Stadt Bern hält an Beschwerde gegen Ausbau des Wankdorfknotens fest
Die Verbindung der Berner Allmenden durch eine Überdachung der Autobahn ist aus Sicht der Berner Stadtregierung nicht bewilligungsfähig. Die Stadt hält daher an ihrer Beschwerde gegen die Plangenehmigung für den Umbau des Autobahnanschlusses im Wankdorf fest.

Das teilte der Gemeinderat am Donnerstag mit. Die vom Bund geplante Umgestaltung des Autobahnknotens im Wankdorf sorgt seit geraumer Zeit für hitzige Diskussionen in Bern.
Nach dem Volksnein zum Ausbau der Autobahn im Grauholz auf acht Spuren halten Gegner die Umgestaltung des «Spaghettitellers» im Wankdorf für überrissen, aus der Zeit gefallen und zu stark auf den motorisierten Verkehr ausgerichtet. Auch wird Mehrverkehr für die Quartiere befürchtet.
Vor fast einem Jahr reichte die Stadt Bern Beschwerde gegen die Plangenehmigung für eine Umgestaltung des Wankdorfknotens ein, mit dem Ziel, städtebauliche Verbesserungen zu erreichen und Mehrverkehr in den Quartieren zu verhindern. Eine Machbarkeitsstudie sollte zudem zeigen, ob die beiden Allmenden mit einer Überdachung der Autobahn verbunden werden könnten.
Diese liegt nun vor und zeigt laut Gemeinderat, dass eine breitere Überdachung der Autobahn zur Verbindung der Allmenden nicht bewilligungsfähig wäre.
Zwar wäre eine rund hundert Meter breite Überdachung technisch umsetzbar, aber es wären erhebliche Eingriffe in die historische Baumallee entlang der Bolligenstrasse erforderlich. Diese vom Gemeinderat favorisierte Variante wurde deshalb als nicht bewilligungsfähig eingestuft.
Bei zwei schmaleren Varianten wären die Auswirkungen auf die Baumallee deutlich geringer, wodurch eine Bewilligung als wahrscheinlicher eingestuft wird. Das Ziel einer breiten Verbindung der Allmenden könnte aber nicht erfüllt werden.
Der Gemeinderat nahm die Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie «mit Bedauern» zur Kenntnis, wie er weiter ausführte.
Die Stadtregierung führte weiter ins Feld, dass der Bundesrat das Projekt «Bypass Bern Ost» zurückstufen wolle. Zuvor habe er stets die enge Verbindung des «Bypass»-Projekts mit der Wankdorfumgestaltung betont.
Mit der Rückstufung des «Bypass»-Projekts falle ein aus städtischer Sicht wichtiges Argument für die Umgestaltung des Wankdorfknotens in der geplanten Form weg. Der Gemeinderat bleibt deshalb bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber der vom Bund geplanten Umgestaltung des Wankdorfknotens.
Gleichwohl möchte die Stadtregierung nicht alle Türen zuschlagen und weiterhin nach Lösungen suchen, wie sie betonte. So sollen die Beteiligten weiterhin auf eine zukunftsfähige Ausgestaltung des Entwicklungsschwerpunkts Wankdorf hinarbeiten.
Der Gemeinderat will sich dafür stark machen, dass trotz Verzögerung beim Umbauprojekt Wankdorf-Knoten oder gegebenenfalls auch ohne dessen Realisierung weitere Arbeitsplätze, Wohnungen sowie Sport- und Freizeitangebote entstehen können.






