In Peru wurden elf Rechtsanwälte, Geschäftsleute und hochrangige Beamte festgenommen. Ihnen wird Korruption in einer kriminellen Organisation vorgeworfen.
Martin Vizcarra (Mitte vorne), der Präsident von Peru, bei der alljährlichen Militärparade.
Martin Vizcarra (Mitte vorne), der Präsident von Peru, bei der alljährlichen Militärparade. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Elf Rechtsanwälte, Geschäftsleute und hochrangige Beamte wurden in Peru verhaftet.
  • Ihnen wird im Korruptionsskandal kriminelles Vorgehen im Justizsystem vorgeworfen.

Die peruanische Polizei hat bei einer Grossrazzia im Zuge eines Korruptionsskandals elf Rechtsanwälte, Geschäftsleute und hochrangige Beamte festgenommen. Diese seien Mitglieder einer kriminellen Organisation, die im Justizsystem des südamerikanischen Landes aktiv gewesen sei, teilte das Innenministerium Perus am Sonntag mit. Die Organisation sei von einem ehemaligen hohen Richter geführt worden, der bereits verhaftet wurde. Er soll Kriminellen Nachlässe in Urteilen im Austausch gegen Geld und andere Vorteile gewährt haben.

An der Razzia im Morgengrauen waren rund 400 Polizeikräfte beteiligt. Der Korruptionsskandal in Peru war eskaliert, nachdem lokale Medien Audioaufnahmen veröffentlicht hatten, auf denen unter anderem illegale Absprachen zwischen Richtern, Staatsanwälten und Politikern zu hören waren.

Präsident Martín Vizcarra kündigte am Samstag ein Referendum über politische Reformen an. Darin soll es um ein Verbot der Wiederwahl von Kongressabgeordneten, eine Rückkehr zu einem Zweikammersystem und Änderungen im Ernennungsprozess von Richtern und Staatsanwälten gehen.