, so Rösti, es seien einfach unterschiedliche politische Ansichten.

    AKW Beznau
    Das AKW Beznau ist derzeit vorübergehend abgeschaltet, weil das für die Kühlung verwendete Flusswasser zu warm ist. - axpo.com

    Apropos AKW: Ein Energieminister sei in der Pflicht, die Bedenken anzusprechen, dass künftig der Strom knapp sein könnte. «Wenn er diese Angst hat, muss er diese adressieren und sagen: Ich bin der Meinung, es braucht alle Optionen.»

    Also inklusive Atomstrom, was das Parlament nun genehmigt habe. «Jetzt ist die Bevölkerung dran – und das ist auch gut so.»

    Keine Angst vor teuren Klimamassnahmen

    Die Bevölkerung, die bald den Gürtel enger schnallen muss, wenn das mit den Hitzewellen so weitergeht? Schliesslich kosten die Klimamassnahmen – und Kollege Martin Pfister macht vor, woher das Geld kommen kann: Von der Mehrwertsteuer-Erhöhung.

    Soll die Mehrwertsteuer erhöht werden?

    «Ich denke nicht, dass man den Leuten Angst machen muss, dass sie den Gürtel enger schnallen müssten», relativiert Rösti. Natürlich kosteten Wärmepumpen und Elektroautos auch etwas, aber die neuen Technologien würden auch immer günstiger. Zudem könne der Bund gewisse Fördermassnahmen treffen.

    Hingegen müsse man bei der Städteplanung ansetzen: Keine grossen Betonflächen, mehr Schattenplätze und Grünflächen. «Dass man für die Hitzetage gewappnet ist – also Anpassungsmassnahmen, um die kommen wir nicht herum.»

    Hitzesommer: «Dramatik etwas runterschrauben»

    Dass die Hitzerekorde am Laufmeter purzeln, hat auch Bundesrat Rösti mitbekommen. «Wir werden mehr solche Situationen erleben, das ist unbestritten», stellt er klar. Man reagiere zusammen mit der Weltgemeinschaft und versuche, den CO2-Ausstoss zu reduzieren.

    Hitzewelle Wetter
    Auch nächste Woche dürfte es wieder Temperaturen bis 35 Grad geben. Es droht die nächste Hitzewelle. - keystone

    Doch Rösti mahnt: «Andererseits wissen wir in der aktuellen geopolitischen Lage nicht, ob alle mitmachen, ob das Klima wirklich geändert werden kann.» Darum brauche es unbedingt Anpassungsmassnahmen.

    Gleichzeitig sagt der Umweltminister aber auch: «Ich möchte die Dramatik eher etwas runterschrauben.» Der letzte Hitzesommer sei 2019 gewesen, nun habe man wieder einen. «Es ist jetzt nicht so, dass wir tagelang nur noch heiss haben werden.»

    Rösti: «Bin zum Fussballfan geworden»

    Dramatik könnte es aber anderswo geben. Denn Albert Rösti äussert sich auch noch zum anderen prägenden Thema der letzten Wochen: nebst der Hitze natürlich die Fussball-WM.

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    Während dem Fussmarsch zum Verkehrshaus – und mit protestierenden Klima-Aktivisten im Hintergrund – bekennt sich Albert Rösti zur Faszination Fussball. - Nau.ch / Nico Leuthold

    «Ich wurde ja mittlerweile zum Fussballfan, seit der FC Thun Meister ist», gesteht der Ex-Gemeindepräsident von Thuns Nachbargemeinde Uetendorf. Rösti scheint froh um ein unverfängliches Thema während dem von Klima-Aktivisten begleiteten Fussmarsch entlang dem Vierwaldstättersee.

    Den Sechzehntelfinal gegen Algerien werde er jedenfalls schauen, «auch wenn er etwas früh am Morgen ist». Den Einzug in den Achtelfinal hält er für möglich. Das Ticket, um ein weiteres Spiel vor Ort zu sehen, will er aber noch nicht buchen.

    «Man muss immer demütig bleiben», das gelte in der Politik wie im Sport. «Immer eins nach dem andern. Aber sie können weit kommen.»

    Kommentare

    User #4768 (nicht angemeldet)

    Wie soll das gehen, der BR will verdichtet bauen aber mehr Plätz und mehr Grünflächen?

    User #9179 (nicht angemeldet)

    AKWs und Wassermangel wie geht das? Kein Beton, Grünflachen in der Stadt und grosser Autobahnausbau wie geht das? Wochenlange enorme Hitzetage ohne Kühlung in der Nacht und verneinen der Klimaerwärmung wie geht das? Erfüllen des Service Public Auftrages und Die Post umbauen, wie geht das? Wir erhalten Post nur noch alle 2 Tage. Zugverbindungen werden jedes Jahr teurer, trotz Abstimmung wurden Automaten mit Geld für Billette z.T abgeschafft. wie geht das? Teure IT, die nicht gut funktioniert, wer bezahlt das? Wasserprobleme weil Kontrolle fehlt, wer bezahlt das. Lebensmittel werden teurer und teurer, wer bezahlt das. ? Löhne steigen nicht entsprechend, Steuern werden versteckt erhöht, wer bezahlt das? Sie sind als BR gewählt und nicht als SVP, wer bezahlt das Honorar?

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