Chamenei und Trump verschärfen den Iran-Konflikt

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Iran,

Nach Drohungen von Donald Trump und persönlichen Angriffen von Irans oberstem Führer Ali Chamenei wächst die Sorge vor einer militärischen Eskalation.

Trump Chamenei
Donald Trump und Ali Chamenei sind nicht gut aufeinander zu sprechen. (Archivbilder) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ajatollah Chamenei und Donald Trump machen sich gegenseitig Vorwürfe.
  • Trump habe laut Irans Führer Chamenei die «Aufständischen» ermutigt, weiterzumachen.
  • Gemäss dem US-Präsidenten sei es «Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen».

Ajatollah Chamenei hat den US-Präsidenten als «Verbrecher» bezeichnet. Er machte ihn für Opfer und Schäden bei den jüngsten Massenprotesten verantwortlich.

Amerika müsse zur Verantwortung gezogen werden, so Chamenei. Das US-Aussenministerium warnte den Iran vor Angriffen auf US-Stützpunkte und kündigte für diesen Fall eine entschlossene Reaktion an.

Irans Justiz widersprach Trumps Behauptung, die Hinrichtungen von 800 Menschen seien gestoppt worden. Trump hatte dies unter anderem als Begründung für den Verzicht auf einen Militärschlag angegeben. Der Teheraner Staatsanwalt Ali Salehi sagte laut der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews: «Trump redet immer viel sinnlosen Unsinn.» Die Reaktion der Justiz werde entschlossen, abschreckend und schnell sein.

Ein Justizsprecher erklärte danach laut Iribnews, es seien bislang keine Todesurteile im Zusammenhang mit den Protesten verhängt worden. Dies sei «ein strenger und langwieriger Prozess», der Monate oder Jahre dauern könne.

Anzahl der Todesopfer schwer zu beziffern

Trotz einer am 8. Januar verhängten Internetsperre dringen immer mehr Schätzungen der Zahl mutmasslicher Todesopfer infolge des gewaltsamen Vorgehens von Sicherheitskräften an die Öffentlichkeit.

Das in den USA ansässige Aktivistennetzwerk Hrana berichtete auf der Plattform X, 3308 Todesfälle seien bestätigt. Weitere 4382 würden geprüft. Mindestens 24'266 Menschen seien festgenommen worden.

Nach Informationen der britischen Zeitung «The Sunday Times» sollen 16'500 bis 18'000 Menschen getötet worden sein.

Über 300'000 Verletzte

Mitarbeiter in acht grossen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hätten die Zahlen zusammengestellt. Demnach sollen weitere 330.000 bis 360.000 Menschen verletzt worden sein.

Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. Einige Menschen seien auf «unmenschliche, brutale Weise» getötet worden. Der oberste Führer machte dafür die «Aufständischen» verantwortlich.

Alle Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

«Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen»

In einem Interview mit dem Nachrichtenportal «Politico» sagte Trump: «Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen.» Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.

Zuvor hatte Chamenei den US-Präsidenten beschuldigt, er habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die «Aufständischen» ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben.

Ajatollah Chamenei ist seit Juni 1989 und damit seit fast 37 Jahren an der Macht als geistliches und politisches Oberhaupt der autoritär regierten Islamischen Republik.

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Ali Chamenei hält im Iran sämtliche Macht in den Händen. (Archivbild) - keystone

Trumps Aussagen führten umgehend zu Spekulationen über weitere US-Schritte. Dan Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel, schrieb auf X, Trumps Worte bei «Politico» und Chameneis Provokationen gegenüber Trump auf X liessen ihn vermuten, «dass Trump diese Woche versuchen wird, den obersten Führer zu töten». Der in der Region erwartete Flugzeugträgerverband würde es den USA erleichtern, Angriffe durchzuführen und sich auf Gegenschläge vorzubereiten.

Der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und Begleitschiffe sind US-Medienberichten zufolge auf dem Weg in die Region. Auch würden zusätzliche Kampfjets und Raketenabwehrsysteme dorthin verlegt. Beamte in der Region hielten einen Angriff weiterhin für möglich, schrieb das «Wall Street Journal».

Iran-Experten warnen vor Tötung Chameneis

Iran-Experten warnen Trump vor einer gezielten Tötung Chameneis. So schrieb der israelische Iran-Kenner Danny Citrinowicz auf X, es sei ausserordentlich gefährlich, hochrangige Führer im Nahen Osten – insbesondere religiöse Führer – ins Visier zu nehmen. Chamenei sei nicht nur eine politische Autorität, sondern auch ein religiöses Symbol und ideologischer Anker der Islamischen Republik. Ein Angriff auf ihn hätte weitreichendere Konsequenzen als eine konventionelle Militäroperation.

Hätte Trump die iranische Regierung stürzen sollen?

Die Vereinigten Staaten wären nicht in der Lage, einen gefügigen Führer in Teheran zu installieren, argumentiert Citrinowicz. Sie hätten gleichzeitig Mühe, radikale Elemente – insbesondere die Islamische Revolutionsgarde – daran zu hindern, die Kontrolle über den Staat zu übernehmen.

Die Proteste hatten Ende Dezember wegen der schweren Wirtschaftskrise und hoher Inflation begonnen. Rasch entwickelten sie sich zu landesweiten Demonstrationen gegen das politische System. Sicherheitskräfte gingen nach Angaben von Aktivisten äusserst brutal dagegen vor.

Kommentare

User #4803 (nicht angemeldet)

Da fehlt doch noch der Dritte im Bund: das Rumpelstilzchen: "ach wie gut dass niemand weiss, dass ich Bibi heisse"

User #1168 (nicht angemeldet)

Interessieren mich beide nicht.

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